Ein Kimono und eine Weihnachtsfeier

Das Austauschkonsortium der oertlichen Universitaet plante eine Weihnachtsfeier, zu der unsere kleine Daenin gerne gehen wollte. Ich hatte auch Interesse, aber bekam dann eine Unterrichtsstunde zu der Zeit aufgedrueckt, so dass ich dachte, ich koenne leider nicht gehen. Meine Schueler hoerten das und fragten, ob ich sie dann am Sonntagmorgen unterrichten koenne, wozu ich natuerlich nur zu gerne bereit war.

Eigentlich hatten wir vor, erst um 4 Uhr den Bus zu nehmen. Aber wenn wir schon mal in der Stadt sind, koennten wir doch gleich auch den einen Kimonoladen mit besuchen. Selbst wenn er nichts in ihrer Groesse haben sollte, so ist angucken auch schoen.

Der Besitzer des Ladens unterhielt sich gerade mit einem anderen Kunden, so dass ich mir etwas unsicher war, ob ich stoeren koenne. Aber als er hoerte, was wir suchen, fand er einen helllilanen Kimono fuer M., der ihr auch perfekt passte und in Farbe und Stoffmuster gefiel. Und er sollte nur 3000 Yen kosten. Wir suchten dann die Obis durch und fanden zinnoberroten Nagoyaobi dazu. Der Besitzer kombinierte das Set mit einer rosanen Obiage und Obijime, aber der „Kunde“ kommentierte, dass das zu unauffaellig/langweilig waere und gruen eher passen wuerde.

M. war voellig gluecklich mit der Kombination, und da sie noch keine Komono hatte, suchte der Besitzer ihr diese zusammen. Ich war ueberrascht ueber viele der Kommentare des „Kundens“, und auf meine Frage hin erzaehlte er mir, dass er auch einen Kimonoladen besitzen wuerde und heute mal seinen Kumpel besucht haette. Er war voellig begeistert, dass er ersten eine Deutsche traf, die sich ueber Kimonos unterhalten konnte. Und dann eine 16-jaehrige Auslaenderin, die das Kimonoanziehen lernen wollte. Er schenkte ihr 1000 Yen fuer den Kimonokauf.

Der Besitzer hatte mittlerweile alles zusammengetragen, und erstaunlicherweise passte sogar der Nagajuban, der Unterkimono, perfekt. Ich erwartete einen Preis in Richtung 10.000 Yen, immerhin waren die Unterwaesche und die Tabi neu. Dann der Schocker: 4000 Yen. Ich sagte dem Besitzer, er solle keine unmoeglich niedrigen Preise verlangen, aber er meinte nur, es sei fuer die Daenin, damit sie dann anderen Daenen Kimonos zeigen koenne. Nun gut, wenn er so darauf besteht, dann kann man nur dankbar sein.

Eine kleine Daenin strahlte ueber das ganze Gesicht und trug gerne die riesige Tuete die 2 km bis zum Weihnachtsfeierort. Auch dort hatten wir eine schoene Zeit , und ich lernte sogar ihre beste Freundin kennen. Aber sie brannte auch darauf, schnell wieder nach Hause zu kommen. Und wir waren auch keine 5 min zuhause, als sie ihre Familie in Daenemark anrief, um ihnen die freudige Nachricht zu ueberbringen.

Weihnachten mit Kirche

Dieses Jahr war nun das erste Mal Weihnachten in unserer neuen Stadt und das erste Mal, dass GG zumindest ansatzweise erleben durfte, warum es dieses Fest gibt.

Der 23.12. ist Kaisergeburtstag (haette er nicht einen Tag spaeter geboren werden koennen, so habe ich oft denken muessen), also nutzte ihn unsere Haus- und Hofkirche fuer die Durchfuehrung einer Weihnachtsfeier fuer Kinder. Es kamen inklusive uns 18 Kinder und 6 Erwachsene, so dass die Kirche im wahrsten Sinne volles Haus hatte und die Kirchenwaende vor Jauchern und Jubelschreiben echt widerhallten. Alles in allem ein wirklich gelungenes Fest. Der Tag fand dann seinen Abschluss mit dem Essen in einem Steakhaus, dass den Namen „Volks“ traegt und von dem GG ziemlich begeistert ist.

