2011 im privaten Rueckblick

Das Hasenjahr hatte ja so mit so einigem Unangenehmen, Gruseligen, Ueberraschenden und (falsche?) Hoffnungen weckenden aufzuwarten. Und auch ich wurde nicht verschont, wenn ich an den Tod meiner lieben Gastmutter denke. Aber erstaunlicherweise wenn ich an das Jahr denke, ist ein erster und alles andere ueberragender Eindruck, dass es ein gutes Jahr war, in dem ich sehr gluecklich war. Ja, ich musste meine Sachen packen und aus der Stadt wegziehen, die 10 Jahre lang meine neue Heimat war. Und ich vermisse sie immer noch. Aber unsere neue Stadt ist kein schlechterer Ort, nur einfach anders, wie AFS das gerne sagt. Wir haben als Familie ein ueberaus harmonisches Jahr miteinander verbracht und unseren neuen Lebensrhythmus gefunden. Die Kinder gedeihen und entwickeln sich toll. Mein Mann ist ein bessere Papa als je zuvor. Ich selber kann mir endlich einen Traum erfuellen und richtig vom Fachmann lernen, wie man Kimonos traegt, so dass sie nicht langsam nach einer Stunde wieder in ihre Einzelteile zerfallen. Ich habe meine Kirche und die tollen Leute dort kennen gelernt und freue mich, dass mein Mann diese Seite von mir akzeptiert und zu dem fuer ihn moeglichen Grad auch teilt. Meine erste Arbeit hat sich auch entschieden, und wenn es gut laeuft, werde ich vielleicht wieder angefordert werden. Alles in allem bin ich sehr gluecklich fuer das Jahr, dass uns persoenlich beschieden wurde.

Jetzt bleibt zu hoffen und sein Bestes zu tun, dass das Drachenjahr auch ein aehnlich gutes Jahr werden wird.

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3 Kommentare zu “2011 im privaten Rueckblick

  1. Oh, das ist toll, dass du ein gutes Jahr hattest. Meins war einfach nur Scheisse. Ich glaube das Schlimmste in meinem Leben.
    Das Erdbeben und die vielen (starken Nachbeben), die mich sehr geschockt haben dazu die Bilder vom Tsunami und dem explodieren Atomkraftwerk, welches ja bei uns etwas naeher dran ist. Und jetzt immer die Angst, was man essen kann und was nicht. Und natuerlich der Tod meiner Mutter.
    Ein Gutes hatte die Maerzkatastrophe aber, dadurch sind wir nach Deutschland gefluechtet und hatten noch ein paar schoene Wochen mit ihr.

  2. Ich weiss, und irgendwie muss ich immer gegen mein schlechtes Gewissen ankaempfen, wie ich mich gluecklich fuehlen darf, wo andere tagtaeglich mit solchen Problemen kaempfen muessen. Aber wenn ich so auf mein Leben zurueckblicke, so habe ich auch richtig schlimme Jahre gehabt, die ich teilweise meinem schlimmsten Feind nicht wuenschen wuerde und die mich teilweise auch heute noch verfolgen. Wenn ich daran denke, dann finde ich auch, dass ich einfach nur Dankbarkeit fuer ein schoenes Jahr empfinden sollte, das ja sogar mein letztes 厄年 sein sollte. Wer weiss, wie dieses oder die Folgejahre werden und inwieweit ich die Energie und Erinnerung von 2011 brauche, um durch die naechsten Tiefschlaege zu kommen.

    Der Tod meiner Gastmutter nimmt mich auch mit, aber den groessten Schock und den Kampf, das unausweichliche Ergebnis als Realitaet zu akzeptieren, hatte ich im Sommer 2009. Ich konnte von einem Besuch mal abgesehen alles tun, was man in so einer Situation tun kann und ihr meine Gefuehle und meine Dankbarkeit fuer alles mitteilen, so dass ich dieses Mal keinerlei Gefuehl von 後悔 habe. Der Tod selber kam fuer mich nicht mehr als Ueberraschung oder grosser Schock, sondern eher als Erleichterung, dass sie es ueberstanden hat und friedlich und im Gegensatz zu Opa in Wuerde von dieser Welt gehen durfte. Die Traurigkeit ist taeglich da, aber sie wohnt in meinem Herzen, und irgendwie habe ich das Gefuehl, dass sie mir naeher ist als je zuvor.

  3. Du brauchst doch kein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn man Glueck hat, sollte man das auch geniessen, sonst ist es ja kein richtiges Gluecklichsein mehr.
    Ich sag auch immer, dass mir die Leute im Norden leid tun, aber ich kann auch nichts aendern. Muss mich um mich selbst und Familie und Umfeld kuemmern. Manchmal muss man sich selbst am naechsten sein. Ist das falsch?

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