Silvester und Neujahr

Maennle musste dieses Jahr wieder arbeiten, daher waren wir nur zu viert ueber den Jahreswechsel. Wir hatten wieder eine Platte bestellt, die ich dann am 31. vormittags abholte. Und als ich 2 Nabesets (so ne Art Fondue) zum halben Preis sah, entschied ich mich, das meinen drei zum Abendbrot zu servieren. Da das Gemuese schon alles geschnitten war, ersparte ich mir auch viel Arbeit.

Am Nachmittag schauten wir Kamen Rider Ghost zusammen. Und nach dem Abendessen verbrachten wir den Abend mit Spielen, bis ein gewisses Programm losging, das wir immer zum Jahreswechsel anschauen. Es hatte wirklich viel Spass gemacht.

Die Kinder waren gegen 0.30 Uhr im Bett oder sogar schon im Reich der Traeume, aber da ich nicht genau wusste oder weiss, ob das austauschschueler.de Forum nun nur auf unaktiv gestellt wird oder ganz verschwindet, nutzte ich die Zeit, mich doch mal durch die ersten 60 Seiten der ueber 400 des Japanfadens durchzukaempfen. Wenn ich ueberlege, dass das schon ueber 15 Jahre, so merke ich, wie doch die Zeit vergeht. Ich weiss, dass alles ein Ende hat, aber die Entscheidung, das Forum jetzt doch in die ewigen Jagdgruende zu schicken, macht mich etwas traurig.

Am 1. morgens war ich dank nur etwas ueber 4 Stunden Schlaf etwas muede, aber auch nicht so, dass ich nicht funktionieren wuerde. Ich weckte also meine 3, damit sie sich fertigmachten und wir ins Kino konnten. Meine Tochter entschied sich fuer Yo-kai Watch, so eine Art Pokemon-anime mit japanischen Gespenstern. Soehnle, eine kleine Daenin und ich entschieden uns fuer Kamen Rider, den letzten Film in der Heisei-Periode. Er war schoen gemacht. Und wir haben es nicht bereut.

Nach dem Mittagessen und einen kurzen Spaziergang durch das Shopping Centre entschieden wir uns doch, dieses Jahr mal eine Fukubukuro eines Stein- und Accessoirshops zu kaufen. Die Kinder wollten sich aktiv am Kauf
beteiligen, so dass wir doch die Tuete fuer 5000 Yen kauften.

Nach Hause gekommen, stuerzten sich eine kleine Daenin und ich auf unsere Kanji. Immerhin haben wir nur noch 33 Tage bis zum Kanjiexamen, und wir wollen schon die Ehre der Auslaender waren und den Text auch bestehen. M. versucht sich am 9. Niveau, das sind alle Kanji von Klasse 1 und 2. Ich will Niveau 5 versuchen, das sind alle 1000+ Kanji, die japanische
Kinder in der Grundschule schreiben lernen. Da mag jetzt nicht sehr beeindruckend wirken, aber aus 4 Antworten die richtige Antwort raussuchen und einen Bleistift nehmen und eine Aussprache in moeglichst die richtige Kanjischreibweise zu korrigieren sind zwei voellig verschiedene Paar Schuhe.

Waehrend des Essens und danach schauten wir Ultraman Dash an. Und da besonders Toechterle es unbedingt machen wollte, machen Maennle und die beiden Kleinen jetzt gerade eine Lifesendung auf Spoon. Ich wuerde das als das Kind von traditionellem Radio mit Facebook beschreiben. Auf jeden Fall haben die Drei hoerbar viel Spass.

Ich wuensche allen Lesern ein schoenes Jahr 2019.

Kagoshima und Toechterle

Da nun unsere Reise mit unserer ATS nicht nur einmal, sondern gleich zweimal wegen Taifune ins Wasser gefallen war, schlug ich vor, dass wir doch Toechterle dieses Mal abholen koennten. Und dann koennten wir auch M. gleich noch die Stadt zeigen.

Toechterle war einverstanden, denn eigentlich sollte sie eine Nacht mit den anderen Kindern im Rathaus des Ortes uebernachten, bevor dann jeder sein Flugzeug oder seinen Zug bestieg. Und das letzte Mal hatte es wohl auch viel Spass gemacht, so dass sich sie darauf gefreut hatte. Aber am naechsten Morgen bei der Weihnachtsfeier in einer oertlichen Englischschule mitzuhelfen war ihr dann doch wichtiger.

