Paesse und Kimonos

Bis zum unserem Abflug waren es nicht einmal mehr 4 Wochen, so dass GG langsam doch die Passbeantragung fuer die Kinder in Angriff nehmen wollte. Allerdings kamen so viele Sachen dazwischen, dass sich das immer weiter nach hinten verschob, bis er dann aber am Donnerstag die Paesse endlich abholen konnte. Jetzt koennen wir also die Visas beantragen und dem an Sorgenmachsyndrom leidenden Reisebuero endlich die letzten gewuenschten Daten zu Hotel, Pass- und Visumsnummer melden.

Fuer mich ergab sich da aber noch ein anderes Problem, naemlich das, was ich anziehen koennte. Gastkind Nr. 0 hatte gesagt, dass sie sich wahnsinnig freuen wuerde, wenn wir japanische Kleidung tragen wuerden. Allerdings wuerden mich meine normalen fuer so etwas geeigneten Kimonos bei so etwas umbringen, da wir an den Tagen mit 35-40 Grad rechnen koennen. Und immerhin muessen wir wohl frueh eine Runde durch das Wohngebiet ziehen. Also wuerde nur ein Sommerkimono in Frage kommen, aber der, den ich besitze, waere fuer so etwas einfach zu einfach nur unscheinbar. Also ueberlegte ich mir, dass ich im schlimmsten Fall meine gut gebrauchte, aber farbenfrohe HITOE anziehen koennte, einen ungefuetterten Kimono, den man sonst in Japan im Mai bis Juni traegt. Allerdings ist auch der noch ziemlich heiss fuer die Temperaturen, mit denen ich rechnen darf.

Ich wollte aber die Hoffnung noch nicht aufgeben und nahm mir also am Mittwoch mal eine Stunde, einen Kimonoladen auszuchecken, in dem ich schon vor 1,5 Jahren mit J. zusammen so einiges bekommen hatte. Als ich nach HITOE fragte und meinen Grund mitteilte, schlug der Besitzer mir vor, dass ich doch lieber unter solchen Bedingungen zu Sommerkimonos greifen sollte. Ich dachte, ich hoere nicht richtig. „Ja, haben sie denn welche da?“ – „Ja, doch. Schauen sie mal.“ Er zeigte mir welche, und ich entschied mich fuer einen gruenen, der perfekt zu meinem FUKURO-OBI passen wuerde, den man fuer festliche Angelegenheiten benutzt.

Ich schaute mich auch gleich noch etwas um und sah einen wunderschoenen tiefgruenen AWASE-Kimono (einen gefuellten fuer Oktober – April), aber ich brauchte ihn nicht einmal anzuziehen, er konnte mir sofort sagen, dass er zu klein fuer mich bzw. meine Arme sein wuerde. Er zeigte mir zwei, die mir angeblich von der Groesse her passen wuerden, und auch wenn eine Stammkundin und ich doch etwas unsere Zweifel hatten, zeigte eine Anprobe, dass er voellig richtig lag. Der eine gefiel mir dann so gut, dass ich ihn mir zu kaufen ueberlegte und zu dritt suchten wir dann einen passenden Guertel und Zubehoer aus. Der Gesamtpreis schlug mich ja bald vom Hocker, nur mal gerade 6000 Yen (50-60 Euro). Und dazu bekam ich noch einen Unterkimono geschenkt, weil mein 2. Kimono sehr viel laengere Aermel als der Durchschnitt hat. Und er schenkte mir auch 2 Kimonotaschen dazu, weil ich beide so schoen fand und mich nicht wirklich entscheiden konnte, ob ich das huebschere Muster oder das praktischere Design (mit auch einem huebschen Muster) waehlen konnte. Das war aber auch ein Grund, warum ich mich am Wochenende hinsetzte und bestimmte Sachen umnaehte, damit ich sie benutzen kann, auch wenn da schon auch noch ein Teil anderer Dinge sind, die getan werden muessen.

Meine Kimonolehrerin hatte mir auch geschrieben, dass ich unbedingt vorbeikommen muesse, da das Jahr vorbei ist und der naechste Jahresbeitrag anfaellt. Daher nah ich mir die Zeit und meine neuerstandenen Kimonos und zog sie dort an. Erstaunlicherweise konnte ich es immer noch, auch wenn ich jetzt ueber ein halbes Jahr lang keine mehr angezogen hatte. Kambodscha kann also kommen, ohne dass ich mich schaemen oder meine Lehrerin ihr Gesicht verlieren muss, weil eine ihrer Schuelerinnen unmoeglich aussieht. Und ich habe auch wieder wahnsinnig Lust auf Kimono bekommen, so dass ich mir vorgenommen habe, trotz allen Aufwands unbedingt mehr Gelegenheiten zu schaffen, wieder einen anziehen zu koennen.

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