Neuer Kindergarten

In der Zeit, wo die Kinder nicht da waren und nicht mit dem Bus fahren konnte, habe ich feststellen koennen, dass zwar die Busfahrt auch nicht wesentlich schneller ist. Aber durch die nicht notwendige Konzentration auf den Verkehr bin ich wenigstens nicht ganz so geschafft wie sonst immer. Und das ist etwas, dass verdammt wichtig ist. Allerdings ist jetzt schon eine Busfahrt am Morgen problematisch, weil ich zwar Soehnle wegbringen kann, durch die miese Busverbindung zum und vom Kindergarten Soehnle aber nicht abholen kann. Aber wenigstens kann ich an Goettergattens Tagesschichttagen frueh mit dem Bus fahren, waehrend er dann seinen Lieblingssohn dann abholt. Nach unserem Umzug faellt das aber voellig als Option weg, dazu kommt auch der relativ hohe Betrag pro Monat fuer den ungestuetzten Kindergarten und die noch weitere Strecke bis zur Arbeit bei staendig steigenden Benzinkosten (162 Yen /l), so dass wir jetzt wirklich einen Wechsel auf einen oeffentlichen oder zumindest oeffentlich gestuetzten in der Naehe der neuen Wohnung in die naehere Betrachtung gezogen haben.

Goettergatte hatte sich an seinem freien Tag mal beraten lassen, weil wir jetzt durch meine Arbeit auch die Moeglichkeit darauf haetten. Allerdings mussten wir lernen, dass man sich nicht einfach so bewerben kann, sondern wir mit dem Kindergartenkind zusammen den Kindergarten besucht haben muessen, bevor wir die Bewerbungspapiere abgeben koennen. Und das muss fuer den Folgemonat bis zum 20. passieren. Leider kamen ja die Kinder erst am 18. nach Hause, so dass wir uns die Besuche von 2 Kindergaerten fuer den letzten Tag der Frist vornehmen mussten.

Erstaunlicherweise hatten wir Glueck, dass die 2 Kindergaerten in Laufentfernung zu einem moeglichen Bus zur Arbeit eventuell in Frage kommen wuerden. Der eine am Vormittag erklaerte sich sogar noch bereit, die Bewerbungspapiere zum Rathaus zu faxen, damit wir die Frist noch einhalten koennten. Er war auch nicht soo schlecht, die Tochter unserer frueheren Nachbarn und eine ehemalige Freundin von Soehnle aus dem jetzigen Kinderkindergarten waren bzw. sind in dem Kindergarten ganz gluecklich. Was mich persoenlich etwas toll nervte, war die Leiterin oder Stellvertreterin, die gar nicht darueber hinwegkommen konnte, dass ich Deutsche sei. Und ja, sie konnte ja sehen, dass ich Deutsche und keine Amerikanerin sei und ueberhaupt sei ja Deutschland soooo toll. Und ihre Tochter oder Nichte habe da wohl Austausch hingemacht und haette innerhalb von einem halben Jahr fliessend Deutsch gelernt. Und ueberhaupt sei Deutschland sooo toll und natuerlich konnte sie mir sofort ansehen, dass ich Deutsche sei… blablabla… Das fuer die naechsten 18 Monate oder so staendig anhoeren zu muessen wird ganz schon viel Nervenkraft kosten.

Was ich auch etwas nervig fand, war die Tatsache, dass sie lieber einer total fremden Oma aus der Nachbarschaft erlaubt haetten, meinen Sohn abzuholen, falls mal was sein sollte, als dass sie das unserer fast 19-jaehrigen Austauschschuelerin erlaubt haetten. „Sie ist ja kein SEIJIN -Volljaehrige-, daher gehe das nicht. Wir hatten Aerger mit einem Mittelschueler, daher machen wir das nicht mehr.“ Also denkt mal ein bisschen rational!! *grummel* Zwischen einem 12-14jaehrigen Jungen und einer 19jaehrigen Faststudentin ist wohl ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Ausserdem  waeren wir auch Nr. 4 oder 5 auf der Warteliste, daher dauert das ehe noch. Aber zumindest waeren wir dann erst einmal im System drinnen und koennten mit etwas Unterstuetzung von der Stadt rechnen.

Am Nachmittag fuhren die Kinder und ich dann zum 2. Kindergarten, der uns von der Homepage her besser gefallen hatte. Aber man soll ja nicht alles glauben und sollte erst einmal das Objekt in Realitaet sehen, bevor man sich entscheidet. Die Anlage was definitiv von aussen her schoener, und mir gefiel auch, dass hier keiner rumwunderte oder irgendwelche Beruehrungsaengste hatte. Sie wollten eigentlich nur wissen, ob ich lieber Englisch sprechen wolle und ob Soehnle denn Japanisch oder doch eher mehr Englisch spraeche. Eine der Erzieherinnen war wohl 2 Jahre in den Staaten und sprach deswegen Englisch und haette gedolmetscht oder sich um Soehnle gekuemmert, wenn er sich nicht auf Japanisch haette ausdruecken koennen. Aber als sie hoerten, dass Soehnles erste Sprache Japanisch ist, er plapperte auf sie los, als ob er sie seit Ewigkeiten kennen wuerde, und man auch ueber mein Japanisch nicht meckern kann, gingen alle zum Tagesgeschaeft ueber und erklaerten mir die Erziehungsprinzipien des Kindergartens.

Der Kindergarten stellt Bewegung und Sport in den Vordergrund, und ausser bei Regen sind die Kinder wohl draussen auf dem Hof oder im Park gleich neben dem Kindergarten. Das klingt doch nicht schlecht und ist auch wichtig, finde ich. Der erste Kindergarten hatte das auch gemacht, weil er einen riesigen Park und mehrere kleinere in Laufentfernung hatte. Nur der jetzige hatte dazu weniger die Moeglichkeit, auch wenn er zumindest morgens die Kinder auf dem Hof spielen laesst. Aber der liegt auch an einer Ausfahrtsstrasse, und wirklich gluecklich bin ich darueber nicht.

Ausserdem stellte sich heraus, dass z.B. eine von Toechterles besten Freundinnen in diesen Kindergarten ging. Und ein Teil der Kinder warten jetzt wohl auch auf die Fertigstellung des gleichen Hauses, so dass Soehnle dann Freunde nicht nur „um die Ecke“, sondern im wahrsten Sinne des Wortes „direkt vor der Haustuer“ haette. Sie wuerden sogar unserer ATS erlauben, Soehnle mal abzuholen. Als einzige Bedingung hatten sie gestellt, dass wir sie einmal offiziell vorstellen, damit sie sie als Familienmitglied kennen. Das Beste ist aber, dass uns der Leiter erzaehlte, dass am Morgen ein Kindergartenkind in der Klasse von Soehnle ab September nicht mehr kommen wuerde. Also wenn alles mit der Abmeldung und unserer Anmeldung klappt, besteht die durchaus gute Chance, dass Soehnle doch schon ab September in den neuen Kindergarten gehen koennte. *baff sei* Jetzt bleibt abzuwarten, was uns das Rathaus mitteilen wird.

 

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