Die Feiertage sind zuende

Japan ist mit SHOUGATSU und den damit verbundenen nichtwegzudenkenden Aktivitaeten (BOUNENKAI -Trinktreffen mit den entsprechenden 2. oder gar 3. NachsaufbiszumMorgenpartys, Neujahrskartenschreiben und meist ziemlich unoriginellen Neujahrsgeschenken, einem Grossputz im ganzen Haus und dem Kochen der OSECHI-RYOURI, dem Neujahrsessen) schon seeeeehr geschaeftigt. Dazu kommen dann noch die frisch aus den Staaten importierten Gebraeuche in Bezug auf Weihnachten, und schon schafft Japan es wieder einmal, dass Urlaub und/oder Feiertage anstrengender sind als der gemeine Werktag. Daher hinken meine Blogeintraege doch ziemlich hinterher.

24.Dezember

Ich hatte mir freigenommen, auch wenn ich das Ganze als YOUJI – etwas zu tun – tarnen musste und meinem Chef gegenueber das Wort Weihnachten nicht in den Mund nehmen durfte. Mal von ATSle abgesehen war ich damit die Einzige, was irgendwie ein komisches Gefuehl war. Aber ich habe diesen Tag genossen, nach einem halben Jahr mal endlich wieder einen Tag fuer mich zu haben, an dem ich Dinge erledigen kann, die liegen geblieben waren. Und waehrend ATSle jetzt doch alleine die Kekse herstellte und buk, machte ich mich an eines unserer traditionellen Weihnachtsessen: TEMAKI-ZUSHI (Sushirollen, die man sich auf der Hand selber zusammenstellt), die mindestens genau so nett und fuer Kinder ein Erlebnis sind wie Fondue in europaeischen Kreisen. Und auch ATSle war voellig so begeistert , wie ich es mir erhofft hatte.

Goettergatte hatte mit den Kindern auch japanischen Weihnachtskuchen gekauft, der allen gut geschmeckt hatte. Und dann gab es Geschenke. Fuers ATSle gab es Ohrstecker von mir und Conan-Produkte von Goettergatten. Die Kinder waren auch ueber ihre Geschenke gluecklich, auch wenn sie sich voellig sicher waren, dass SANTA in der Nacht durch den nichtexistierenden Schornstein klettern wuerde und sie am naechsten Morgen doch noch einmal welche bekommen wuerden. Aber trotz dieser Enttaeuschung hatten sie ihren Spass und waren voll und ganz zufrieden.

25.-27. Dezember

Das waren normale Arbeitstage fuer Maennle und mich, so dass Toechterle in den Ferienhort und Soehnle trotzdem in den Kindergarten ging. ATSle genoss die Zeit zuhause und schrieb unter anderem Neujahrskarten an ihre Freunde. Fuer mich war die Zeit auf der Arbeit mit einem Grossdurchputz des Arbeitszimmer verbunden. Und am 27. veranstaltete mein Chef ein kleine Jahresendparty bei uns in der Abteilung, wo angestossen wurde und es japanische Partyleckereien gab und ich sogar noch neue Kollegen von mir kennen lernte, so ich denn ab April einen neuen Vertrag bekomme.

28.-29. Dezember

Das Wochenende war ich doch irgendwie einfach nur muede und benutzte es dazu, die Wohnung aufzuraeumen und die Gardinen im Schlafzimmer zu naehen.

30. Dezember

Das Wetter war zwar alles andere als warm, aber trotzdem schoen, so dass die Kinder mit Freunden erst auf dem Spielplatz gingen und dann bei ihnen zuhause spielten. ATSle und ich nutzten die einmalige Zeit, um uns bei Uniqlo mit noch weiteren Wintersachen einzudecken. Und auf dem Rueckweg statteten wir doch noch schnell dem neuen Sushiladen einen Besuch ab. Und da ja Goettergatte zuhause war, auch wenn er wegen seiner Arbeit Mittagsschlaf halten musste, gingen wir auch noch einmal die Karaokebox um die Ecke ausprobieren. Ich hatte bis dahin ATSles Erzaehlungen geglaubt, dass sie ja soooo schlimm singen wuerde. Aber dem war ueberhaupt nicht so, „fuer den  Hausgebrauch“ ist das wirklich weit mehr als ausreichend. Und sie schien auch ihren Spass gehabt zu haben, auch wenn Karaoke im Gegensatz zu ATS davon nie zu ihren Lieblingsaktivitaeten in Japan zaehlen wird. Aber das muss es ja auch nicht.

31. Dezember bis 2. Januar

Maennle hatte zu meinem Erstaunen die 3 Tage frei, so dass wir die Zeit zusammen verbringen konnten. Ich wollte noch ein paar Dinge fertigmachen, also ging Maennle mit den Kindern einkaufen, um noch ein paar Zutaten fuer Osechi zu kaufen. Das arrangierte er dann auch zusammen mit den Kindern, und sie erzaehlten mir mehrmals gaaaaaanz stolz, welche Teile sie denn gemacht haetten.

Abends brachte GG die Kinder ins Bett, waehrend ich noch etwas mit ATSle redete. Kurz vor 23.30 Uhr stiess dann wider Erwarten GG doch noch zu uns, und wir stiessen an, bevor die Nacht dann auch fuer uns losging.

