1. Fahrt zur Schule

Als gute Japanerin war meine Freundin doch etwas nervoes, ihre allererste ATs alleine zur Schule zu lassen. Zugegeben, zur Schule hin ist das zwar nicht soo das Problem, aber beim Nachhauseweg kann man das Bussystem hier nicht gerade als auslaenderfreundlich bezeichnen. Da ihre Schule zufaelligerweise nur 5 min zufuss von meinem Arbeitsplatz ist, hatte ich ihr versprochen, dass ich sie dann zur Schule bringen und dann wieder mit nach Hause buxieren wuerde.

Da die Schule sie am ersten Tag um 8 Uhr bestellte, blieb uns also nichts uebrig, als den Bus um 7 Uhr zu nehmen. Und puenktlich kam sie dann auch zusammen mit ihrer Mama und kleinen Gastschwester, die sich natuerlich nicht nehmen liess, ihr aufregendes neues und vor allem eigenes ONEE-CHAN zum Bus zu bringen.

Die Fahrt war problemlos, der Morgenstau hielt sich in erstaunlichen Grenzen, so dass wir seeeehr viel Zeit hatten, unseren Weg bis zur Schule zu finden. Auch wenn ich jetzt nicht wirklich etwas mit ihr zu tun habe, wurde ich zu meinem grossen Erstaunen auch in das Gaesteempfangszimmer buxiert, wo wir auf den Klassenleiter warten sollten. Er stellte sich als seeeeehr netter Physiklehrer heraus, bei dem ich wirklich das Gefuehl hatte, dass M. mit ihm viel Spass haben wuerde. (Sie bestaetigte meine Vermutung auch spaeter mal.) Dann kam auch eine Englischlehrerin, die leider als erstes freundlich, aber sehr bestimmt darauf hinwies, dass M. ihre Ohrstecker rausmachen solle und sie diese bis zum Ende des Unterrichts konfiszieren wuerde. Das war mir insofern echt peinlich, weil mir das echt die ganze Zeit nicht aufgefallen war und ich sie vor dem Fettnaepfchen nicht bewahren konnte. Aber man muss es wahrscheinlich einfach unter Sh_t happens abbuchen.

M. sollte bis kurz vor 17 Uhr Unterricht haben, so dass ich sie bat, zu einem bestimmten Eingang meiner Arbeitsstelle zu kommen. Ich stuerzte also die Treppen hinunter und … keine ATS weit und breit zu sehen. Ach du gruene Neue! Erreichen kann ich sie leider auch nicht, weil sie zwar das Kindertelefon von ihrem Gastbruder geliehen bekommen hatte, aber ich bloederweise die Nummer nicht hatte.

Ich lief zu den anderen 2 Eingaengen und schnell wieder zurueck, aber leider war sie dort auch nicht. DOU SHIYOU? – Was soll ich jetzt nur machen? Als ich kurz vorm Verzweifeln war, kam auf mich ein Maedchen in der Schuluniform zu und fragte, ob ich auf M. warte. Mir fiel so ein Stein vom Herzen. Sie erzaehlte mir, dass sie, eine Freundin und M. vor dem Haupttor gewartet haetten und sie mich dann gesehen hatte. Es hat doch manchmal doch riesen Vorteile, wenn man als vielleicht einzige Europaeerin dort auffaellt wie ein bunter Hund. Das bedeutete also, dass ich doch noch ohne Probleme den Bus bekommen sollte und mit einer von ihrer Schule schwaermenden Franzoesin nach Hause fuhr.

 

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