Die 4. Woche ist vorbei

Den Montag schlief eine kleine Finnin fuer japanische Verhaeltnisse seeehr lange (bis 9 Uhr) und hing dann auch den Rest des Tages ziemlich durch. Fuer den Nachmittag hatte Maennle eigentlich eine Fahrt zu fuenft zu einem Berg in der Naehe geplant, auf den ich mich auch freute, auch wenn ich merkte, dass es mir kraeftemaessig nicht allzu gut ging. Dann luden aber unsere 2 Kinder die ihre besten Freunde ein, mit uns mitzukommen und planten schon, wer dann bei wem auf dem Schoss sitzen (natuerlich angeschnallt!! *umkipp*) koenne, damit wir alle dahin fahren koennten. Die 4 Kinder waren schon so wild darauf, dass es einer mueden Finnin und mir noch leichter fiel, auszusteigen und Goettergatten die 4 Kinder zu ueberlassen. Dieser hatte auch gluecklicherweise null Probleme damit und schickte uns auch Bilder von freilaufenden gluecklichen Kuehen Kindern.

Der Dienstag war mit Hausarbeit und und Kamen Rider Fourze (ausgesprochen Metamorphose, die Schreibweise kommt von Four +ze(ro)) gucken ausgefuellt. Eine kleine Finnin hat naemlich ihre Liebe zu Kamen Rider Serien entdeckt, und ich muss zugeben, dass ich nach 4 Jahren auch wieder einmal Lust bekommen hatte.

Am Mittag hatten wir unsere Tour nach Oita geplant. Auch wenn eine Freundin von mir meinte, dass es auch dieses Jahr wieder eine Auffuehrung der Ontake-Okagura geben wuerde, so war ich doch etwas bis zu letzt verunsichert, weil ich absolut nichts zu der diesjaehrigen Auffuehrung finden konnte.

In der Gegend angekommen besuchten wir den wirklich wunderschoenen Harajiri-taki in Bungo-Oono-shi. An dem Tag standen auch die Higanbana in voller Bluete, was bei mir natuerlich noch mehr Freude aufkommen liess. Nach dem Spaziergang war es auch schon fast Mittag, so dass wir uns in einem nahegelegenem Michi-no-Eki (einem Rastplatz auf Landstrassen aehnlich der, wie es sie auf deutschen Autobahnen gibt) Mittagessen leisteten. Wir fragten dort nach der Okagura, aber es wurde uns mitgeteilt, dass es die offizielle Auffuehrung erst im November geben wuerde und an dem Tag „nur“ ein Volksfest in Ogata sei, sprich, das gleiche, wo ich vor 3 Jahren mit J. und Toechterle schon mal war. Und dort gab es auch Okagura, auch wenn die Atmosphaere nicht annaehern mit der in den Bergen an dem kleinen Schrein verglichen werden konnte.

Eine kleine Finnin fand es zwar interessant, aber hatte nach einiger Zeit auch sichtlich genug davon, dass sie mit Soehnle zusammen den „Jahrmarkt“ erforschte und auch so einiges ausprobierte und kaufte. Es zogen auch langsam richtig ueble Regenwolken auf, so dass wir uns doch lieber schneller als langsam in Richtung Auto begaben, insbesondere, weil ich die durchnaessten Sachen von vor 3 Jahren noch gut in Erinnerung hatte.

Auf dem Rueckweg nach Hause entschlummerte Soehnle relativ schnell, waehrend ich mich noch eine Weile mit L. unterhielt. Allerdings erhielt ich ploetzlich keinerlei Antwort mehr, und mal kurz zur Seite geschaut sah ich, dass auch sie den Kampf gegen die Muedigkeit verloren hatte.

Eigentlich war geplant, dass wir aus Zeitspargruenden zwischendurch noch ins Onsen gehen, aber ich beschloss mit Ruecksicht auf meine mueden Mitfahrer, dann doch das letzte anzupeilen, nur um dann leider festzustellen, dass es geschlossen wurde. (Nun ja, der Platz dieses Onsens war ja auch so etwas von unguenstig gelegen, dass es mich nicht wirklich ueberrascht hatte.) Gut, wenn dem schon so ist, dann kann ich ja wenigstens einer Freundin aus Schweden Hallo sagen und ihr unsere Finnin vorstellen. Die beiden wirkten sehr froh, sich zu treffen, aber in Angesicht des sich anbrauenden Regensturms beschloss ich doch lieber, schnell nach Hause zu fahren. Immerhin sollte am naechsten Tag meine Arbeit und die Schule unserer 3 Kinder wieder losgehen.

