Der erste Monat Arbeit ist um …

… und ich wage mein erstes Resumee Ich bereue es nicht, den Schritt gewagt zu haben. Das Nervigste sind doch die 7 km bis zum Arbeitsplatz, was gerne mal eine Stunde dauern kann. Die groesste Umstellung ist doch, dass wir eine bessere Routine erarbeiten muessen, wie wir verhindern, dass die Wohnung unter der Woche voellig im Chaos versinkt. Nach 12 h Wachsein und 10,5 h aus dem Haussein habe ich naemlich nicht wirklich noch viel Energie, mich mit Freude auf den Haushalt zu stuerzen, und alles, was ich vorher waehrend des Tages machte, noch bis zum Schlafengehen zu machen. Goettergatte hat zwar angefangen, um Welten mehr als vorher zu machen, wofuer ich sehr beneidet werde, weil das so in Japan alles andere als normal ist. Aber er ist noch nicht an dem Punkt, dass er Arbeit einfach sieht, so dass trotzdem noch zu viel liegenbleibt. Und so, wie das eine bekannte Bloggerin von mir in Deutschland macht, dass man sich einfach eine Haushaltshilfe holt, ist hier absolut unueblich.

Am 24. 6. war der letzte Arbeitstag der Dame, die mich innerhalb von 2,5 Wochen in ihre Arbeit einfuehren sollte, damit sie dann aufhoeren kann. Ab dann musste ich alleine klarkommen, was bei dem Umfang der Arbeiten alles andere als leicht war und ist. Aber ich glaube schon, dass ich das Gros der Arbeit verstanden habe. Meine Kolleginnen haben mir auch gesagt, dass ich immer kommen kann, wenn ich was nicht verstehe, weil sie mir helfen wollen. Und sie meinten das so sichtlich ehrlich, dass mir das ungelogen Traenen in die Augen trieb. Die Damen im Empfang scheinen mittlerweile so viel Vertrauen in mich zu haben, dass sie mich doch mal fragen, ob ich gewisse Sachen nicht fuer sie machen kann. Und in der letzten Woche kamen auch mehrmals Kollegen, die mich baten, englische Emails oder Vortraege durchzuschauen und ihnen zu sagen, ob sie verstaendlich sind und das Englisch richtig ist.

Nicht, dass ich mich annaehernd sicher oder wissend fuehle, aber ich konnte in dem Monat doch so einiges ueber Krebs lernen, und die gelegentlichen Fotos und Videos, ja teilweise sogar Lifeuebertragungen von Operationen erzeugen nicht nur leichtes Grausen, sondern auch mehr Interesse als je zuvor fuer die Materie. Und ich freue mich jedes Mal, wenn ich lesen kann oder hoere, dass ein Patient nach Hause entlassen werden konnte, weil es ihm oder ihr wieder besser geht. Auf jeden Fall bin ich gluecklich mit meiner Arbeit. Und mal sehen, was der Professor noch fuer Plaene mit mir hat. Vielleicht kann ich ja spaeter auch noch mehr mit meinem Englisch machen, was ja absolut cool waere. Und an meinem Japanisch kann ich auch weiterarbeiten. Selbst wenn mein Vertrag nicht verlaengert werden sollte, so wird mir das beim naechsten Mal auf alle Faelle wieder helfen.

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