Da war’n se wieder fuenf

Der 30. August kam, und damit kam auch der Tag der Wahrheit, auf den ich mich gefreut und etwas gefuerchtet hatte. Die Kinder nahm ich trotz unfertiger Hausaufgaben auch mit, weil Maennles Rueckkehr von der Arbeit sich leider verspaetet hatte, worueber die Kinder natuerlich seeeehr gluecklich waren. Besonders Soehnle war voellig aufgeregt und genervt von dem Fakt, dass die dumme Maschine es gewagt hatte, sich doch 10 min zu verspaeten. Die Passagiere kamen in die Gepaeckrueckgaberaum, und 2 immer aufgeregter werdende Grundschueler scannten die Masse nach einer auf die Beschreibung passende Person, bis dann Toechterle freudig rief: “Ich habe sie gefunden!” Und Soehnle setzte ein “Sie hat mir gewinkt!” hinterher.

Dann kam sie wirklich, etwas schuechtern, aber gluecklich wirkend. Ein mindestens genau so schuechtern wirkende gewisse andere Person begruesste sie und strahlte sie an und bekam ein strahlendes Lachen zurueck, was mich erst einmal richtig erleichterte.

Aufgrund fortgeschrittenen Hungers ging es dann doch im FAMIRESU (family restaurant) um die Ecke essen, wo eine kleine Finnin sich trotz oder gerade wegen der Bilder von der Auswahl der Speisen etwas erschlagen fuehlte und es sich 2 Kinder nicht nehmen liessen, sie ausgiebigst in die Geheimnisse der Trinkbar einzuweisen.

Der Rest des Nachmittags wurde mit Reden und Auspacken verbracht, und 2 kleine Kinder wollten ihre neue grosse Schwester gleich in alle Spiele und interessanten Buecher einfuehren, was sie zwar sehr nett, aber doch etwas erschlagend fand. Und erstaunlicherweise wollten sie ihr auch deutsche Woerter wie Fuesse beibringen.

Irgendwie ist es wahrscheinlich etwas untergegangen, dass an dem Tag auch Soehnles Geburtstag nachgefeiert werden sollte, doch als sie hoerte, dass er ein absoluter Sailor Jupiter-Fan ist, nutzte sie die Zeit bis zum Abendbrot, um extra eine fuer ihn zu zeichnen. Damit machte sie einen kleinen Jungen absolut gluecklich.

Am Abend wurde dann Torte gegessen und Geschenke ausgetauscht, und sowohl kleiner Gastbruder und grosse Gastschwester strahlten uebers ganze Gesicht. Was fuer ein Unterschied zum letzten Jahr! Fuer uns gab es finnische Kekse und Brot (Lecker!!) und als obligatorisches Finnlandsouvenir Loeffel und Tassen mit den Mumins. Die Loeffel wurden dann auch gleich am naechsten Tag zum Fruehstueck ausprobiert. Sie loeffelten perfekt!! ^^

Man soll ja den Tag nicht vor dem Abend loben, aber zumindest war das Ganze ein um Welten besserer Anfang als im letzten Jahr. Die ATS hat gezeigt und zeigt es einem , wie froh und dankbar sie ist, dass sie bei uns leben darf, und wie toll sie es zu wertschaetzen weiss, dass wir sie fuer 10 Monate als ein Teil unserer Familie aufnehmen wollen.

 

Die Sommerferien sind fast zuende

Irgendwie ist es doch wieder so gekommen, dass die Kinder ihren 3 Sommer bei meiner Schwiegerfamilie am Meer verbringen sollen. Das ist zumindest klimatechnisch die bessere Loesung, da nach dem Ende der dieses Jahr erstaunlich verregneten und nahezu kuehlen Regenzeit die Temperaturen wieder auf 35 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit anstiegen.

Meine Schwiegereltern sollten erst am ersten Wochenende der Ferien kommen, aber leider machte ein Taifun einen Strich durch die Rechnung, so dass fuer mich arbeitstechnisch sehr unguenstig der Besuch auf normale Werktage fiel. Aber gluecklicherweise ging es doch irgendwie.

Meine Schwiegereltern nahmen dieses Mal nicht eine der Faehren zurueck, sondern fuhren mit einer Uebernachtung zwischendurch ueber die Autobahn in Honshuu zurueck nach Hause. Erstaunlicherweise bekam ich keine grossen Klagen ueber das Verhalten der Kinder zu hoeren, erstaunlich, wenn man bedenkt, wie frueher selbst schon mal 2 Stunden zuviel fuer meinen Kleinen waren und in uebelsten Nervtiraden endeten. Meine Kleinen sind wirklich groesser geworden.

Die dieses Mal leider nur etwas ueber 2 Wochen ohne Kinder nutzte ich dazu, das Kinderzimmer aus- und umzuraeumen. Die Kinder hatten sich einen Teppich ausgesucht anstelle der Bodenmatten, den ich dann mit Goettengattens Hilfe verlegte. Und dann sortierte das Spielzeug und anderes aus, gab noch brauchbares weg, entsorgte kaputtes oder unvollstaendiges und versuchte ein Einraeumsystem zu finden, dass fuer Kinder moeglichst einfach war und moeglichst zukuenftige nachtsunamiaehnliche Zustaende verhindert. In der Woche nach der Rueckkehr schafften es die Kinder jedoch schon zweimal, chaotische Zustaende in nichtpeinliche zurueckzuverwandeln, also wage ich doch mal zu hoffen, dass das jetzige System bestand haben wird.

Am 8.8. kam das Precure Kindermusical in unsere Stadt, so dass ich die kleine Tochter meiner Freundin dorthin begleitete. Im Gegensatz zu meiner eigenen Tochter in dem Alter genoss sie das Ganze, und als die Hauptheldinnen zum Ende des ersten Aktes hin in eine brenzliche Situation kamen, liefen kleine Kindertraenen, die getrocknet werden wollten. Natuerlich kam alles zu einem guten Schluss, auf dem Nachhauseweg gab es dann noch die Vorstellung von Doenern, von denen dann einer auch mit grossem Appetit verputzt wurde. Aber dann wollte ein kleines Maedchen doch wieder nach Hause zu Mama, auch wenn diese dann nach dem ersten Tadaima im Spiel mit Bruederle voellig links liegen gelassen wurde.

2 Tage spaeter hiess es fuer uns in Richtung Heimatdorf meines Mannes zu fahren, um die Kinder wieder abzuholen. Wir 4 machten ein bisschen die Gegend unsicher, besuchten Uroma im Krankenhaus und kauften Omiyage fuer diverse Leute. Am 14. war dann das Hauptfestival der Obon-feierlichkeiten, wo ich die Moeglichkeit hatte, die Obontaenze mitzutanzen. Fuer mich war es das erste Mal seit 5 oder 6 Jahren, so dass ich es wirklich genoss.

Aber zuhause ist es doch am besten, und so war ich froh, als es am 15. wieder nach Hause ging.