Magische Winx

Unser Austauschschuelerle hatte mir mal im Herbst erzaehlt, dass sie frueher mal ueber eine relativ lange Zeit eine Trickfilmreihe namens „Winx Club“ geschaut hatte, bis ihr das Ganze dann einfach zu bloed wurde und sie aufhoerte, sich Zeit dafuer zu nehmen. Interessiert befragte ich eines Tages mal Mr. G*o*o*g*l*e zu dem Thema, und siehe da, mein neugieriges Toechterle zeigte sich voellig interessiert. Und als ich feststellte, dass es in den Weiten des Internettes auch eine deutsche Version gab, gab es gleich einen Grund mehr, ihn sich doch mal anzuschauen.

M. und ich finden es einfach nur witzig, ueber den Film zu laestern zu diskutieren. Teilweise fragen wir uns echt, wer die deutschen Dialoge geschrieben hat oder die Regie ueber die deutsche Synchronisierung gehabt hatte. Oder teilweise sich die Unstimmigkeiten in der Handlung oder in der Logik des Filmes auch so irre, dass wir sie einfach nur noch amuesant finden.

Meine Kinder dagegen lieben die Handlung und haben schon seit langem Charaktere zu ihren Lieblingen erkoren. Und es ist auch nur zu witzig, wenn ein kleiner Junge eine bestimmte Bewegung macht und „Magische Winx“ ruft. Toechterle scheint auch schon einige Woerter aufgepickt zu haben. Was will man mehr?

Ich frage mich manchmal, ob oder wo ich versagt habe, dass meine Kinder nicht fliessend ihre Zweitsprache Deutsch sprechen. Aber alle Muetter, die bisher stolz von solchen Erlebnissen berichtet haben, sprechen oder sprachen die Landessprache nicht oder nur mehr schlecht als recht und sprachen auch Deutsch bzw. Englisch mit ihrem einheimischen Ehemann. Ich redete schon mit meinem Mann Japanisch, als wir ueberhaupt noch nicht an Kinder dachten. Und ploetzlich nur wegen der Kinder unsere beider Sprache zu aendern kommt einfach nicht gut. Weiterhin wissen meine Kinder ganz genau, dass ich fliessend die fuer sie leichtere Sprache spreche. Es besteht also null Notwendigkeit fuer sie, auf das durch weniger Input und Uebung viel schwerere Deutsch zurueckgreifen zu muessen. Und sie wissen ganz genau, dass es eine Luege ist, wenn ich behaupte, ich verstehe sie nicht. Insofern muss ich wahrscheinlich einfach nur froh sein, dass sie das Niveau haben, dass sie haben, und einfach hoffen, dass sie selber spaeter bewusst daran arbeiten wollen.

Einen grossen Vorteil haben meine japanischen Kinder aber doch gegenueber ihren Altersgenossen: Sie haben keine Angst vor fremden Sprachen und nur einen Teil oder gar nichts zu verstehen. Eine Teile von Winx konnten wir leider nicht auf Deutsch finden, so dass wir uns letzten Endes die englische Version anschauten. Sprich eine, wo sie so gut wie nichts verstehen duerften. Aber trotzdem kam kein Protest wie frueher, sondern sie schauten auch jetzt die Serie wie gebahnt an. Selbst nur das duerfte ihnen spaeter helfen, falls sie doch noch selber andere Sprachen lernen moechten. Von der japanischen Schule her darf man ja da nichts weiter erwarten, schlechter als hier kann man Sprachen wohl kaum noch unterrichten.

