Ein kleines Maedchen will nach Daenemark

M. aus Daenemark hatte Toechterle eingeladen, sie besuchen zu kommen. Da Toechterle auch darueber nachdenken muss oder will, ob sie nun ihre Oberschule in Japan oder in Europa machen will, waere eine englischsprachige Schule so wie die, auf die unsere Daenin jetzt geht, durchaus etwas, worueber man nachdenken sollte. Sie koennte also mal sich mal eine solche Schule anschauen und dann entscheiden, ob ihr die Unterrichtsmethodik in Daenemark besser zusagt als in Japan. Also wurde im Familienrat beschlossen, dass Toechterle im Dezember nach Daenemark reisen solle.

So weit, so gut. In meiner ueberwaeltigenden Ignoranz dachte ich, dass ich einfach nur ein Flugticket im Netz kaufe, buche ihr den Umsteigeservice dazu, bringe sie nach Fukuoka und fertig. Das war auch mehr oder weniger, was mir Muetter mit aelteren Kindern erzaehlten. Aber Pustekuchen! Seit der Zeit, als sie ihre Kinder in die britische Provinz schickten, haben sich die Vorschriften ganz schoen veraendert. Und nicht unbedingt zum Guten!

Wir reden von Japan, falls jetzt Leser Einwaende haben sollten:
Fuer Miss 13 ist es fuer die naechsten 3 Jahre noch nicht moeglich, Tickets ueber das Internet zu kaufen. Auch nicht, wenn man versucht, extra ein Profil fuer sie anzulegen. Vor 16 laeuft hier nichts.

Um den Flug nicht unnoetig lang werden zu lassen, kommen leider nur europaeische oder ostasiatische Fluggesellschaften in Frage. Eine Freundin hatte ihren Sohn mit KLM geschickt und gute Erfahrungen gemacht. Dort nachgefragt: Ja, wir koennten sie nach Kopenhagen schicken. Aber nur von Osaka oder Tokyo. Und selbst mit dem Service muss sie jemand zum Flugzeug bringen und abholen. Sie koennte also nicht einfach einen fruehen Flieger von Fukuoka dahin nehmen und dann von da den Service in Anspruch nehmen.

Gut, ja, dann koennte man ja mal Korean Airlines fragen. Ja, sie wuerden das von Fukuoka aus machen, aber nur bis Amsterdam. Da muesste sie dann von jemandem abgeholt werden. *umkipp*

Zurueck zur Option von Osaka. Meine Bekannten und Freunde in Osaka mal durchgefragt, und nach 10 Tagen hatte ich zwei Muetter gefunden, die sich bereit erklaerten, Toechterle am Flughafen abzuliefern und abzuholen.

Psychisch gewappnet und gut vorbereitet auf die Buchung rief ich also wieder bei KLM an, wir gingen die Buchung durch bis … mir mitgeteilt wurde, dass der Service bei ihnen ueber 500 Euro kosten wuerde. Dafuer koenne ich aber 4 Kinder schicken. Ehm, ich habe aber nur ein Kind. Etwas schockiert liess ich das Ganze erst einmal auf Halt setzen und legte auf.

Mit Toechterle geredet meinte sie, sie wisse von Kambodscha und Hongkong, wie es funktioniere. Und sie brauche den Service nicht. Aber sie wolle auf alle Faelle fliegen und freue sich auf das Ganze. Der Service ist laut Homepage eine Option und keine Pflicht, also rief ich am naechsten Tag wieder KLM an und teilte ihnen mit, dass ich zwar den Flug buchen moechte, aber ohne den Service. Gut, das ist o.k. Aber halt? Wie alt ist die Kleine? 13? Nee, dann ist das keine Option, sondern Pflicht. Es sei denn, ein Erwachsener wuerde sich auf der Reise die ganze Zeit um sie kuemmern.

Wir waren wieder beim Punkt Null. Aber als ich meine Frustration ueber den teuren Begleitservice verlauten liess, schlug die Dame vor, anstelle dessen doch die Partnergesellschaft Air France zu nehmen. Da wuerde der Service „nur“ 100 Euro pro Strecke kosten. Das ist zwar auch nicht wenig Geld, aber weniger als die Haelfte, was KLM gekostet haette.

Der kleine Nachteil der Strecke ist, dass Toechterle leider 6 Stunden Wartezeit in Paris haben wird. Das bedeutet auch, die Ankunftszeit in Kopenhagen ist 11.30 nachts. Und auf dem Weg zurueck muss sie leider schon den Flieger um kurz nach 6 Uhr morgens nehmen, weil der Service eine Mindestumsteigezeit von 90 min verlangt, aber bei dem Flugzeug 3 Stunden spaeter nur 80 min haette. Gluecklicherweise hatte M. Familie kein Problem damit. Und das Gute an den Zeiten ist, dass die Strassen wahrscheinlich frei sein duerften.

Dann hoffe ich mal, dass Toechterle eine schoene Advents- und Weihnachtszeit in Daenemark verbringen wird.

Knapp 2 Monate sind um

Jetzt fehlen nur noch 2 Tage, bis es genau 2 Monate her ist, dass P. zu uns kam. Ich denke, ich kann sagen, dass es gut laeuft und jeder zufrieden ist. P. versucht wirklich, ein Teil unserer Familie zu werden.

Ihr Japanisch braucht noch Zeit. Es is nicht annaehern so gut wie bei der letzten Franzoesin, aber es ist schon besser, als es nach der gleichen Zeit bei den letzten beiden ATS war. Nein, ich wuerde sogar sagen, dass es schon besser ist, als es bei der Deutschen vor 2 Jahren am Ende der 10 Monate war. Und YFU hatte ja immer gesagt, dass man so 3-4 Monate benoetigt, um in eine voellig neue Alltagssprache reinzukommen. Also ist P. wahrscheinlich eher nur ganz normaler Durchschnitt im Gegensatz zu den sprachlichen Ueberfliegern oder Unterfliegern (?), die wir bis jetzt immer hatten.

Zu groesseren Aktionen, die sie mit oder ohne uns bis jetzt unternommen hatte, gehoerten
*die Teilnahme mit Soehnle an einem der groessten Strassenfeste hier
*ihr Schulsportfest
*die Reise zu Toechterles Schule und Teilnahme am Sportfest dort
*ein Picnic mit ein Paar von meinen Philippinerinnen
*die Verabschiedung von einer von meinen Philippinerinnen
*diverse Aktionen mit ihren Schulfreundinnen (erstaunlicherweise passiert auf dem Gebiet mehr als je zuvor)
*Soehnles und Maennles Geburtstagsfeier und ihre Willkommensfeier in einem Yakiniku-restaurant
*eine Fahrt zum Vulkan in schoenstem Spaetsommerwetter
*Innenstadtunsichermachen mit mir
*ein Sonntagsfruehstueck mit einer Freundin von mir
*ein Ausflug auf den oertlichen Berg mit einem Besuch der Hoehle, wo ein beruehmter Samurai sich zum Meditieren zurueckzog.

Wahrscheinlich war da noch mehr, was mir bloss nicht auf Anhieb einfaellt.

Mal sehen, was so die naechsten 8 Monate bringen werden.

P. war sich leider nicht ganz sicher, ob sie dem Teezeremonie- oder dem Kimonoanziehklub beitreten sollte und hatte sich (irgendwo tief im Herzen leider) fuer den ersteren entschieden. Aber solange sie Spass damit hat, was soll’s!