Wir fuhren also im wahrsten Sinne mitten in der Nacht noch los, damit wir dann viel vom Tag haben. Nach einem Fruehstueck besuchten wir dann den Terukuni Schrein und das praefekturelle Museum. Ersteres war – naja, es ist ein Schrein wie alle anderen gefuehlten 10.000 in Japan. Letzteres war selbst fuer eine noch nicht sooo lesefitte Daenin interessant.

Nicht weit davon befindet sich auch das Tenmonkan-Gebiet, die oertliche Einkaufspassage. Und im Vergleich zu dem, was ich in anderen Staedten gesehen habe, ist diese doch etwas interessanter als der japanische Durchschnitt.

Den Nachmittag verbrachten wir dann am Shinkansenbahnhof, dass im Gegensatz zu unserer Stadt auch wirklich Stadtzentrum ist und als solches auch ausgebaut it. Es gab dort selbst einen, wenn auch seeeehr japanischen kleinen Weihnachtsmann. Und auch so mal durch die Einkaufszentren zu staeubern war wirklich schoen. Ich kaufe auch zwei Spiele, die war zu Weihnachten dann auch ausprobierten.

Als es langsam Richtung Sonnenuntergang ging, schlug Maennle vor, dass wir doch das Riesenrad mal ausprobieren koennten. Als Besonderheit gab es 2 Pokemonkabinen, die unser Kleiner unbedingt mal ausprobieren wollte.

Kleiner gluecklicher Junge mit ganz vielen grossen Pokemon

Dann bekamen wir Bescheid, dass die Faehre eine Stunde frueher als geplant ankommen wuerde, so dass wir uns zu unserem Auto aufmachten und schnell zum Hafen fahren. Und keine 5 min spaeter fuhr das Schiff schon ein und legte an. Und ein ganz schoen gross gewordenes kleines Maedchen sprang uns froehlich in die Arme.

2 Monate sind vorbei

Zwei Monate sind vorbei, und sie waren schoene Monate. Nach der Katastrophe mit der Deutschen hatte mich unsere kleine Daenin daran erinnert, warum wir uns das doch jedes Jahr „antun“. Gluecklicherweise nehme ich mir das nicht mehr so wie bei der Deutschen von vor 4 Jahren oder gar bei der Thailaenderin vor 10 Jahren zu Herzen, sondern kann nur ueber die Idiotie dieses Maedchens den Kopf unglaeublich schuetteln oder bitter lachen.

M. ist dem Kimonoklub beigetreten. Der Sonnabendunterricht ist auch weniger schlimm, als wir befuerchtet hatten, vor allem, weil wir im Fall der Faelle doch um einen freien Tag bitten duerfen. Das hatten wir gemacht, als wir vorhatten, Toechterle auf ihrer Insel zu besuchen. Leider machte uns ein Taifun einen Strich durch die Rechnung. Unsere M. aus Deutschland (2013/14) wollte uns eigentlich nach der Reise besuchen kommen, bis wir sie darauf aufmerksam machten, dass da leider ein Taifun uebers Land hinwegzieht und sie wohl irgendwo festhaengen wird. Sie kam daher schon am Freitagmorgen (27. September), was wirklich eine gute Entscheidung war, weil sich der Taifun am Sonntag darauf richtig ueber Kansai (Region Osaka) ausmistete. Wir ueberlegten uns daher, was denn eigentlich dagegen sprechen wuerde, am naechsten Wochenende Toechterle besuchen zu fahren. Nichts, ausser … ja, genau… ein Taifun wuerde ueber Japan hinwegziehen. Was dann auch leider glatt passierte. Es war schade, dass wir sie daher nicht besuchen fahren konnten. Aber zumindest hatten zwei M.s viel Spass miteinander und vertrugen sich super.

Ich fing auch wieder an, als Sprachenlehrer zu arbeiten. Meistens abends bin ich fuer 3-4 h aus dem Haus, aber es hat sich eine gute Routine gebildet, so dass das alles weniger schlimm ist, als es klingt. Zwei Tage lang war ich auch Lektor in einem Camp, und es hatte Schuelern wie Lehrern viel Spass gemacht.

Ansonstens waren wir mit unserer Daenin einkaufen, Sushi und Ramen essen, haben Rosen angeschaut, haben am irischem Tanzunterricht und nachschliessendem Potluck teilgenommen, waren zumindest fast auf dem Vulkan drauf. Sie selber ist mit ihrer Schule zum Saubermachen nach Aso gefahren, war mit Freunden zum Okonomiyakiessen und hatte eine Praesentation vom Obibinden. Ihr aktives Japanisch entwickelt sich nicht ganz so gut wie bei M. aus Deutschland oder unserer H. aus Frankreich. Aber sie lernt in der letzten Zeit mehr, so dass es bestimmt schnell besser wird.