Kimono und Augenarzt

Beim letzten Termin im Haus der Lehrerin von meiner Kimonolehrerin hatten wir einen Termin abgesprochen, wo ich mit dem Anziehobjekt Nr. 1 Toechterchen zum Ueben vorbeikommen sollte. Und natuerlich freute sie sich schon die ganze Zeit darauf und konnte es auch nicht lassen, selbst vor voellig unbeteiligten Leuten damit anzugeben. Und Soehnle brannte nur noch mehr vor Neid… . *seufz*

Nach einer guten halben Stunde waren wir auch gluecklich bei SENSEI angenommen. Sie begruesste uns, und prompt kam der erste Kindermund des Tages: „Wann kommt denn die Kimonosensei denn endlich?“ *umkipp* SENSEI sah es gluecklicherweise von der humorvollen Seite, erklaerte ihr, dass sie das sei, und entschuldigte sich sogar, dass sie dieses Mal keinen Kimono, sondern westliche Sachen trug.

Nachdem dieses Problem geklaert war, zog sich Toechterchen aus und liess sich unter den Anweisungen von SENSEI von mir den Kimono anziehen. Allerdings kamen dann die naechsten Wuensche, dass ich doch bitteschoen eine suesse Schleife binden sollte. Wir versuchten sie zu beruhigen, dass wir das vorhaetten, aber ganz liess sie sich nicht davon ueberzeugen.

Der aufwendige Knoten war halb fertig, und da gingen die ersten Beschwerden los, dass ich doch bitte so langsam zum Ende kommen sollte. Ich fing mich langsam an, noch mehr als vorher vor der Praesentation zu fuerchten, wie ich sie denn alleine vor allen angezogen bekommen sollte, wenn sie so wenig Geduld hat. SENSEI beruhigte mich etwas, indem sie mir versicherte, dass man kleine Kinder immer zu zweit anziehen muesse, der eine zieht an, der andere halt das Kind beschaeftigt.

Ich hatte vorsichtshalber Obento gemacht, auf das Toechterle auch hyperstolz war und es ausgiebigst SENSEI zeigen und bewundern lassen wollte. Zusammen mit dem Essen und etwas Kuchen und Kakifrucht wurde auch ein kleines Maedchen richtig satt.

Kakifruechte, oder wie auch immer die Teile in Deutschland heissen. J. kann mir das auch nicht sagen und meint, sie laufen auch unter „Kaki“.

Nach dem Essen hiess es auch wieder nach Hause fahren. Ein kurzer Einkauf, und trotzdem hatte ich noch so viel Zeit vom Nachmittag offen, dass ich beschloss, doch einmal zu schauen, ob der Augenarzt nicht doch gleich die Augen von Toechterle ueberpruefen kann.

Erstaunlicherweise hatte ich sogar Glueck, wir mussten nicht einmal lange warten, bis wir zur Untersuchung konnten. Toechterle spielte sogar perfekt mit und konnte alles bis 120% (1,2) sehen. Die erste Untersuchung durch den Arzt war sie auch noch kooperativ, aber bei der 2., der Ausleuchtung des Augenhintergrunds mit dieser kleinen Lampe, hatte sie das grosse Augenmodell so verstoert, dass sie jegliche Mitarbeit verweigerte. Der Arzt gab nach dem 2. Versuch auch auf und meinte, dass wir gerne ein 2. Mal wiederkommen sollten.

Gluecklicherweise hatte er aber trotzdem das Wichtigste gesehen: Es besteht zwar eine Tendenz zur Kurzsichtigkeit, aber anscheinend hat ihr Auge (noch?) genuegend Faehigkeit, um das auszugleichen. Ich hoffe mal, das bleibt so. Nicht, dass eine Brille schlimm ist, aber schoen ist sie auch nicht. Und hier in Japan sind Laserkorrekturen verpoent bzw. wird stark von ihnen abgeraten, so dass nur wenige Aerzte das ueberhaupt anbieten. Ganz zu schweigen, dass das nicht als Heilbehandlung gilt und somit auch nicht von den Krankenkassen nicht einmal in Ansaetzen bezahlt wird. Von einheitlichen Preisfestlegungen ganz zu schweigen.  Und die Preise dafuer sind happig: Sie liegen je nach Arzt zwischen 150.000 ~ 400.000 Yen fuer beide Augen.

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