„Reform“ des Kinderzimmers

Waehrend sich die Erwachsenen gegenseitig klagend erzaehlten, welche Schaeden ihre Zuhause erlitten, stellte sich „Fraeulein gerade-noch-9“ hin und erzaehlte, wie sehr sie unter den Erdbeben leiden musste. *hust* Wie meine Freundin sagte, dann muss das arme Maedchen mindestens Monate vorher schon einen Direktschlag erlitten haben.

Ich hatte durch die Deutschlandreise und meinen Arbeitswechsel relativ wenig Zeit, irgendwie viel anderes als das Allernoetigste zu machen. Aber da wir IKEA um 2 Kisten erleichterten, nutzte ich die Chance, das Kinderzimmer in Angriff zu nehmen. Da tauchten dann verschwundene Socken wieder auf und gefuehlte Tonnen an Papier, das die Kinder ueber die Zeitspanne des letzten Jahres bekamen. (Kein Wunder, dass sich unsere Finnin ueber das Papier aufregt, die Massen an Kopien, die hier erzeugt werden, sind echt Millionen von Waeldern. Ich wuchs zwar auch vor der Computerisierung der Klassenraeume auf, aber es gab keine Kopiemaschinen, bzw. waren sie so teuer, dass gut ueberlegt wurde, wann denn ueberhaupt mal eine Kopie noetig wird. In Japan hat sich empirisch gesehen seit den 80er Jahren definitiv der Papierverbrauch verzigtfacht. )

Wie auch immer, am Ende des Tages sah das Zimmer wieder richtig einladend aus, so einladend, dass auch gleich verschiedene Freunde am Folgetage eingeladen werden mussten. Und dementsprechend war dann auch das Ergebnis. *umkipp*

 

Ausflug zu IKEA

Am Freitag war Shouwa-no-hi, der Geburtstag des Shouwa-Kaisers. Goettergatte hatte auch frei, daher schlug er vor, dass wir doch einen Ausflug zu IKEA machen. Es war gut, einfach mal wieder in einer normalen Umgebung zu sein. Fuer die Kinder war es das erste Mal, und unsere kleine Finnin war auch froh, dass sie wieder einmal ein bisschen Europa hatte, auch wenn die Tatsache, dafuer 2 h Autobahn fahren zu muessen, doch ueber ihre Vorstellung ging.

Wegen der Erdbeben und auch in Bezug darauf, dass auch unsere Kinder immer groesser werden und fuer unsere Viertklaesslerin mehr Hausaufgaben und Lernen auf sie zukommen werden, wenn die unfreiwilligen Ferien am 10. Mai enden werden, planen wir, ein paar neue Moebel zu kaufen. Maennle hatte erzaehlt, dass Ikea einen Satellitenshop hier aufgemacht hat, der aber wegen Erdbebenschaeden gegenwaertig noch geschlossen hat. Die Wiedereroeffnung wuerde fuer uns bedeuten, dass wir nicht fuer jeden kleinen Schrank so weit fahren muessen.

Gegen 4 Uhr waren wir wieder zuhause, und ich nutzte die Zeit, unser Badezimmervorzimmer (Datsuijou) umzuraeumen. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden, auch wenn ich dann dementsprechend muede war. Aber es macht Spass, einfach in unser Badezimmervorzimmer zu machen. Und es macht Vorfreude auf die naechsten Umraeumaktionen.

 

Leben mit Erdbeben – die 2.

Heute auf der Arbeit: Es rumpelte ganz gewaltig (Magnitude 4.7).

Ich: „Oh, das war bestimmt ein Wackelgrad 4.“

Unsere Chefin: „Noeh, das bestimmt nur ne 3.“

Sie schaltet den Fernseher kurz an, um auf die aktuelle Nachricht zu warten.

Chefin mit einem extremst gratulierenden Ton in der Stimme: „Du hast gewonnen.“

*ich nicht ganz wissend, ob ich mich darueber echt freuen sollte, mir waere ein Wackelgrad 3 bei weitem lieber gewesen.*