Ausflug auf die Inseln

In unserer Praefektur gibt es mehrere Inseln (Amakusa-Inselgruppe), die wegen ihrer Schoenheit so beruehmt sind, dass sie zusammen mit Shimabara, wo wir unsere ATS im letzten Fruehjahr hingenommen hatten, zu einem Nationalpark in Japan erklaert wurden. Ich war ja einmal mit J. vor 2,5 Jahren und einmal mit meinen Eltern von 1,5 Jahren hier, aber Goettergatte hatte es bisher noch nicht geschafft, sich die Inseln mal anzuschauen.

Allein der Weg schon dahin ist wunderschoen, das flache leuchtende Meer und die gruenen Huegel auf der anderen Seite – der September ist wirklich ein perfekter Monat zum Reisen, wenn er nicht gerade von Taifunen heimgesucht wird.

Die Bruecke, die das Festland mit den Inseln verband, zeigte sich absolut von seiner Schokoladenseite. Goettergatte und ich wurden so an seine Heimatstadt erinnern, weil die Landschaft sich doch irgendwie aehnlich sah.

Gleich an der Kueste der Hauptinsel hatte Goettergatte ein Aquarium ausfindet gemacht, das unbedingt besucht werden musste. Und zu meinem Erstaunen war es besser, als ich erwartet haette. Es bot auch eine Rundfahrt unter den Bruecken hindurch an, die die Inseln mit Kyuushuu verbanden. Eigentlich kann man mich mit Booten jagen, aber ich liess mich doch ueberreden mitzufahren und wurde sogar positiv ueberrascht, dass die Fahrt wirklich voll und ganz genoss. Selbst fuer meinen Geschmack war die Tour viel zu schnell wieder vorbei.

Dann ging es in das „Moechtegern-Aquarium“, so wie ich dachte. Aber jaja, man soll nie Sachen von aussen bewerten. Die Wahrheit dieses Spruchs sollte ich wieder mal schmerzlich zu spueren bekommen. Ja, im Vergleich zum Umitamago wirkt das Aquarium winzig, aber im Gegensatz zu ihm hat das Teilchen mehr mit einem Eisberg gemeinsam: Das Gros des Aquariums war naemlich unter Wasser gebaut, so dass das Aquarium um Welten groesser war als ich urspruenglich vermutet hatte. Und dazu war es auch qualitaetsmaessig besser als ich gedacht hatte. Jedenfalls genoss ich den Besuch aus vollen Zuegen. Es ist definitiv ein Ort, wo man Gaeste mal mit hinnehmen koennte und sollte.

In Amakusa und Shimabara hatten die Portugiesen relativ viel Erfolg mit dem Christianisieren. Zur gleichen Zeit wurden die dort lebenden Menschen so schwer uebersteuert, dass sie den Aufstand probten. Die Regierung liess sich das natuerlich nicht gefallen und liess 24.000, nach anderen Zaehlungen 37.000 Menschen ueber die Klinge springen, und der positive Zufall wurde dann auch gleich dazu genutzt, die gefaehrlich wirkenden Christen zu beseitigen. Allerdings liessen nicht alle Menschen von ihrer Religion ab, sondern fuehrten sie unter dem Tarnmantel des Buddhismus weiter. Das fuehrte zu sehr interessanten Mariastatuen oder genial ausgedachten Verstecken fuer christliche Symbole.

Amakusa bietet ein sehr schoenes Museum zu dem Aufstand und dem Kakure-kurisutan  , an dem selbst mein sonst nicht wirklich fuer Geschichte zu begeisternde bessere Haelfte sehr interessiert war. Das Museum lag auch landschaftlich sehr schoen, so dass selber die Fahrt und dann der Fussweg dahin ein echtes Erlebnis war. Nach dem Ende ging es dann aber wieder nach Hause, und dank dem Rueckfahrerstau ueber die einzige Brueckenzufahrt war die eigentlich nicht wirklich lange Fahrt nach Kyuushuu seeeeehr lang. Aber da es die Kinder entschaerft hatte, hatten wir mal wieder die Moeglichkeit, in Ruhe ueber alles Moegliche zu reden. Man muss halt nur das Positive sehen … ^^

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