Ranzen – Randoseru

Ich war ueberrascht zu lesen, dass Stiftung Warentest 2009 das Ranzenmodell unserer Tochter, den  M.c.N.e.i.l.l  E.r.g.o L.i.g.h.t C.o.m.p.a.c.t, fuer „Mangelhaft“ erklaert hat, weil deren Meinung nach die Reflektionsflaechen nicht gross genug seien. In Bezug auf Wasserfestigkeit oder Trageeigenschaften dagegen sei der Ranzen o.k. bis sehr gut, je nachdem, auf welche Seiten man schaut. Wenn das der Hauptausschlag fuer „Bestanden“ oder „Durchgefallen“ ist, was in aller Welt waeren dann die einfarbigen Lederranzen aus Japan, die nicht einmal Katzenaugen oder Reflektionsstreifen standardmaessig integriert haben? Von den geforderten Reflektionsflaechen mal ganz zu schweigen. Ja hier in Japan ist es durchaus nicht unueblich, im 100 Yen-Shop fluouriszierendes Klebeband zu kaufen und das dann auf den sehr gerne mal pechschwarzen Randoseru zu kleben. Und wieso erhalten dann die jetzt anscheinend wieder in Mode kommenden Lederranzen in Deutschland kein Mangelhaft, obwohl ich dort absolut nicht Reflektionsflaechenaehnliches sehen kann.

Naja, wie auch immer, sie wird wie alle ihre Mitschueler erst einmal die gelbe Kunststoffhuelle mit Kumamon benutzen, von der ich mal hoffe, dass sie reflektierend wirkt, wie sich das die Stiftung Warentest vorstellt. Und wenn dem nicht so ist, so wird sie leider das Schicksal ALLER ihrer Altersgenossen und aelteren und juengeren Schulkinder teilen, die ohne Reflektionsflaechen ueberleben muessen und ueberlebt haben.

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3 Kommentare zu “Ranzen – Randoseru

  1. Eigentlich ist es nicht so, dass nur Einheitsbrei zugelassen wird, sondern eher wie zu DDR-Zeiten, dass es nichts anderes gibt, weil saemtliche Ranzenanbieter japanisch sind und bis auf kleinere Variationen die gleiche Vorlage benutzen. Dazu kommt das von J. so verhasste „DENTOU DESU KARA“ (weil es Tradition ist)-Denken. Um nicht nur Negatives zu sagen, so hat sich auf dem Markt in den letzten 10 Jahren doch schon so einiges getan. Zu Kindheitszeiten meines Mannes war es Tradition und so auch sehr oft in den individuellen Schulregeln festgeschrieben, dass Maedchen einen roten und Jungs einen schwarzen Randoseru zu bekommen haben. Seit ca. 2000 bietet der Markt aber auch Randoseru durch das gesamte Farbspektrum an, und neben dem traditionellen Rot sind auch Pink, Hellblau und Zartlila grosse Renner bei Maedchen. Und Jungs tragen auch mehr und mehr andere Farben, wenn es auch meist so typische „Jungenfarben“ sind. Und es gibt auch einige Ranzen, die auf der Innenseite in das Leder Muster (meist Herzchen) gepresst haben oder dort mit 2-farbigen Leder arbeiten.

    Mich hatte bei den Randoseru am meisten geaergert, dass sie eben nicht einmal Katzenaugen haben und man Tape draufkleben muss und das man bei einem Grossteil nicht einmal Sachen in A4-Groesse reinbekommt, weil es hier in Japan Standard war, mehr mit den kleineren B-Groessen zu arbeiten. Allerdings setzt auch hier sich A4 immer mehr als Standard fuer Kopien oder Buecher durch, so dass man groessere Kopien immer falten darf. Und dann duerfen die Kinder noch 27 Tuetchen und Taeschchen in die Hand nehmen, weil sie eben nicht in den Randoseru packen koennen. Und fuer so etwas darf man dann schnell mal 400 bis 500 Euro zahlen.

    Fuer die deutschen Grosseltern meiner Kinder ist es etwas schwierig, die traditionellen Geschenke (Schuluniform, japanischer Schreibtisch (http://sapporotai-blog.com/wp-content/uploads/2011/06/krt5lpm268br.jpg)) zu kaufen, und da bot sich ein deutscher Ranzen doch nur an, da das ein machbares traditionelles Geschenk ist.

    Mein Mann kann auch nicht aus seiner Haut, und daher hatte er sich eben tierischst einen Kopf gemacht, ob ein deutscher Ranzen auch wirklich o.k. sei, weil eben die Tradition anders ist. Und ja, es gibt auch heute noch Schulen, die die Farben vorschreiben, und es war wirklich nicht abzusehen, was die Schule denken wuerde. (So eben, wie es sicher auch Schulen zu DDR-Zeiten gegeben hatte, die Ranzen vom Klassenfeind abgelehnt hatten. Aber meine war es z.B. nicht, und eine Mitschuelerin von mir hatte einen gelben S.c.o.u.t.) Jetzt ist das offizielle O.k. raus, und er ist auch beruhigt. Ich hatte es persoenlich anders gesehen, dass man schon mit Traditionen brechen muss, wenn man etwas Fortschritt will. Und damit meine ich mehr Offenheit und Toleranz fuer Dinge, die vom 0815-Standard abweichen. Und mehr Offenheit, mal ueber den Sinn und Zweck von Traditionen wie z.B. 85-Jahre alte Schuluniformen nachzudenken. Und da Schulregeln nichts von Randoseru muss „Made in Japan“ und aus Leder sein vorschreiben, breche ich auch keine Schulregel damit. Im Gegenteil, der Ranzen ist ja sogar traditionell rot.

  2. Hi, ich finde den Randoseru so genial und meine Tochter hat einen bekommen. Das mit dieser DinA4 Sache habe ich mir auch schon den Kopf zerbrochen aber ich denke wir werden deswegen eine Lösung finden! Mit den Reflektoren ist so ne Sache, wir werden sicherlich auch welche dran machen oder etwas auch Sicherheitsfolie plotten lassen. Mir gefällt das Einheitsding persönlich besser, es nervt den Kindern zu sehen zu müssen wie sie immer meinen das Bessere zu haben! Es ist ein Ding es hat keine Gefühle egal was da für ein Bild drauf ist! Hier (in Bremen) ist er schon mal gut angekommen, jetzt hoffe ich das er hält was die Japner versprechen und wir nicht so viele DinA4 Kopien bekommen.

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