Weihnachten vorgefeiert

Eine Schwester unserer Kirche hatte mir gluecklicherweise mitgeteilt, wann unsere Kirche ihr Weihnachtsfest feiern sollte. Und es war – so wie es nur in Japan passieren kann – am 22. Dezember. Den Sonnabend nutzen wir fuer allerhand Vorbereitungen auf das gemeinsame Weihnachtsessen in der Kirche. ATSle wollte zusammen mit den Kindern Plaetzchen backen, allerdings stellte sie dann fest, dass der Teig dann noch mindestens 2 Stunden ruhen muss, so dass Weihnachtsplaetzchen vom Menue gestrichen wurden. (Das Plaetzchen ausstechen und backen holte sie dann alleine am 24. nach.) Ich selber machte einen Salat aus Tomaten, „Gruenzeugs“ und der mir immer noch relativ unbekannten Drachenfrucht, eine ungewoehnliche Kombination, die aber sehr lecker war. Dazu noch einen Avocadosalat. Diese Sachen waehlte ich ganz bewusst, um mal andere geschmackliche Alternativen zu dem zwar leckeren, aber doch immer gleichen Partyessen von Japanern anbieten zu koennen.

Als Nachtisch backte M. einen Kuchen nach unserem Hausrezept. Allerdings war der erste nicht so, wie er sein sollte, so dass wir den fuer den Hausgebrauch bestimmten und zu zweit bis spaet in die Nacht noch einen 2. buken, der dann sehr positiv aufgenommen wurde, auch wenn er vom Kaugefuehl und Geschmack anders als der standardjapanische ist.

Kurz nach 10 Uhr ging es dann zur Kirche, wo sich M. mit mir an den Tisch setzte, auch wenn sie spaeter wie ihre Vorgaengerin auch doch aufgab und sich ihren Japanischaufgaben widmete. Die Kinder freundeten sich ruckzuck mit den anderen an, und schon ging es es jubelnd ins, durch und aus dem Spielzimmer wieder raus.

Nach dem Gottesdienst deckten wir den Tisch und hatten dieses Mal allerding nur eine Stunde zum Essen und Reden, weil ab zwei Uhr dann zu meiner grossen Ueberraschung und Freude ein Weihnachtskonzert von einem Professor aus der Stadt, seiner Frau und einer Musikstudentin sein sollte. Das Konzert war wirklich schoen und viel zu schnell zuende, bevor es dann ans Aufraeumen der Kirche und Abwaschen des Geschirrs ging.

Zuhause angekommen stellte ich fest, dass ich eine Tasche vergessen hatte und fuhr noch einmal zur Kirche. Wieder zuhause angekommen sah ich eine elendig heulende 3-Jaehrige zwischen parkenden Autos stehen, die sich dann als missgelauntes, da voellig uebermuedeten Tochter einer bemitleidenswerten Mutter heraus, die absolut viel zu viel Gepaeck in beiden Haenden trug und sichtlich mit sich kaempfte, ob sie jetzt das Gepaeck oder ihre Tochter etwas warten lassen sollte. Ich schnappte mir also die etwas ueberrascht wirkende Kleine und trug sie zu ihrer Mama, was bewirkte, dass ploetzlich Mama wieder richtig war und troesten und umarmen sollte. Als ich dann aber sah, dass die arme Frau echt Kind und Gepaeck zusammen tragen wollte, bot ich ihr an, ihr die Haelfte zumindest zum Fahrstuhl zu tragen.

Ich stellte dann fest, dass ihr Soehnle und meines im gleichen Alter sind und ging kurz zu meiner Wohnung, rief die Kinder, die absolut begeistert von neuen potentiellen Freunden waren und kommentarlos ihren Teil des Gepaecks schnappen und zur Wohnung der Familie trugen. Wir wurden dann auch prompt eingeladen, und 3 grosse Kinder sorgen auch schnell dafuer, dass sich die Laune der Kleinen verbesserte und sie mit ihnen durch die Wohnung flitzte. Das gab der Mutter Zeit, ihre Dinge wegzuraeumen. Und wir konnten diesen wirklichen schoenen Tag absolut genial mit Tee und Kaffeeklatsch abschliessen.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s