Und weg ist sie…

Irgendwie kann ich es immer noch nicht fassen, dass M. nicht einfach heute abend oder morgen so wie immer nach Hause kommt.

Heute morgen um 7 Uhr hiess es Koffer ins Auto packen und gen Flughafen abzuduesen. Da WYS erfreulicherweise auf die Uebernachtung in Tokyo verzichtet hatte, fiel der Rueckflug nach Tokyo auf einen Sonnabendmorgen, perfekt fuer arbeitende oder Leute mit Schule, was sich natuerlich die besten Freundinnen von M. dazu benutzten, sie am Flughafen zu verabschieden. Und ploetzlich wedelte M. auch ganz freudig erregt mit den Armen und flippte bald aus, als sie zu ihrer grossen Ueberraschung sah, dass ihre ehemalige Klassenleiterin, die auf eine etwas entfernte Insel versetzt wurde, sich auch nicht hatte nehmen lassen, ihre Austauschschuelerin noch einmal zu sehen. Ich war auch sehr erfreut, nicht nur fuer M., sondern auch, weil ich mich schon lange bei ihr fuer die herzliche, freundliche Aufnahme bedanken wollte.

Natuerlich waren alle, auch ich, traurig, dass M. jetzt heimkehren wuerde, aber ich muss zugeben, dass ich mehr Traenen erwartet haette. Die Tatsache, dass man dieses Mal nicht alleine mit seiner Trauer ist, hatte zumindest mich auch sehr getroestet. Und es ist ja kein entgueltiger Abschied, wenn alles so geht wie geplant, dann kommt sie naechstes Jahr im Maerz zur Abiturfeier ihrer Klasse wieder und kann eventuell sogar noch die Einschulung von Soehnle miterleben. Mal sehen!

Die Einzigen, denen es wirklich gut ging, waren die Kinder, die in ihrem Startum wieder schwelgten, weil gewisse japanische Oberschuelerinnen ihrer klassischen Konditionierung folgten und unter KAWAII-Rufen tausende Fotos der Kinder machten, zu denen die Kinder nur zu gerne posierten. Und natuerlich auch beide Kinder gleich fuer ihre Oberschule rekrutierten.  Nichts von sichtbarer Traurigkeit auf ihrer Seite. Allerdings kamen nach dem Mittagessen besorgte Nachfragen von Soehnle, wann denn M. wieder nach Hause kommen wollte. Toechterle schien verstanden zu haben, dass die Zeit mit M. vorbei ist, aber trotz anderslautender Befuerchtungen auf M.s Seite schien ihr die Zeit trotz gelegentlichen Ausschimpfens durch ONEE-CHAN gefallen zu haben. Jedenfalls fragte sie mich am Abend, wie lange wir denn noch ATS aufnehmen wollen. Und als ich erstaunt/entsetzt fragte, ob sie denn genug davon haette, meinte sie, wir sollen es doch bitte schoen machen, bis sie in der KOU3 (Abiklasse) sei, weil es so viel Spass mache. Ein schoeneres Kompliment fuer M. kann es doch gar nicht geben, oder?

Den Tag benutzte ich fuer den Kampf gegen das werktaegliche Chaos, bis Toechterle und ich (Soehnle war schon im Reich der Traeume) abends dann ein laengeres Skypegespraech mit unserer naechsten ATS hatten. So traurig ein Abschied ist, so muss man nach vorne schauen und sein Leben weiterleben. Und wie ich sowohl M. als auch davor schon J. gesagt hatte: ein trauriger Abschied bedeutet, dass man ein tolles Jahr hatte. Dann hoffe ich mal, dass der naechste Abschied auch so traurig wird!

In dem Sinne noch einen schoenen Sonntag

 

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