Blusenjagd

Die Maedchen probierten am 18. in der Schule die vorhandenen Blusen an. Und leider fanden sie keine Winterbluse, die ihnen wirklich passte. Also wurden sie gebeten, sich doch bitte zwei selber zu kaufen.

Die Schule erwaehnte, dass die Kette T. die Blusen haette. So meinte ich zumindest gehoert zu haben. Also fuhr Maennle mit den Maedchen zum Laden hier in der Naehe. Und 10 min spaeter bekam ich eine Nachricht, dass die Firma sie nicht fuehren wuerde. (O_O)

Maennle und ich entschlossen uns also, am Sonntag in die Stadt zu fahren und im Kaufhaus die Blusen zu kaufen, wo wir schon einmal vor 9 Jahren Teile der Schuluniform einer anderen ATS gekauft hatten. Ich fuhr also mit den Maedchen bis zur 5. Etage, suchte mit ihnen nach dem Uniformenstand und fragte nach den Blusen.

„Ehrenwerte Kundin, es tut mir unendlich leid, dass ich Ihnen die unangenehme Nachricht mitteilen muss, dass wir die Uniform dieser Schule nicht fuehren.“ Mist, wo bekommen wir sie dann? Die Dame war so freundlich, die Schule nachzuschlagen, da hier wohl die Kleidungsfirmen zur Vermeidung von Konkurrenz und der Haltung der Preise die Schulen unter sich aufgeteilt haben.

Sie bekommen die Blusen bei der Firma T. (Wie was, ich dachte, die Firma hat sich nicht.) Die Dame war so freundlich, mir nicht nur auf ihrem Privathandy die Lage des Ladens zu zeigen, sondern rief fuer uns auch noch dort an, um uns anzumelden. (Wieso anzumelden?) Wegen Corona hat die Firma ein Terminsystem eingefuehrt, und ich konnte fuer Sie einen Termin um 13.00 Uhr bekommen. (Nee, irgendwie fuehle ich mich jetzt etwas veraeppelt.)

Wie auch immer, jedenfalls waren wir unserem Ziel, die Blusen kaeuflich zu erwerben, etwas naeher gerueckt. Ich rief Maennle und beriet mit ihm, wie wir die Wartezeit verbringen sollten. Da es so langsam auf Mittag zuging, beschlossen wir, das Naheliegendste zu machen und uns nach einem bezahlbaren Imbiss oder Restaurant umzusehen, dass wir dann in Form einer kleinen Teishokuya (ein Restaurant, dass Essensets mit einen Fisch- oder Fleischgericht, Reis, Misosuppe und Pickles) fanden. Die Maedchen konnten so auch gleich lernen, wie man in Restaurants mit Ticketverkauf bestellt.

Kurz vor 13.00 Uhr gingen wir drei also zu dem Laden der Firma T. in der wagen Hoffnung, dass wir vielleicht jetzt endlich der Erfuellung unserer Mission einen Schritt naeher sind. „Wir haben leider nicht so viele Blusen liegen, eventuell geht es heute nicht.“ *umkipp*

Wie auch immer, jedenfalls wollten die drei sehr hilfsreichen Damen erst einmal eine Anprobe mit dem machen, was sie hatten. P. gaben sie eine Bluse in der L, mit der sie sehr zufrieden aussahen. P. hatte auch keine Einwaende, also stand fuer sie L fest. Bei A. versuchten sie LL, aber da sie nicht ganz mit den Aermeln zufrieden waren, gaben sie ihr eine EL (eine Groesse, von der ich bis dahin noch nie gehoert hatte.). Und diese erklaerten sie dann auch passend.

Dann kam der erste Schock: „Wann wollen sie die vier Blusen abholen?“ (Nicht wahr jetzt, oder?)
„Entschuldigen Sie, aber die Maedchen brauchen dringendst je eine Bluse am 30.“
„Oh, wirklich?! Was machen wir da?! Wir koennten ihnen die beiden Anprobeblusen geben, die wir hier haben. Und die anderen beiden dann zu einem spaeteren Zeitpunkt. „
„Gut, das machen wir.“

Wir einigten uns darauf, dass der fuer die Schule zustaendige Firmenvertreter die beiden Blusen an die fuer die ATS verantwortliche Lehrerin gibt, so dass die Maedchen sie dann am 30. mit nach Hause nehmen koennen.

Dann kam die Bezahlung und der zweite Schock: Zusammen kosten die beiden Blusen ueber 9600 Yen. Das sind je nach Kurs 80-90 Euro. Und die durchschnittlichen Gehaelter hier sind durchaus so niedrig, dass fast 10.000 Yen nichts ist, dass man einfach mal so aus der Portokasse zahlt. Die Blusen, die sich eine unserer ATS fuer die Schule um die Ecke kaufte, kosteten nur so um die 3000 Yen pro Stueck. Und das fand ich schon nicht wirklich preiswert fuer eine gewoehnliche weisse Bluse.

Wie auch immer, jedenfalls bezahlten die Maedchen ihre Blusen wort- und ausdruckslos. Ich weiss leider nicht, was in dem Augenblick in ihrem Kopf vorging, aber zumindest Anna schien erleichtert zu wirken, als ich ihr den Preis fuer einen „Jumperskirt“ (eine Art aermelloses, meist schwarzes oder dunkelblaues Kleid, das ueber der Bluse getragen wird) zeigte: Es kostete nur mal schlappe 25.000 Yen. Ihr bleibt es erspart. Und ich fange schon mal an zu sparen, da Toechterle mittlerweile auch schon in die 8. Klasse geht.

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