Der Rueckreisetag steht fest … Oder auch nicht

Ich bekam eine Mail, dass Cathay Pacific leider den Flug am 30. gestrichen hat. Also buchte WYS auf einen Flug mit Polish Airlines um, der aber schon am Morgen fliegt. Also muss P. schon am Vortag, d.h. Montagmorgen abfliegen. Das heisst, dass ich meinen Urlaubstag umlegen muss, weil wir dann schon am Freitag zum Amt muessen, um sie abzumelden.

Das heisst, so denn dieser Flug nicht auch gestrichen wird. *seufz* Also werde ich jetzt mal abwarten und Tee trinken, wie das Ganze nun ablaufen wird.

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Uebrigens hat mir unsere Betreuerin geschrieben, dass sie gegenwaertig Profile fuer uns auswerten, so dass es ein, wenn auch wahrscheinlich sehr eingeschraenktes Entsendeprogramm geben wird:

-Das geht aber nur, wenn die Schulen hier nicht Panik schieben und die Aufnahme verweigern. Und die Schulplatzierung ist in Japan immer ein grosses Problem. Und hier in unserer Stadt mit ihren 15 oder so moeglichen Schulen erst recht.

-Und selbst mit Schulplatzierung koennte das Ganze immer noch am Visum scheitern: Japan hat die Grenzen fuer alle ausser japanische Staatsbuerger zugemacht. Das heisst, auch wenn ich mit meinem „permanent visa“ nach Deutschland oder so reisen wuerde und die neuen Ausnahmen von letzter Woche nicht auf meinen Fall angewendet werden, kann ich nicht mehr nach Hause. Und unter diesen Umstaenden ist es natuerlich illusorisch zu glauben, dass ATS reingelassen werden, wenn sie nicht zufaellig auch einen japanischen Pass haben. Japan denkt zwar anscheinend ueber eine Erleichterung oder Aufhebung fuer Neuseeland, Australien, die Philippinen und Thailand nach, aber in der Aenderung in der letzten Woche war desbezueglich keine Aenderungen vorhanden. Der Ban geht auch fuer diese Laender unveraendert weiter.

Auch wenn Soehnle und Maennle wieder nach neuen Profilen gefragt haben, so mache ich mich doch seelisch darauf gefasst, dass 2020/21 ein ATS-loses Jahr werden koennte.

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Corona hat auch so einiges negatives fuer japanische Kinder bewirkt. Anstelle die Chance zu nutzen, den Schuljahrstart auf den September zu legen und so jede Menge Probleme zu loesen, traditionell und in Bezug auf Corona, so liess man alles beim Alten und entschloss sie nur, die Sommerferien auf 10 Tage bis 2 Wochen zu kuerzen. Toechterle hat uns schon mitgeteilt, dass sie hoechstwahrscheinlich in den Ferien nicht nach Hause kommen kann, weil sie ja ansonsten von der Rueckkehr auf die Insel wieder 2 Wochen isoliert werden muss. Bei uns in der Stadt ist das letzte Wort nicht gesprochen, aber es wird wohl auch bei 10 bis 14 Tagen Miniferien bleiben.

Ansonsten wurde das Sportfest auf den September gelegt, Fahrlaessigkeit, wie sie leibt und lebt, weil der Herbstmonat immer noch mit Temperaturen von ueber 30 Grad aufwartet. Und die Sonneneinstrahlung ist so hoch, dass ich vor 3 Jahren einen Hitzeschlag hatte und nicht mehr stehen konnte.

Unsere Schule scheint nicht ganz so streng zu sein, aber von anderen Grund- und Mittelschulen von Freunden habe ich gehoert, dass Kindern in den Pausen verboten wurde, miteinander zu spielen oder sogar zu sprechen, weil ja dabei Spucke fliegen koennte und man angesteckt werden koennte.

Um so mehr verstehe ich die Entscheidung nicht, alles beim Alten zu lassen und nicht mal ein Machtwort zu sprechen und den Schulanfang auf September zu verlegen.

Austausch und Corona

Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich viel zu lange meinen Blog vernachlaessigt habe. Jetzt ist schon wieder fast ein halbes Jahr um, die Zeit vergeht einfach viel zu schnell.

Um es kurz zu sagen, wir sind immer noch gluecklich mit unserer Franzoesin. Sie hat sich gut angepasst und scheint mit uns genau so viel Spass zu haben wie wir mit ihr. Ihr Japanisch ist immer noch naja, wenn man bedenkt, dass sie schon ueber 7 Monate hier ist. Ich bezweifle, dass sie JLPT N4 bestehen wuerde. Aber man sieht, dass sie sich anstrengt, und so geht es sehr langsam, aber sicher bergauf.

