Ausflug am Sonntag

Der Sonntag war der erste freie Sonntag in 3 Wochen, das Wetter war nach dem letzten Taifun auch endlich wieder schoen, so dass Goettergatte vorschlug, wir koennten doch mal einen Ausflug in den Sueden machen. Seine Hauptabsicht, wie ich im Nachhinein vermutete, war wahrscheinlich doch „nur“, noch einmal sehr leckere Nudeln zu kaufen, die es nur an einer Autobahnraststaette gibt. Aber wir wollen uns natuerlich nicht beklagen… *hehe*

Goettergatte machte sich auch daran, fuer jeden Onigiri (Reisbaellchen) in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen zu kneten und genuegend Tee fuer unterwegs vorzubereiten. (Danke, Schatz!!) Allerdings, als wir gegen Mittag an der angepeilten Raststaette ankamen, verspuerten sowohl er als auch ATS-le so eine grosse Lust auf das Essen da, dass sie sich doch noch Ramen und Katsudon-set kauften. Und trotzdem verschwand zu meinem grossen Erstaunen ein Grossteil der Onigiri in den Maegen kleinerer und groesserer Kinder.

Eigentlich hatte Goettergatte danach einen Besuch in Yatsushiro geplant, aber sowohl J. als auch waren schon mal da, so dass man doch die einmalige Chance nutzen sollte, lieber doch woanders hinzufahren. Also fuhren wir einfach mal kurzentschlossen nach Hitoyoshi.

Als erstes fuhren wir zu der Burgruine. Unten am Fusse befindet sich ein kleiner Tempel und ein shintoistischer Schrein mit einem See, von dessen Fische und Enten die Kinder voellig begeistert waren. Auf dem Rueckweg zum, wie ich dachte, Auto, sah J. eine Treppe, die sie dann zusammen mit dem voellig begeisterten Toechterle nach oben kletterte und wo wir 3 drei dann schliesslich auf – wie wir dachten einer Wiese ankamen. Da nichts weiter zu sehen war, gingen wir wieder runter zu meinem Maennle. Er war sichtlich enttaeuscht, dass er nicht auf dem Burgberg war, so dass wir uns entschlossen, doch noch mal die steilen Treppen mit ihm hochzulaufen. Ich war anscheinend einen Augenblick etwas abgelenkt und rutschte von einer Treppe ab, so dass ich mir meinen linken grossen Zeh so ungluecklich anschlug, dass er richtig wehtat, eine blaue Stelle bekam und zu allem Ueberschuss noch anschwoll. Danach war jeder Schritt schmerzhaft, aber ich schaffte es doch noch, bis nach oben zu humpeln.

Die Wiese dort stellte sich als die aeussere Grenze der Burgruine heraus, noch weiter hineingegangen konnte man doch sehr beeindruckende Reste der Burgbefestigung sehen.

Im Park entdeckten Goettergatten und die Kinder einen Baum, der Fruechte hatte, die wie eine Mischung zwischen Buchecker und Kastanie aussahen. Daraufhin begannen alle 4, diese Fruechte einzusammeln und einen Wurfwettbewerb zu veranstalten. Wer trifft einen Baum am haeufigsten? Das Spielchen ging gut 10 min so weiter, und die Kinder konnten kaum genug bekommen.

Auf dem Rueckweg nahmen wir einen anderen Weg hinunter und gingen um den Burgberg zurueck zum Auto. Es waere ein genialer Spaziergang gewesen, wenn da nicht mein kleines Fussproblem gewesen waere.

In Hitoyoshi befindet sich ein als Kulturgut Japans ausgezeichneter shintoistischer Schrein, den wir uns natuerlich nicht entgehen lassen wollten. Der Aoi Aso Jinja ist wirklich einen Besuch wert.

Beim genaueren Studieren der Umgebungskarte mussten J. und ich zu unserem Erstaunen feststellen, dass es allein in dieser kleinen Stadt sage und schreibe 26 Onsen gibt. Gleich neben dem Schrein sah ich auch das allererste KON’YOKU ONSEN 混浴温泉, ein gemischtes Thermalbad. Gehoert hatte ich schon, dass es diese traditionellen Baeder j.w.d. noch geben soll, wo sich Maennlein und Weiblein dann im heissen Wasser treffen können. Aber gesehen hatte ich noch keines. Goettergatte, unser zum Onsenmuffel tendierender Japaner, liess sich nicht dazu ueberreden, aber J. und ich liessen nicht locker, dass wir doch nicht einfach ohne Onsenbesuch nach Hause fahren koennten. Und ausserdem wuerde es doch leichter sein, wenn die Kinder schon sauber und gebadet sind, wenn wir wieder zuhause ankommen wuerden.

Wahrscheinlich, um endlich Ruhe zu haben *haha*, liess er sich trotzdem ueberreden, obwohl wir dann keines in Hitoyoshi, sondern das Sayuri Onsen im benachbarten Dorf Sagara besuchten. Der Komplex ist erstaunlicherweise riesig fuer so ein kleines Dorf. Auf meine Frage hin erfuhr ich, dass dort neben dem eigentlichen Onsen auch ein Hotel, ein Laden fuer oertliche Produkte und auch ein Schwimmbad mit einer riesigen Rutsche befindet, das aber nach guter japanischer Manier am 31. August die Pforten schliesst. Aber es ist auf alle Faelle mal einen Ausflug wert.

Auf dem Rueckweg lebten die Onigiris alle nicht mehr, und trotzdem hatten die Kinder noch Hunger. Also machten wir in der gleichen Raststaette auf der anderen Seite noch einmal Rast und fuetterten hungrige kleine und grosse Kinder. Und bald darauf kamen 5 muede, aber zufriedene Reisende wieder zuhause an.

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