Gasttochter ist nicht da

Japanische Oberschueler haben kurz nach dem Schuleintritt in die neue Schule eine 3-taegige Schulungsfahrt, wo sie die Besonderheiten der Schule aufgeklaert werden, die Schulhymne und eventuell auch -gymnastik lernen sollen und natuerlich auch sich als Klasse und Klassenstufe besser kennen lernen sollen. J. Oberschule hatte urspruenglich geplant, dass sie nicht mitfahren sollte, weil „es ja nur fuer sie langweilig sei, wenn auf Japanisch die Lernmethoden fuer Mathe, Englisch und Japanisch vorgestellt werden.“ Daran denkend, wieviel Spass die Thailaenderin trotz noch weniger Japanischkenntnisse auf ihrer Seite und noch weniger Englischkenntnisse auf Seiten der Schule hatte, bat ich die Schule doch, ueber die Moeglichkeit nachzudenken, dass J. doch mitfahren koennte. Nicht nur, dass es fuer J. und auch ihre Mitschueler eine gute Erfahrung sein wuerde, es wuerde auch fuer die Schule leichter sein, weil sie sich dann keinen Kopf machen muss, was sie waehrend der 3 Tage mit dieser einen Schuelerin macht. Und die Alternative „in der Bibliothek lernen“ ist bestimmt auch nicht gerade aufregend.

Gluecklicherweise weiss kam das Ja der Schule, und J. packte ihre Tasche und fuhr freudigstrahlend mit dem Bus in die Schule. Den Kindern hatten wir sowohl am Abend davor als auch am Morgen gesagt, dass das Oneechan jetzt fuer 3 Tage nicht nach Hause kommen wuerde. Aber anscheinend hatten beide Kinder die Bedeutung nicht richtig verstanden. Am Abend des 18. war meine Grosse voellig enttaeuscht, dass Oneechan noch immer nicht zuhause sei und wollte wissen, wann sie kommt. Und mein Kleiner hatte wohl Halluzinationen und behauptete stock und steif, dass J. muede sei und schon im Bett schlafe, wo er sie gesehen hatte.

Das Spielchen wiederholte sie am Folgeabend, wo die Kinder wieder tierisch enttaeuscht waren, dass Oneechan nicht da war. Ein absolut glueckluch aussehendes, aber voellig uebermuedetes Oneechan kam am Freitag gegen 16.00 Uhr nach Hause, ass kurz etwas, erzaehlte waehrend des Imbisses, wie schoen und toll es war und verschwand dann in ihrem Zimmer, um bis zum Abendessen zu schlafen. Als die Kinder nach Hause kamen, kam Oneechan ihnen freudig entgegen, und eigentlich erwartete ich jetzt nach den 2 Tagen Enttaeuschung Freudenspruenge in Oneechans Arme. Und … nichts dergleichen! Ein kurzes Tadaima (Wir sind wieder zuhause.), und beide verschwanden im Wohnzimmer. Gluecklicherweise hatte es J. nicht persoenlich genommen, auch wenn mir persoenlich die etwas kalt wirkende Reaktion der Kinder peinlich war. Aber ich denke schon, dass die Kinder froh sind, dass jetzt alles wieder normal ist und seinen Gang geht.

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