Der 1. war doch sehr ruhig, wo nichts Grossartiges passieren sollte. Wir fuhren aber zu einem Kleidungsgeschaeft, das sowohl Gastkind Nr.2 als auch unser jetziges sehr mag, um … ja, warum eigentlich? Wo ich jetzt so darueber nachdenke, weiss ich gar nicht mehr, was der Ausloeser war. Eventuell war es ein Gespraech zwischen ATS und GV, in dem es um die FUKUBUKURO, die Glueckstueten zu Neujahr, ging. ATSle kaufte sich letztenendes auch eine mit 7 Kleidungsstuecken fuer gerademal 5000 Yen, auch wenn sie sich bei einigen Sachen nicht wirklich ganz klar war, ob sie die moegen wuerde. Zu ihrem grossen Erstaunen verliebte sie sich doch in das neue Outfit und war und ist 120%ig gluecklich darueber. Was mich persoenlich aber noch mehr ueberraschte, war, dass Toechterle ihre Kaufwuensche fuer ihre von Oma erhaltenen OTOSHIDAMA (kleine Tuetchen mit Geld drinnen, das japanische Gegenstueck zu Weihnachtsgeschenken) voellig umwarf und sich in dem Laden gleich 3 Roecke selber aussuchte und sie auch ganz stolz und alleine an der Kasse bezahlte. Von dem Restgeld haette sie u.U. doch noch einen einfachen Reifen kaufen koennen, aber auch der musste einem Buch ueber Jewelpets weichen, das seit der Zeit von beiden Kindern fleissig studiert wird.

Am 2. wollte ein gewisser grosser Junge mit seinen Alibikindern zu einer TOMICA Zugaustellung. Allerdings hatte sich mein Gesundheitszustand so stark verschlechtert, dass ich vorsichtshalber lieber darauf verzichtete. Das war die richtige Entscheidung, da es mir trotz der Hausarbeit nach dem Tag Erholung doch betraechtlich besser ging. Die Kinder kamen dann auch mit leuchtenden Augen zurueck, und selbst die jetzt nicht sooo von Zuegen begeisterte M. konnte dem Tag so einiges Positives abgewinnen.

3. Januar

Fuer GG hies das wieder Arbeit, so dass wir dann doch ueberlegten, an dem Tag etwas ohne ihn zu unternehmen. Eine gute Freundin von M. hatte ihr immer davon erzaehlt, wie weit sie von der Schule entfernt wohne und dass dort nur Kuehe seien. Da die Googlebilder wenig aussagekraeftig waren und ich die Gegend der Praefektur so wieso sehr mag, entschloss ich mich, einen Ausflug dahin zu machen. Wir fanden auch das Haus der Freundin, die allerdings nicht da war. Schade! Aber dann fuhren wir in die Stadt zum Stadtschrein und liefen die Treppen hoch, wo auch fleissig Fotos geschossen wurden. Allerdings verzichteten wir auf den letzten Blick auf den Schrein, als wir trotz der 2 Tage davor noch eine riesige Schlange von Menschen sahen, die dort beten wollten. Das kann dann ja ein legitimer Grund werden, doch noch einmal hierher zu kommen und es sich anzuschauen.

Nach einem Besuch an einem sehr malerischen Damm in der Naehe, einem Schreinbesuch, der mit einem Rueckweg ueber ein sehr feuchtes Reisfeld endete (Ja, ja, man sollte doch Hinweise ernstnehmen, die einem erzaehlen, dass es hier nicht weitergeht… *pfeif*), und einer kleinen Tour durch die Gegend ging es zu unserem Haus- und Hofonsen, auch wenn M. dann doch dankend auf den Onsenbesuch verzichtete. Allerdings hatte sie dort die Moeglichkeit, eine weitere Aktion von ihrer Liste zu streichen und konnte das erste Mal RAMUNE, japanische Brause in einer ganz eigenartig anmutenden Flasche zu trinken.

Und sie konnte auch eine andere Sache nicht ganz fassen, naemlich dass ich die Flaschen „einfach so“ aus dem Kuehlbrunnen vor der Tuer nahm und das Geld dafuer „einfach so“ in die Zahlschale an der Kasse legte. Stimmt, in Deutschland waere das eher doch undenkbar, weil sich dann doch wahrscheinlich zu viele die ungeschuetzten Flaschen als „Sie wollen es ja so, dass ich sie mitgehen lasse.“ interpretieren wuerden.

Es war ein schoener Tag, auch wenn an dem Tag irgendwie der Wurm drinnen war: Ich habe mich echt noch nie sooo oft verfahren wie an dem Tag, auch wenn es entweder keine schlimmen Verfahrer waren oder uns die Verfahrer zu unerwarteten Orten hinfuehrten, die wir sonst NIEEEE selber besichtigt haetten.

4. Januar

Eine aeltere Freundin von mir hatte uns eingeladen, und da jetzt doch wieder der normale Alltag eingetreten sein duerfte, rief ich sie an, ob wir sie heute besuchen koennten. Sie wollte erst sichtlich hoerlich bedauernd absagen, da sie fuer den Nachmittag schon eine andere Verabredung hatte. Aber als sie zu ihrer grossen Freude hoerte, dass wir durchaus auch auch frueh am Vormittag kommen wuerden, war sie Feuer und Flamme. Fuer uns war das auch perfekt, weil wir uns alle wieder daran gewoehnen muessen, dass es ab Montag wieder frueh fuer uns losgeht. Die Kinder maulten erst gewaltig, dass wir sie „so frueh“ wecken wuerden, aber als sie hoerten, dass wir zu Oma K. fahren wuerden, waren sie sofort wach.

Dort verbrachten wir dann auch sehr nette 2,5 Stunden, wo wir uns unterhielten und zusammen zum naheliegenden Schrein gehen. Ich ueberlegte, ob ich Gastkind Nr. 2 nicht doch einen Gute-Geburt-Talisman kaufen sollte, wie das hier ueblich ist. Aber irgendwie scheint z.Z. nicht die Saison davon zu sein. *schnueff* Trotzdem war es nett, auch wenn es viel zu schnell wieder nach Hause ging.

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