Am Donnerstag beschloss ich aufgrund zu erwartender Massenarbeit doch den Bus eine Stunde frueher zu nehmen. Ich hatte viel zu tun, aber gluecklicherweise auch wiederum nicht sooo viel, als dass ich spaeter als sonst nach Hause gehen musste. Dito am Freitag.

Der Sonnabend war mit Aufraeumen, Four-ze-gucken und Hausaufgabenmachen ausgefuellt, weil beide kleinen Kinder am Sonntag Schule haben sollten (Schulanschautag fuer die Familie). Toechterle kuendigte schon am Vortag an, dass sie unbedingt wuenschte, dass Oneechan mit in die Schule komme, damit sie fuer sie tanzen koenne.

Eine kleine Finnin war auch Feuer und Flamme fuer die Teilnahme, allerdings war sie sich unsicher, was sie sich anziehen solle. Als ich meinte „Ihre Schuluniform sei ausreichend.“, dachte sie erst, ich wuerde sie auf den Arm nehmen, bis ich sie darueber aufklaerte, dass hier Schuluniformen die formelle Kleidung fuer Schueler seien und Mittel- und Oberschueler aus der Verwandtschaft selbst ihre Schuluniformen zur Beerdigung des kleinen verstorbenen Freundes meiner Kinder trugen.

Die Schuluniform war dann auch genau richtig, denn sie weckte das Interesse der Leute, bis schliesslich eine Mutter von Soehnles Klassenkameraden uns darauf ansprach und selbst ihr grosses Interesse an der Aufnahme eines ATS mitteilte. Mal sehen, es waere ja schoen, wenn es naechstes Jahr oder so eine(n) KOUHAI (juengeres Semester, NachfolgerIN) fuer L. gaebe.

Am Nachmittag ging ich dann mit L. zur naechstgelegenen chemischen Reinigung, damit wir ihr HAPPI gereinigt wieder an meine Kimonolehrerin zurueckgeben koennen. Auf dem Rueckweg statteten wir noch dem oertlichen 100 Yen Shop einen Besuch ab, wo das Suessigkeitenregal sie in ziemlich grosse Aufregung versetzte. Diese konnte aber nicht annaehernd mit der Aufregung mithalten, als sie im neu eroeffneten Zweite-hand-laden jede Menge Animezeugs zu absolut bezahlbaren Preisen vorfand.

Ich fand sogar eine Kamen Rider Fourze Figur fuer sie, die sie zwar bewunderte, aber dann doch mit leichtem Bedauern ablehnte. „Du willst das Pueppchen garantiert!“ und zeigte ihr den Preis . Gerade mal 90 Yen (<80 cent) wollte der Laden dafuer sehen, so dass sie nicht 2 Mal darueber nachdachte. Da meine Kinder sich gerne mal um ihren  Fourze Switch streiten, kaufte ich ihnen auch einen Fire Switch, worueber sich die Kinder wie wild freuten, bevor sie sich wieder aus dem Staub zum Spielen machten. Und so war schon wieder ein schoenes Wochenende und eine schoene Woche vorbei.

Uebrigens erzaehlte mir L. heute, dass bewusst angefangen hat, gegen ihr Schuechternheitsgefuehl anzukaempfen und jetzt auch mehr mit den wesentlich kontaktfreudigeren Jungen ihrer Klasse auch mehr zu unternehmen. Sie mag zwar die Maedchen, aber ihr Lehrer hatte auch recht, als er sie als zurueckgezogen und schuechtern beschrieb.

Und sie erzaehlte mir, dass sie sich in mich verliebt hatte, noch bevor sie mich das erste Mal getroffen hatte. Das trieb mir bald Traenen in die Augen. Ich kam ihr Gefuehl auch mehr als gut verstehen, ich hatte vor ueber 24 Jahren ein aehnliches, als ich das erste Mal die Namen meiner Gasteltern nur hoerte. Bei meinem Gastvater dachte ich nur, du kannst ihn nur liebhaben. Bei meiner Gastmutter war ich mir nicht ganz sicher. Und das Komische war, dass es auch voellig so war. Bei meinem Gastvater war ich ihn und weg, bei meiner Gastmutter, die als waschechte Westjuetin eine Gefuehlslinie wie ein Strich hatte, war ich mir nicht so sicher, bis ich gelernt hatte, ihre hauchfeine Gefuehlsschwankungen zu lesen und zu sehen, was fuer ein grosses Herz diese tolle Frau hatte.

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