Besuch im Zoo

Ich hatte ueberlegt, was wir am Sonntagnachmittag machen koennten. Und irgendwie hatte die Idee, in den Zoo zu gehen, J. am meisten begeistert. Das war nun allerdings eine Ueberraschung fuer mich, weil ich echt nicht damit gerechnet hatte, dass sie so etwas so toll fand.

Da wir waehrend des Kirchenkaffees wieder mit allerhand leckren Sachen, einschliesslich richtig leckeren BIWA – japanischer Wollmispeln (nicht, dass das irgendjemandem etwas sagen wuerde) eingedeckt wurden, hatte keiner richtig von uns Hunger. Aber bis abends wuerde das ganze auch nicht durchhalten, und ich hatte noch Sandwichbrot (duenngeschnittenes Brot ohne die fuer Japaner als „schlechtschmeckend“ empfundenen Brotraender), so dass J. und ich uns entschieden, Sandwiches zu machen und im Zoo dann zu picknicken. Waehrend ich mich an den Abwasch, die Waesche und sonstige Vorbereitungen fuers Picknick machte, stuerzte sich J. freundlicherweise aufs Machen von leckeren Sandwichs. Dank der Hilfe waren wir dann doch gegen 2 Uhr in der Lage, in den Zoo zu fahren.

Ich hatte ja bisher die Temperaturen im Auto mit Hilfe von offenden Fenstern geregelt, waehrend Goettergatte doch schon sichtlich geschwaechelt hatte und die Klimaanlage benutzte. Gestern gab ich jedoch doch der Schwaeche in mir nach und schaltete sie an, weil die Sonne innerhalb von 2 Stunden das Auto auf gefuehlte 45 Grad hochgeheizt hatte.

Im Zoo angekommen knurrte allen langsam doch der Magen, so dass wir erst aufs Essen und dann aufs Anschauen optierten. Gleich neben unserem Tisch oder Sitzflaeche befand sich aber das Pinguingehege, und an genau dem Tag gab es die Moeglichkeit, Pinguine zu bestimmten Zeiten mit Fischen zu fuettern, was alle DREI Kinder dann natuerlich sofort machen mussten.

Nach dem erfolgreichen Energie- und Wassertanken ging es an das Anschauen der Tiere. Und J. machte gefuehlte 127 Bilder von den Tieren. Ich haette echt nicht gedacht, dass sie sich sooo dafuer begeistern koennte. Das Einzige, worueber sie etwas enttaeuscht war, war die Tatsache, dass man kaum mal einheimische Tiere ausgestellt hatte, sondern „nur“ die uebliche Palette von afrikanischen Savannentieren und sonstigen Felltieren aus Amerika, Europa, Festlandasien oder Australien, die entweder einen hohen Knuffig- oder Beeindruckendfaktor haben. Ich selber kann mich nur an 3 japanische Tiere erinnern:

  1. NIHONZARU, die Japanmakakken, die in Deutschland durch die Thermalquellen liebenden Schneeaffen  in die Schlagzeilen geraten sein sollten.
  2. TANCHOU, der Manschurenkranisch
  3. NIHONJIKA, die Sikahirsche, von denen einer es fuer noetig hielt, meine damals 19-monatige Tochter zum Rivalen zu erklaeren und mit aller Wucht am 24.12.2007 in Nara zu rammen. Gluecklicherweise ohne Verletzungen oder blaue Flecke, dank der Wir-schneiden-alle-Geweihe-ab-Zeremonie zwei Monate frueher. Irgendwann fahre ich mal hin und schaue mir das mit Genugtuung an. *haha*

Die Kinder fanden den Zoo auch toll, allerdings gibt es ein Gebiet auf dem Gelaende, von dem ich nicht sooo begeistert bin. Und zwar ist das ein Rummel mit jeder Menge teurer Karussels, Zuegen und anderem*), mit dem der Zoo wahrscheinlich die niedrigen Eintrittspreise von „nur“ 300 Yen (3 Euro) im Vergleich zu sonst um 2000 Yen auszugleichen versucht. Blicke auf die Karusselle resultierten automatisch in Noergeleinen, Betteleien und diversen Fluchtversuchen. Die Sonne, der daraus resultierende Durst und das Versprechen, am Getraenkeautomat am Eingang dann das Getraenk ihrer Wahl kaufen zu lassen, half dann aber doch, den so bewunderten Shinkansen und Co. zu vergessen.

*)Standardpreis 200-400 Yen, und dann gibt es auch nur eine Runde im Zug. Und Fahren-soviel-du-willst-Paesse gibt es nicht.

Leider hatte (gluecklicherweise nur) bei mir anscheinend alle Vorbereitung aufs Spazieren in der Sonne, sprich Hutaufsetzen, Sonnencreme einreiben und viel Trinken nicht ausgereicht. Abends ging es mir ziemlich dreckig, mein Koerper fuehlte sich an, als ob ich Fieber haette, so dass ich doch befuerchte, dass das konsumierte Wasser nicht ausgereicht hatte und ich mir eine leichte Version von 熱中症 geholt hatte. Gluecklicherweise hatte viel am Abend trinken und frueh ins Bett gehen das Ganze doch schon geheilt. Ja, die Sonne hier muss man echt respektieren und trotz aller schoenen Seiten, die Japaner gerne immer wieder ignorieren, auch die unangenehmen Seiten nicht unterschaetzen.

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Ein Kommentar zu “Besuch im Zoo

  1. Ja, der Zoo hat mir gefallen. 😀 Ich war schon vlt. 5 Jahre nicht mehr dort, mag Tiere aber unwahrscheinlich gerne. Außerdem liebe ich es zu fotografieren. Und Tierfotografie hat sich da direkt angeboten. 😀 Und es waren anfangs echt 127 Bilder, davon aber nur die besten rausgesucht und den Rest gelöscht. 😀 😉

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