 

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Ein Kommentar zu “Magische Winx

  1. Mach dir nicht so viele Sorgen wegen der Zweitsprache. Ich finde, dass du das gut machst.

    Ich hatte glaube ich mal erwähnt, dass N. Halbspanier ist, oder? Er spricht die Sprache nur teilweise aktiv, das meiste ist passiv. Aktuell lernt er in der Schule Spanisch und ist seinen Klassenkameraden immer große Schritte voraus. Viele Worte kennt er ja schon, er braucht sie also kaum wiederholen und kann sie dann auch aktiv. Auch die grammatischen Strukturen sind für ihn kein Problem, weil er sie ja schon kennt.
    N.s Mutter spricht oft mit ihren Söhnen spanisch, aber sie spricht eben auch fließend deutsch und die Umgangssprache in der Familie ist deutsch.
    N.s Bruder spricht übrigens fließend spanisch. Er hat oft Zeit in Spanien bei den Großeltern verbracht, die leider verstorben sind, bevor N. alt genug war, um hin und wieder die Ferien dort zu verbringen und aktiv zu sprechen.

    Mein Cousin und meine Cousine sind Halbtschechen. Ihre Mutter spricht eher selten tschechisch mit ihnen – und dennoch verstehen sie ein wenig. Sie haben ihre Mutter manchmal telefonieren gehört und die tschechische Oma spricht im Gegensatz zum Opa kein deutsch. Die Situation war wohl sehr komisch, als mein Cousin mit 5 Jahren plötzlich zum Erstaunen seiner Mutter einen Topf suchte, weil die Oma, die gerade zu Besuch war, danach gefragt hatte. Die Mutter hatte nicht gewusst, dass er etwas versteht.
    Jetzt ist er 15 Jahre alt und hat im letzten Sommer 3 Wochen in Tschechien verbracht. Das hat ihn nochmal sprachlich weiter gebracht.

    Durch das ATJ bei euch habe ich viele grammatische Strukturen des Japanischen schonmal irgendwo gehört. Mir fällt es deutlich leichter mich damit zurecht zu finden und zwar weil ich es schon kenne und ein wenig Gefühl für die Sprache entwickelt habe – und das, obwohl ich nur ein Jahr da war und deutlich älter war als deine Kinder jetzt sind. Überleg mal, wie viel sprachlichen Input sie allein vom Sprechen mit dir und etwas Serien schauen bekommen haben werden, wenn sie so alt sind wie ich, als ich mein ATJ gemacht habe!

    Die Kinder hören viel und verstehen was du sagst. Das sind doch sehr gute Voraussetzungen. Leider ist Deutschland nicht gerade um die Ecke und Flüge sind nicht gerade preiswert. Ihr und die Kinder seid uns jederzeit herzlich willkommen.
    Spätestens wenn sie hier etwas mit anderen im gleichen Alter unternehmen möchten, werden sie doch gezwungen sein Deutsch zu lernen (so wie ich damals, weißt du noch?).

    Vielleicht kannst du DD, sollte sie weiter auf eine Reise nach Deutschland beharren, vorschlagen, gemeinsam mit dir ein deutsches Kinderbuch abwechselnd zu lesen. Ich meine, dass ich Jim Knopf bei euch gelassen habe. Da sind ein paar Bilder mit dabei, es wäre eine Herausforderung und falls sie anfangs noch nicht alles versteht, könntest du im Anschluss (oder davor?) an ein Kapitel ein paar Folgen der Puppenkiste oder der etwas neueren Zeichentrickserie anschauen.
    Eine tolle Belohnung, wenn sie das dicke Buch geschafft hat, wäre dann -falls machbar- natürlich Deutschland 😉

    Falls du für den Anfang einfachere Bücher brauchst, kannst du mir gerne Bescheid geben. Ich hatte früher mal welche für Vorschulkinder, in denen einige Wörter durch kleine Bildchen ersetzt waren. Meine Eltern lasen den Satz und ich durfte das Bildwort sagen („Das Mädchen isst ein leckeres „Bonbon“.“ usw.). Das hatte mich als kleines Kind sehr motiviert lesen zu lernen. In der ersten oder zweiten Klasse wollte ich schließlich mit meinem Vater den dicken Wälzer „Jim Knopf“ unbedingt lesen.

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