Japanischlernen

Ich war, ehrlich gesagt, ueberrascht, wie gut unsere J. am Anfang schon Japanisch verstehen konnte, so dass man das Allermeiste doch dann auf Japanisch sagen konnte und nur bei sichtbarer Verwirrung auf ihrem Gesicht mal ein oder zwei Woerter ins Deutsche uebersetzen musste. So hatte ich grosse Hoffnung, dass sich auch ihr aktives Japanisch schnell verbessern wuerde. Zu meiner grossen Ueberraschung war dem nicht so, und das, obwohl ich noch mehr als vorher meinen Kindern gegenueber Japanisch benutzte, wenn sie dabei war. Ich hatte ueberlegt, ob ich eventuell am Ende des Monats mal mit ihr darueber sprechen sollte, aber das Gespraech ging dann von ihr aus los, dass sie einfach durch die Schule zu weit eingespannt sei, dass sie keinerlei Zeit habe, bewusst Japanisch zu lernen. Und das ist keine schlechte Ausrede! Hut ab vor dem Maedchen! Was sie fuer die Schule macht und wie sie sich ins Lernen reinsetzt, ist schon beeindruckend! Aber stundenlang mit Zahlen zu jonglieren hilft einem nun leider nicht, eine Sprache besser aktiv zu sprechen.

J. war selber mit ihren Fortschritten unzufrieden, aber da im April und Mai viele besondere Aktionen anlagen, wollte sie doch erst einmal bis zum Ende des Mais warten, um zu sehen, in wie weit Routine im Unterricht ihr doch Zeit lassen wuerde, besser an ihrem Japanisch zu arbeiten.

Die Entscheidung ueber den richtigen Zeitpunkt nahm uns oder besser mir WYS ab, als unsere Betreuerin mich am. 23.5. anrief und auch noch einmal telefonisch ueber den Stand der Dinge fragen wollte. Ueber irgendwelche Probleme kann ich nicht klagen, J. versucht, eine liebe Tochter zu sein, die Kinder beten ihr Oneechan an und ueberhaeufen sie mit Liebeserklaerungen und Heiratsantraegen. Und J. erwidert die Gefuehle, auch wenn es in puncto potentieller Schwiegertochter eher nicht so gut ausieht. Im Gegensatz zu der Thailaenderin von vor 3 Jahren versucht sie ihr Bestes, eine gute Balanche zwischen Schulklub/Freunden und Familie zu halten, so dass es auch dort keinerlei Beschwerden gibt. Also entschloss ich mich, doch J.s kleineres Problem zu erwaehnen. Nach einem Gespraech mit J. am Folgetag rief die Betreuerin auch in der Schule an, und N.-sensei hatte ein offenes Ohr fuer J.s Sorgen. Gestern sprach J. noch einmal mit ihr, und sie hat jetzt sogar 4 Stunden freibekommen, die sie fuer das Lernen fuer KANKEN (Kanjischreibtest) und entweder JLPT N2 oder wahlweise J-test A-D nutzen kann. Ich bin ja mal auf die Fortschritte gespannt.

Um ihr auch zuhause noch weiter aktiv zu helfen, nehme ich mir seit ca. 10 Tagen auch die Zeit, mit ihr zu lesen. Ihre Wahl fiel auf den Sailor Moon Manga, und auch wenn sie wenig Zeit hat zum Lesen, so halt sie doch die ersten 6 Kapitel durchgelesen und hat auch sichtlich viel Spass dabei. (Eigentlich beneide ich sie etwas darum. Da ich keinerlei Hilfe hatte, hatte ich mich damit echt vor 11 Jahren gewaltig gequaelt. Und es hat relativ lange gedauert, bis selbst Mangalesen Spass machte.) Und auch wenn ich es nicht nur darauf schieben will, so habe ich doch das Gefuehl, dass sich in den letzten 10 Tagen ihr Japanisch schon gewaltig verbessert hat.

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