Regenzeit

Seit Freitag ist auch unserer Stadt offiziell der Beginn der Regenzeit bescheinigt worden. 2 Tage spaeter als der Durchschnittsbeginn. Nun gut, Regenzeit hier bedeutet nicht wirklich 5 Wochen Dauerregen, sondern mehr selten blauer Himmel, viele Wolken mit immer wieder mal schnell einen Platzregen zwischendurch. D.h. die Wahrscheinlichkeit, Waesche draussen zu trocknen, sinkt auf einen Wert dicht um Null Prozent an. Selbst wenn es nicht direkt regnen sollte, dann ist die Luftfeuchtigkeit oft zu hoch, als dass Waesche wirklich gut trocknet. Man stelle sich vor, man wolle Waesche in der Feuchtsauna trocknen!

Dann ist die Regenzeit natuerlich die erste, wenn auch kleinere Periode fuer Taifune. Nun gut, im Gegensatz zu unserer alten Stadt dicht am Pazifik bekommt hier unsere Stadt auf der anderen Seite weniger haeufig Treffer ab, da sich „westliche“ Taifune dann doch eher von China oder Korea angezogen fuehlen. Aber die Wassermassen regnen sich natuerlich trotzdem hier ab.

Und je weiter die Regenzeit vorranschreitet, um so gesaettigter wird die Luft. Und das zusammen mit ueber 30 Grad ansteigenden Temperaturen bewirkt, dass die ganze Haut und auch alles klebt. Selbst jemandem nur mal die Hand geben ist schon eklig, von anderen Sachen mal ganz zu schweigen. Ohne Klimaanlage oder zumindest elektrischem Luftfeuchtigkeitserzieher kann man es kaum noch aushalten, so dass ich mir jetzt doch schon Sorgen mache, was wir mit J. machen koennten, da ihr Zimmer keine Klimaanlage hat.

Uebrigens bedeutete die Einfuehrung des westlichen Kalenders fuer Japan, dass Tanabata, das Fest der zur Strafe getrennten Eheleute Orihime und Hikoboshi, die sich nur an diesen Tag bei wolkenlosem Himmel treffen koennen, dass der 7. Tag des 7. Monats jetzt genau mitten in die Regenzeit faellt, so dass es schon an ein kleines Wunder grenzt, wenn dieser Tag die Rendezvousbedingungen erfuellen sollte.

Leider bedeutet das Ende der Regenzeit nicht im Geringsten, dass das Wetter „besser“ wird. Die Luftfeuchtigkeit bleibt so gut wie unveraendert bei zwischen 50-80%, dafuer steigen die Temperaturen noch weiter, gerne bis auf 35 Grad hier in der Stadt. Und die fast senkrecht stehende Sonne scheint alles niederbrennen zu wollen, was sich unter ihr befindet. Sommer war immer meine Lieblingsjahreszeit, aber jetzt ist es die, auf die ich mich am wenigsten freue. Die einzigen positiven Aspekte sind die diversen Sommerfeste und die Tatsache, dass Waesche, egal wie nass sie ist, innerhalb von 1,5 Stunden trocken ist.

Der Sommer dieses Jahr wird insofern auch …ehm …*hust*… spannend, weil zum jetzigen Zeitpunkt alle Atommeiler in Japan abgeschaltet sind und mit grosser Wahrscheinlichkeit es hoechstens die 2 Reaktoren in Oi (Fukui Praefektur) schaffen koennten, eingeschalten zu werden. In Kansai wird mit einer Menge von 15-20% der Strommenge von  2010 gerechnet, die beim jetzigen Stand der Dinge (wirklich oder auch nur vorgeblich) nicht abgedeckt werden kann. Kyuushuu rechnet mit 3-5% des Stromes, aber wenn ich so sehe, wie viele Japaner mit der Elektrizitaet bis jetzt umgegangen sind (24h lang Licht, Klimaanlage oder Fernseher laufen lassen, ohne das jemand da ist. etc.), dann sollte diese Menge an Stromsparen doch leicht drinnen sein, oder?

 

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2 Kommentare zu “Regenzeit

  1. Warum verwundert dich das so? Es leben doch noch andere Deutsche im Ausland, nur das es bei mir zufaelligerweise eben Japan geworden ist. Japan ist bei weitem nicht perfekt, aber es hat auch viele schoene Seiten. ^^

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