Ja, und Corona hat auch unsere Gegend nicht verschont, auch wenn die Situation NOCH (?) voellig harmlos ist im Vergleich dazu, was so manche Gegenden in Europa durchzumachen scheinen. Unsere Praefektur mit knapp unter 2 Mio. Einwohnern hat wohl um die 20 Kranke, und leider hat es ein aelterer Mann in den 70ern nicht geschafft und ist letzte Woche an Corona-erzeugter Lungenentzuendung gestorben. Aber so was ich gehoert habe, soll er ein starker Raucher gewesen sein und vorher schon nicht unbedingt eine topfitte Lunge gehabt haben.

Aber trotz der noch relativ entspannten Situation will auch unsere Praefektur nicht mehr Russisch Roulette spielen als notwendig und hat seit Anfang Maerz den Schulbetrieb eingestellt. Und das betrifft auch unsere ATS. Erst hiess es, dass mit dem Beginn des neuen Schuljahres der Schulbetrieb wieder aufgenommen wird, aber da in Tokyo und 6 anderen Regionen der Ausnahmezustand erklaert wurde, haben leibliche und Austauschkinder bis Anfang Mai schulfrei. Und auch wenn besonders sich Soehnle ueber die Verlaengerung ziemlich aufgeregt hat, so akzeptieren beide Kinder die Situation recht gut.

Uebrigens ist Toechterle bis zum 22. mit 14 anderen Kindern in Quarantaene in der Hafenstadt, von der die Faehre zu den 3 Inseln ablegt. Man will verhueten, dass die ausserpraefekturellen Kinder Corona auf die Inseln einschleppen. Toechterle war darueber nicht besonders gluecklich, aber sie hat auch die Notwendigkeit eingesehen. Ihr Klassenlehrer hat wohl auch schon mit ihr geskypt und meinte, sie sei gut drauf und gebe sich viel Muehe beim Selbststudium.

WYS hat sich im Gegensatz zu YFU oder AFS entschieden, noch abzuwarten, wie sich das weiter entwickelt. Dazu kommt auch, dass viele der ATS z.Z. nicht frueher nach Hause wollen. Und WYS will das auch respektieren. Dazu kommt, dass unsere Franzoesin Paris haengenbleiben wuerde, weil wohl das Reisen durch Frankreich zur Zeit untersagt ist. Das bleibt P. mit dem Okay ihrer Eltern erst einmal hier.

Ich habe seit Mitte Februar eine neue Arbeit in der Innenstadt, mit der ich sehr gluecklich bin. Allerdings hat auch unser Klient eingesehen, dass man von dem traditionellen Standpunkt abruecken muss, dass die Arbeit aus Sicherheitsgruenden nur im Buero stattfinden kann. Und so blueht auch mir in nicht allzu langer Zeit Heimarbeit.

Weiterhin ist der Berufsverkehr so weit zurueckgegangen, dass mein Bus am Morgen und Abend nicht nur ohne Verspaetung ankommt, sondern zwischendurch auch mal warten muss, weil er zu schnell ist. Leute weichen einander aus, und selbst Gespraeche im Bus sind jetzt unerwuenscht. Schade, aber nicht zu aendern.

Der Schritt in Richtung mehr Heimarbeit und weniger Ausdrucken, und ueberhaupt mehr Flexibilitaet bei der Arbeit ist etwas Positives fuer Japan. Aber trotzdem hoffe ich, dass Corona schnell Geschichte ist.

Pokemon Go

Maennle hatte ja schon vor ueber 3 Jahren Pokemon Go auf seinem Tablet installiert. Bei meinem wurde leider gesagt, dass die Installation unmoeglich war.

Vor 3 Wochen stellte ich dann fest, dass auch auf meinem Tablet die Installation moeglich geworden war. Und so begann ich, mich von Soehnle in die Geheimnisse des Spiels einfuehren zu lassen.

Und die letzten Tage und Wochen haben Soehnle und ich die regenfreien Tage fuer laengere Spaziergaenge benutzt. Fuer mich ist es eine gute Chance, mich zu bewegen. Und fuer uns beide ist eine Moeglichkeit, gemeinsame Zeit zu verbringen und zu „bond“en, wie meine englischsprachigen Freunde sagen wuerden.