Weltreise durch die Insel

Fuer den Abend des 30. hatte eine Freundin zu ihrer 20 Jahre Japan Feier eingeladen. Leider ist ihr Zuhause nicht gerade in was ich als Naehe bezeichnen wuerde. Mit Glueck handelt es sich um eine 3 h Fahrt, mit Pech aber auch um mehr.

Fuer den 30. wurde ein 25 km Stau vorausgesagt, und i.d.R. stimmt auch die Voraussage, so dass ich hoffte und betete, dass wir kein zu kaltes Wetter und vor allem keinen Schnee haben wuerden. Wir moegen hier auf dem Breitengrad von Tunis sein, aber wir haben hier schnell mal mehr Schnee als in Wintern in meiner 20 Grad weiter noerdlichen Heimatstadt. Und bei einer Fahrt ueber die Landstrasse bei Schnee gehoeren Schneeketten zur Standardausruestung.

Freundlicherweise zeigte sich der Wettergott gnaedig, so dass selbst im Wald die Tagestemperaturen betraechtlich ueber 0℃ lagen. Und das bei trockenem Wetter unter wunderschoenem blauen Winterhimmel.

Wir kamen gut voran, ja, wir waren viel zu frueh da, so dass ich erst eine Pause an einem Reise“bahnhof“ in Yabakei machte und wir uns dann die Burg Nakatsu und das Elternhaus von Fukuzawa Yukichi anschauten.

Nach einem Spaziergang bei schoenen, aber doch kaltem Winterwetter und dem Einchecken im Hotel ging es zum Haus meiner Freundin, die fuer ihre Gaeste erst Kaffee und Kuchen und dann spaeter ein absolut geniales Bueffet mit viel Kaese auftischte. Und ich betone den Kaese, weil dieser in Japan absolut eine teure Raritaet ist. In normalen Kaufhallen gibt es meistens nur geschnetzelten Pizzakaese oder diese geschmacklosen Weichkaesescheiben in individuellen Plastiktueten. Aller anderer Kaese kostet, wenn man ihn den ueberhaupt bekommt, das 3-7fache von dem, was ich als Preise von Deutschland her kannte.

Meine Drei waren gluecklich wieder mit ihren Freunden aus dem jaehrlichen Camp vereint und freundeten sich schnell mit den neuen Freunden an. Und dann wurde gemeinsam gegessen und das Jinrou-Spiel gespielt, nur dass es sich dabei um kein Brettspiel handelt, sondern um ein Programm auf einem Smartphone, das nach den gleichen Regeln gespielt wird. Ich hatte nicht gedacht, dass ich mich dafuer begeistern koennte, aber nachdem ich es ein bis zwei Mal mitspielte, war ich ganz darin aufgegangen. Der schoene Abend ging mit Spielen mit den Kindern und Reden mit alten und neuen Freuden viel zu schnell zuende, so dass wir uns verabschiedeten und auf dem Weg zum Hotel machten.

Am naechsten Tag ueberlegte ich erst, ob wir nicht den gleichen Weg zurueckfahren sollten, aber da Maennle Ruhe brauchte, entschied ich mich, einen Abstecher zum grossen Tempel-Schrein-Komplex in USA zu machen. Da der gleiche Weg langweilig ist, fuhren wir eine andere Strasse zurueck und konnten uns in einem Strassen-Bahnhof sogar noch einen Oosanchouuo anschauen, dem zweitgroessten lebenden Amphibium der Welt. Noch etwas weitergefahren stellte ich fest, dass wir in Machu Picchu gelandet waren, etwas, was ich vor Jahren mal gehoert, aber voellig vergessen hatte. Ob das dem besser bekannten in Peru wirklich aehnlich sieht oder nicht, mag jeder selber entscheiden. Der Ort war nett, mitnehmen sollte man ihn schon, wenn man in der Naehe ist, aber unbedingt das als Ziel einer Reise haben lohnt sich nicht wirklich, obwohl die Gegend wahrscheinlich im Fruehjahr bis Herbst noch schoener ist.

Da wir immer noch viel Zeit hatten, entschied ich mich, einen Ausflug zur laengsten Fussgaengerhaengebruecke in Japan zu machen. Die Bruecke ist schon gewaltig, und selbst unserer 17-jaehrigen Franzoesin war nicht wirklich wohl bei dem Ueberqueren. Fuer den Schwachnervigen ist die Bruecke echt nichts. Und auch nicht wirklich fuer Leute mit Tendenz zur Autoreisekrankheit. Die Wege bis da hoch auf den Berg sind echt nicht ohne.

Danach hatte ich aber auch selber ein starkes Beduerfnis, in die Zivilisation zurueckzukehren, so dass ich mich auf den Weg nach Hause machte. Puenktlich kurz vor 5 Uhr waren wir an der Wohnungstuer, wo Maennle auf uns wartete. Gegen 6 Uhr wurde gegessen, und dann sollte der Rest des Abends eigentlich mit den „traditionellen“ Fernsehprogrammen verbracht werden. Leider warf mich die Erkaeltung, die sich schon laenger angekuendigt hatte, um, so dass ich frueh ins Bett ging und den Jahreswechsel im warmen Bett verschlief.

 

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