Tag- und Nachtgleiche

Da Maennle am letzten Wochenende nicht einen freien Tag hatte, bestand ich darauf, dass wir zusammen am Feiertag der Tag- und Nachtgleiche etwas zusammen in Familie unternehmen wuerden. Nicht hundertprozentig begeistert, aber meine Einstellung verstehend liess sich Maennle auf die Tour ein.

Das Hauptziel sollte wie die Jahre davor das Okagura-Fest in Ogata in der Praefektur Oita sein. Wir fuhren also in die Richtung, mussten dann aber vor dem Eintritt in den riesigen Aso Caldera einen Umweg ueber die Kante des Berges fahren, weil an der Stelle ein durch das 2. Erdbeben ausgeloester riesiger Bergrutsch die Landstrasse versperrt hat. Wo wir schon einmal in der Naehe waren, entschlossen wir uns, zum Daikampou zu fahren, einem Aussichtspunkt, wo man einen genialen Blick ueber die Stadt Aso und auf den Vulkan hat. Eigentlich zumindest! Aber je weiter man auf den Berg kam, um so mehr hatte man einen Zustand, den mein Erzeuger immer treffendst als „Waschkueche“ bezeichnet.

Aber naja, trotzdem hatten wir unseren Spass. Die Kinder waren begeistert, durch Wolken fahren zu koennen. Und eine „kleine“ Franzoesin war von dem Spaziergang und dem kleinen Affen dort, der dort Kunststuecke trainierte, sehr begeistert.

Da uns dann unser Weg nach Ogata an dem Schrein von Aso langfuehrte, beschlossen wir doch, uns das Ganze mal anzusehen. Im Gegensatz zu seiner Freundin, die wegen „ich will keinen Elendstourismus machen“ ihren Ausflug nach Kyushu abgesagt hat, bin ich der Auffassung, dass man GERADE WEIL es die Erdbeben gegeben hat, solche Sachen nicht absagen darf, weil die fehlenden Einnahmen aus dem Tourismus die Leute dort noch mehr schaedigen, als es die Naturkraefte schon getan hatten. Wir liessen also auch unseren Obolus dort, der hoffentlich ein kleines Bisschen beim Wiederaufbau des wirklich schoenen Schreins helfen wird.

Mittlerweile war es Mittag, und nachdem die Maegen wieder voll waren, ging es weiter. Leider mussten wir eine knappe Stunde spaeter leider feststellen, dass das Fest wegen des trueben Wetters leider abgesagt wurde. Schade, aber leider nicht zu aendern.

Es ging zum Harajiri-Wasserfall, dem *hust* Niagara-Fall von Bungo. Ich mag den Wasserfall sehr, er ist nicht umsonst einer der 100 schoensten in Japan, aber Niagara? Wie auch immer, unsere Franzoesin fand ihn trotzdem sehr schoen, auch wenn durch den Taifun 2 Tage vorher der Fluss so gefaehrlich war, dass an im Fluss spielen echt nicht zu denken war.

Es ging auch laaaaangsam auf 3 Uhr zu, und da musste ja auch ein kleiner Imbiss her, so dass wir uns alle ein Eis im Gelato-ya am Wasserfall leisteten. Maennle und ich ueberlegten, ob wir uns Taketa oder einen anderen Wasserfall anschauen sollten, aber da die Kinder alle auf Wasserfall stimmten, fuhren wir dann zum nahegelegenen Chinda-Wasserfall.

Dieser Wasserfall war wirklich NATSUKASHII (erinnerungenweckend) fuer Maennle und mich, weil wir ihn zufaellig entdeckten, als wir mit unserem ersten Jahres-ATS eine Tour zum Harajiri-no-Taki machten. Das war fast 10 Jahre her.

Die Kinder genossen den kleinen Spaziergang zum Wasserfall und spielten zwischendurch entweder mit Oneechan, ihrem Papa oder mir. Es war echt eine schoene Tour.

Maennle entschloss sich dann, so langsam richtig Heimat zu fahren, als er kurzfristig einen Abstecher zum Ken-o Flugplatz machte, wo seine ehemalige Fakultaet eine Aussenstelle hat. Freudig erzaehlte er so einiges 2 begeistert zuhoerenden Kindern, aber auch Oneechan und selbst ich, die die Erzaehlungen schon kannte, hatten ihren Spass dabei.

Nach dem Ausflug ging es zu einem Lokalmarkt noch Gemuese und ein paar leckere Oitaer Spezialitaeten kaufen. Und dann entschlossen wir uns, doch ein Onsen anzusteuern und entschieden uns fuer das, was wir mit J. vor 4 Jahren besuchten, als wir beim Aufraeumen der Flutschaeden in Aso mitgeholfen hatten.

Es war das erste Mal fuer Oneechan, so nackt in einem Onsen zu sein, aber sie fand es laut ihrer Aussage weniger schlimm, als sie gedacht hatte. Und vielleicht lag es ja auch daran, dass kaum Leute da waren, so gefiel ihr das Ganze richtig gut. Sie hatte mir jedenfalls gesagt, dass sie es gerne noch mal machen wuerde.

Zwischendurch gab es noch schnell etwas zu essen wegen der fortgeschrittenen Stunde, und dann 30 min spaeter waren wir auch wieder zuhause und bereiteten uns auf den naechsten Arbeits- und Schultag vor.

Trotz der Panne mit dem Fest und dem Waschkuechenwetter war es doch ein unvergesslicher Tag.

 

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