Am 24. war GGs erster freier Tag seit langem, so dass er die erste Haelfte des Tages fuer diverse notwendige Aktionen nutzte. Spaeter holte er die Kinder und die Weihnachtstorte mit CureMelody und GokaiGreen ab, aber „dank“ des unglaublichen Staus in der Stadt dauerte es ewig, bis GG und Nachwuchs endlich wieder zuhause waren. Mittlerweile war die Zeit so fortgeschritten, dass GG und ich uns anblickten und mit einem Nicken beschlossen, auf das Weihnachtsliedersingen bei Kerzenschein in der Kirche zu verzichten. Ich hatte es dem Pfarrer so wieso gesagt, dass wir eventuell wegen der spaeten Zeit darauf verzichten, so dass das auch weiter kein Problem war. Mr. Santa, aka der Weihnachtsmann kam nach dem Abendessen (Toufu-Kaese-Nabe und gebratende Huehnerfleischstuecke)und stellte die Geschenke im Flur ab, und unsere Grosse entdeckte die Geschenke freudestrahlend und rief ihr Bruederchen, ihr doch beim Tragen ins Wohnzimmer zu helfen. Den restlichen Abend wurden die neuen Geschenke ausprobiert, und so richtig wollten sich die Kinder nicht zum Schlafengehen ueberreden lassen.

Am Sonntag gab es keinen Kindergottesdienst, dafuer war nach dem regulaeren Weihnachtsgottesdienst ein Abendmahl mit Mittagessen. Das mitgebrachte Essen wurde nach dem Gottesdienst auf den Tischen dort arrangiert, und danach wurde die Abendmahlzeremonie mit Weissbrotstuecken und Himbeersaft (?) durchgefuehrt. Dadurch konnten auch die Kinder mit teilnehmen, selbst die Kleinste mit nicht einmal 2 Jahren. Und selbst mein Mann wurde mit in die Zeremonie mit eingeschlossen.

Nach dem Mittag und Gespraechen mit anderen Mitgliedern ging es langsam auf 15 Uhr zu, so dass GG zum Aufbruch draengte. Fuer 15.00 Uhr hatte Kamen Rider FOUR-ZE (gesprochen „phose“ wie in Metamorphose) in einem Supermarkt einen Fototermin angekuendigt. Und wohlwissend, wie unsere Kinder darauf reagieren werden, wollten wir ihnen das nicht entgehen lassen. Und richtig, wir waren keine Minute zu frueh da: Als wir vom Parkplatz zum Supermarkt gingen, kam der Durchruf, dass sich alle Interessenten bitte zum Fototermin einfinden sollten. Und richtig, beide Kinder  drehten nahezu durch, als sie ihren Helden nur 3m an sich vorbeigehen sahen. Einkaufen und nach Hause fahren, und schon wieder war ein richtig schoener Tag und damit auch Weihnachten vorbei.

 

Weihnachtsfeier im Hochzeitskleid

Meine Kinder forderten seit laengerem wieder einmal ein, Wedding Peach schauen zu duerfen. Wie der Namen schon andeutet, behandelt der Maedchenanime das Thema Hochzeit. Und ein Kommentar einer Nebenfigur gab mir etwas zu denken: Der Hochzeitstag ist der schoenste Tag im Leben einer Frau. Und dafuer muss sie auch ein tolles Kleid tragen, wie es das nur einmal gibt.

Ich finde, die Frau hat in 2 Sachen unrecht. Wenn die Hochzeit der Hoehepunkt in ihrem Leben gewesen sein soll, dann hat sie eindeutig einen Fehler mit der Partnerwahl gemacht. Wenn ich so daran denke, wieviele tolle Tage ich mit meinem jetzigen Mann daNACH und auch daVOR gehabt habe, die mindestens genau so toll, wenn nicht noch besser als die Hochzeit waren, dann kann mir die Braut einfach leid tun, deren Hoehepunkt im Leben auf einen einzigen Tag beschraenkt ist.

Desweiteren, warum muss man zur Hochzeit etwas anziehen, was man danach nie wieder geniessen darf? Und daher nutzte ich die Gelegenheit und zog mein Brautkleid, ehm meinen Hochzeitskimono wieder an und ging mit meiner Kimonolehrerin zusammen zum BOUNENKAI, dem japanischen Gegenstueck zur Weihnachtsfeier, die sie jedes Jahr zusammen mit ihrer Schwester und deren Yogaklasse zusammen organisiert. Und das wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein… .