Das Erbe von Ex-Premier Abe

Der letzte Tag war gekommen, und es hiess, K. zum Flughafen zu bringen. Da wir darum gebeten hatten, sie direkt zum Flughafen zu bringen, hatten wir am Vormittag noch etwas Zeit, ein bisschen Zeit miteinander zu verbringen und den Morgen ruhig angehen zu lassen. Ich hatte mich entschlossen, seit Ewigkeiten wieder einmal deutsche Eierkuchen zu machen, die alle 3 „Kinder“ mit grosser Freude und Forderung nach Nachschlag assen.

GG kam von der Arbeit nach Hause, und er wollte K. gerne auch mit zum Flughafen bringen, auch wenn er auch die Wahl „schlafen“ gehabt hatte. K. wollte gerne noch einmal zu einem 100-Yen-Shop gehen, da wir so noch genug Zeit hatten, fuhren wir zu dem in der Naehe des Flughafens, wo K. noch einmal in Ruhe durch die Regale schaute und die letzten Mitbringsel fuer Familie und Freunde kaufte. Dann ging es zum Flughafen, wo wir auch die anderen 2 Familien trafen, die ihre ATS direkt zum Flughafen gebracht hatten. Und etwas spaeter trafen auch die anderen ATS ein, die von der Innenstadt aus den Zubringerbus zum Flughafen benutzt hatten.

AFS verteilte Sandwichsets und Wasser an die ATS, die sie als Mittagessen essen sollten. Die anwesenden Gasteltern kaufen ihr Mittagessen in den Geschaeften dort, und dann wurde das letzte gemeinsame Mittagessen zusammen geteilt.

Kurz vor 1 Uhr hiess es „Boarding“ fuer die ATS, und dann flossen die Traenen bei vielen Leuten. GG nahm die Kinder mit auf das Ausguckdeck, damit sie dem Flugzeug beim Start zuschauen und winken koennten. Ich blieb noch etwas da, bis die letzten ATS wegwaren, und ging dann mit einer anderen Gastmama zum Winken hin. Ich hatte mit den Traenen gekaempft, aber wir haben das Beste aus der Zeit gemacht, so dass nichts bereue und neben der Traurigkeit auch ein zufriedenes Gefuehl da war. Ich bin nicht die Einzige, die jetzt hofft, dass sie bald mal wieder vorbei kommen kann. Und ich hoffe, dass sie gut nach Hause kommt, da sich gerade ein Taifun auf die Philippinen zubewegt.

Ich hatte bis Mittwoch nicht wirklich verstanden, dass dieser Tag nicht nur der letzte Tag fuer uns sein sollte, sondern der letzte Tag eines Gastfamilienaufenthaltes im Rahmen des JENESYS-Programms sein sollte. Das Programm ist ein Erbe vom Expremier Shinzou Abe, der im Rahmen seiner „Wunderschoenes Japan“-Kampagne dieses Programm ins Leben gerufen hatte, um den Austausch zwischen Japan und Australien, Neuseeland, Ost- und Suedostasien zu foerdern und das gegenseitige Verstaendnis zu foerdern. Gerade dieses „Wunderschoenes Japan“-Motto, das in diversen, fuer mich unangenehme Erinnerungen an Patriotismusunterricht in der DDR hervorrufenden Aktionen ausartete, war der Grund fuer die Erstellung dieses wirklich tollen Programms, dass ueber 5 Jahre ueber 3000 Japaner und Auslaender auf einer persoenlichen Ebene zusammenbrachte. Etwas, dass Japan und Asien auch wirklich notwendig hat. Und dieses Programm wird mit 2011 leider auslaufen. Das ist das erste Mal, dass ich wirklich etwas Positives in Bezug auf diesen nationalistischen Ex-Premier empfinde und finde, dass er etwas Wichtiges angestossen hat, dass wirklich verdienen wuerde, weitergefuehrt zu werden.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s