Sportfest

Am Sonntag war also Sportfest, der Hoehepunkt im Mai, wofuer die ganze Schule wochenlang geuebt hatte und Gasttoechterle sich jeden Tag eine Stunde frueher als sonst aus den Federn erheben musste.

Wegen letzter Abstimmungen und Uebungen war J. schon vor 7 Uhr aus der Tuer, und wir 4 fuhren dann gegen 8.30 Uhr zur Schule. Die Schule hatte wirklich alles Moegliche versucht, mit den Schuelern zu machen, und es war klar sichtbar, dass alle Teilnehmenden einen Riesenspass hatten und ihr Bestes taten. Sportfest an einer japanischen Schule ist wirklich ein Hoehepunkt im Schulleben. Und das konnte man auch deutlichst in J.s Gesicht ablesen, worueber ich mich sehr gefreut hatte.

Allerdings kann ich auch die Aussage meines Mannes verstehen, dass spaetestens ab der Oberschule kaum noch Eltern zum Anschauen gegangen sind. Sicherlich war es auch ein grosses organisatorisches und technisches Problem in der Schule von J. Schuld, denn sobald man von dem absoluten Mittelpunkt des Feldes, sprich der Mittellinie plus/minus 10 m entfernt sass, hatte man kaum eine Moeglichkeit, auch nur irgendeinen der Taenze etc. zu sehen. Ja selbst die Musik oder Durchsagen kamen nur bruchstueckhaft oder gar nicht an. Wenn man das eigene Kind oder Gastkind laufen sieht, dann freut man sich schon und jubelt, aber man muss schon ein grosser Sportfan sein und Sportanschauen als Hobby haben, wenn einen das bei den gefuehlten 27.000 anderen Laeufern auch emotional bewegt.

Die Kinder schienen das auch so zu empfinden und setzten sich mehr oder weniger ab, um mit neugefundenen Freunden zu spielen und sich von den ONEECHANS der Schule bewundern und verwoehnen zu lassen. Mein Kleiner war natuerlich wieder die Populaeritaet in Person. Wenn ein 3-dreijaehriger Moechtegernmann 12-14 Jahre aeltere Maedchen mit „kawaii“ (Wie suess! Wie niedlich!) kommentiert und bei einer gut gebauten ploetzlich nicht mehr wiederstehen kann und doch mal austesten muss, ob etwas echt oder nicht ist, dann kann man eigentlich nicht mehr anders als herzlich lachen.

Und interessant fand ich, wie viele der meist Maedchen von sich sagten, dass sie mit J. befreundet seien. Ich fragte Gasttoechterle im Nachhinein mal nach ein paar Namen, aber auch sie schuettelte nur verwirrt den Kopf. Wahrscheinlich das mir nur zu gut bekannte Phaenomen: Japaner laeuft Auslaender einmal ueber den Weg, ist tief beeindruckt und erwartet nach 3 Woertern, dass man Freunde fuers Leben geworden ist und sich das Gegenueber genauso an einen erinnert, wie sie sich an ihn oder sie.

Der Hoehepunkt des Sportfestes war eine Panelbildvorstellung (Je nach Bildstueck wechseln die Schueler zwischen weissem und farbigen Panel und erzeugen so ein Gesamtbild) am Ende des Sportfests, und diese war von allen 3 Teams (Rot, Blau und Gruen) wirklich beeindruckend. Und auch wenn wir nicht wirklich den Leistungen der einzelnen Teams folgen konnten, so gewann das Blaue Team, zu dem auch J. gehoerte, doch irgendwie in den allermeisten Kategorien und den Gesamtwettkampf. Und dafuer freue ich mich wirklich fuer sie.

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