Sommerferien – die Siebente

Die letzten 2 Tage unserer Urlaubsreise waren angetreten, und das hiess, die gut 150 km von Nahari nach Kuroshio zu fahren, wo die naechste Schule auf uns wartete. Wir fuhren fast die gesamte Zeit an der Kueste entlang durch idyllische kleine Doerfer und Staedte, aber auch hier konnte man die gleichen Symptome wie in Taiji sehen: Die Veralterung der Bevoelkerung ist gewaltig vorangeschritten, und es war schon ein Wunder, wenn man ueberhaupt mal jemanden unter 50 Jahren traf. Das macht einen schon traurig, weil Kochi auch wunderschoen ist.

Unser Weg fuehrte uns auch durch Kochi Stadt (Stadtumfuehrungen sind hier unbekannt, wenn es nicht gerade (die seeeeehr teuren) Autobahnen gibt, die um Staedte herumfuehren. Zwar hatten wir keine Zeit, uns das Schloss in Kochi anzuschauen, aber wir liessen es uns nicht nehmen, es doch einmal von aussen anzuschauen.

Gegen 15.30 Uhr und somit 5,5 h nach unserer Abfahrt in Nahari kamen wir an der ehemaligen Ninakawa-Grundschule in Kuroshio an. Auch hier handelte es sich um eine stillgelegte Grundschule, die aber der gleiche zweistoeckiger Standardbau wie schaetzungsweise 85% aller Schulen in Japan war.

Der Grund unserer Eile dieses Mal war, dass wir uns dieses Mal nicht entgehen lassen wollten, im Meer zu baden, was laut japanischem Denken nur bis 17 Uhr moeglich ist. Wir gingen also zur Schule, nur um festzustellen, dass beide Tueren fest verschlossen waren. *ups* Ich versuchte die Verantwortliche zu erreichen, aber ihr Telefon war ausgeschalten. Was machen wir jetzt? Zu allem Ueberfluss begann Soehnle auch noch ein dringendes Beduerfnis zu verspueren.

Ich ging also zum nahegelegenen Tante-Emma-Laden und fragte nach einer Toilette und erwaehnte, dass wir heute in der Schule uebernachten sollen und die Verantwortliche nicht erreichen koennen. „Ach so? Ja, hier ist der Schluessel! Bringen Sie ihn wieder, wenn Sie in nicht mehr brauchen!“ *ups* Na, was soll’s! Jedenfalls konnten wir auf den unvorhergesehenen Zufall hin unser Nachtlager inspektieren. (Es stellte sich spaeter heraus, dass die Verantwortliche an dem Tag auf dem Feld war und daher nicht zu erreichen war.)

Die Schule war auch innen genau die gleiche wie die anderen, die ich bisher besichtigt habe, nur dass sie nicht 3-5, sondern nur 2 Stockwerke mit weit weniger Zimmern pro Stockwerk hatte. Es gab eine gut ausgestattete Kueche, das Kochunterrichtszimmer, dass so wie es war uebernommen wurde und anscheinend immer noch benutzt wurde. Bei dem Blick auf den Klassenraum nebenan, wurde uns auch klar, warum. Dieser wurde naemlich als Cafe ausgezeichnet und bot an den meisten Tagen im Monat Fruehstueck und Abendbrot an.

Unser Schlafzimmer befand sich im Obergeschoss zum kuehleren Flussseite hin. Man hatte Tatamimatten in der Haelfte des Klassenraums ausgelegt, worauf die Futons ausgelegt waren. Zur Freude der 3 Kinder gab es eine Tafel mit Kreide, die dann mit allen moeglichen Kunstwerken und Inschriften verziert wurde. Und zur Freude der Erwachsenen gab es vor dem Klassenraum auch eine Waschmaschine, in der wir einen Teil der angefallenen Waesche durchwaschen konnten, was uns dann zuhause viel Zeit sparen wuerde.

Nach dem Auspacken ging es ans Einkaufen und dann zum wirklich schoenen Meer. Mich erstaunt ja immer wieder, wie stark die Wellen selbst an normalen Tagen im Pafizik sind, koennen sie doch leicht auch Erwachsene einfach wie Puppen umwerfen.

Waehrend wir die Kinder ins wirklich saubere und diesmal „besucher“freie Bad brachten und bettfertig machen, schaffte GG sich in der Kueche und zauberte uns ein Abendessen. Die Schulkueche ist natuerlich ein etwas anderer Standard als die in der Schule von Nahari, was man nach dem Erlebnis dort noch mehr zu schaetzen gelernt hat als frueher. Und dann war ein schoener Tag schon wieder viel zu frueh vorbei.

Am naechsten Tag hiess es frueh aufstehen, aufraeumen, Autoeinpacken und so schnell wie moeglich loszufahren, hiess es doch die Faehre von Yahatahama nach Beppu zu bekommen (130 km mit geschaetzt 3-4 h Fahrtzeit). Urspruenglich wollten wir die nach Usuki nehmen, aber das haette bedeutet, dass wir ueber die immer noch gesperrte Strasse in Aso haetten fahren muessen.

Ich habe spaeter mal gesehen, warum sie gesperrt war, der sintflutartige Regen im Juli hatten ein ca. 50 m langes Stueck der Strasse komplett weggespuelt, so dass man bis Ende September hin an einer Bruecke zur Ueberbrueckung des „Lochs in der Strasse“ arbeitete. Die urspruengliche Strasse ging hinten am Berg lang.

Um 16.oo Uhr waren wir endlich wieder in Kyuushuu, aber dann hiess es leider immer noch 2,5-3 Stunden Autofahrt ueber die Aso-Kuujuu-Bergkette. Aber so landschaftlich schoen, wie die Strecke auch ist, so nervt sie doch etwas, wenn man muede ist und nach Hause will. Selbst J., fuer die es vielleicht die einzige Chance ist, das mal zu sehen, nickte mehrmals ein und schlief friedlich mit je einem Kind im Arm. Aber kurz nach 19.00 Uhr war es dann trotzdem soweit, dass wir wieder unserer Wohnung Guten Tag sagen konnten.

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