Der erste Arbeitstag ist vorueber…

… und er ist leichter und auch verdammt anstrengender gewesen, als ich gedacht haette.

Die Kinder warteten beide mit unerwuenschten Ueberraschungen auf, die gleich noch in einer Waschladung extra am Morgen endeten. Dafuer gab es keine Ich -will-nicht-aufstehen-Proteste, und planmaessig verliessen wir die Wohnung, so dass ich Toechterle auch noch zum fruehen Bus bringen konnte. Auf dem Rueckweg stellte ich fest, dass ich mein Telefon vergessen hatte, aber da dort die Stadtkarte drinnen ist, ist es vielleicht doch empfehlenswerter, es mitzuhaben. Also wieder nach Hause. Der Berufsverkehr bis zum Kindergarten war … nennen wir es mal maessig schlimm. Nicht schoen, aber ich habe schon Schlimmeres erlebt. Als ich dann endlich in der Strasse war, von der man mir viel Stau prophezeit hatte, liess es sich eigentlich ganz gut fahren. Die ungefaehre Richtung zum Parkplatz fand ich auch, nur dann war der Eingang nicht wirklich als Eingang erkennbar, dass ich doch etwas suchen musste, bis ich die unscheinbare Minieinfahrt fand.

Als Arbeitsinhalt war heute Vorstellung oder besser Lesenueben der Teammitgliedernamen und Rundgang durch die Anlage dran, die doch mit ihren ganzen Verbindungsgaengen noch ziemlich verwirrend auf mich wirkt. Bei einem Teil der Sachen stellte die fuer mich verantwortliche Dame fest, dass ich keine grossartige Uebung brauche. Im Gegenteil, wieviel einfacher ist es z.B., digital veroeffentliche Abhandlungen zu suchen, als regaleweise eingestaubte Zeitschriftensammlungen zu durchforsten. Das Telefonsystem ist auch nicht so tragisch, jetzt muss ich nur noch gegen meine Panikanfaelle kaempfen, damit ich den Ort und die erforderlichen hoeflichen Formen richtig gesagt bekomme und auch keinen Fehler beim Verstehen des Namens und der Telefonnummer mache. Schwierig ist das Verfassen von Geschaeftsbriefen, aber das ist es nicht nur fuer briefungewoehnte Auslaender, sondern genauso fuer Japaner. Den Grossteil der festgelegten Phrasen kopieren meine japanischen Kollegen auch erbarmungslos aus aelteren Briefen. Da laege es ja nur nahe, Textbaustelle zu bauen, die man aufrufen koennte, aber ich werde mich mal hueten, schlafende Hunde zu wecken. Nachher bekomme ich nur die Arbeit aufgedrueckt, und besonders jetzt habe ich noch genug zu tun mit dem Lernen von Fachwoertern und dem Vertrautwerden mit Leuten und Arbeitsablaeufen. Und nach den Arbeitsbergen zu sehen wird das nachher auch nicht viel besser werden.

Auf der Heimfahrt hatte ich mich auch glatt verfahren, aber stellte dann zu meinem Erstaunen fest, dass die Strasse relativ autofrei war und sich doch ziemlich gut fahren liess. Gegen kurz nach 18 Uhr war ich dann zusammen mit Soehnle wieder zuhause und stuerzte mich aufs Abendbrot kochen. Goettergatte kam dann gluecklicherweise auch und hielt die Kinder im Zaum. Nach dem Essen dann Abwaschen, Taschen fuer morgen packen und Waesche abnehmen und zusammenlegen, und dann ging die Uhr auch schon auf 20.30 Uhr zu. Fuehlen tue ich mich aber wie 2.00 Uhr nachts. Ich hoffe mal, dass doch ein Teil einfach nur eine Frage von Gewoehnen ist, sonst werde ich wirklich schnell anfangen, auf den Freitag zu warten, selbst wenn mir die Arbeit gefaellt.

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