Totensonntag in Japan

Ich hatte am letzten Sonntag gelesen, dass der folgende Gottesdienst dem deutschen Totensonntag entsprechen sollte. Aber ich hatte nicht die geringste Ahnung, was mich erwarten sollte und erwartete eher so etwas wie in Deutschland oder Daenemark. Sprich, einen normalen Gottesdienst zum Thema Totensonntag. Doch nichts haette mehr anders sein koennen. In der Kirche vor dem Altar waren zahllose Bilder aufgestellt. Ich dachte erst, dass es irgendwelche lokale Helden sind, aber nein, es waren die verstorbenen Lieben der Gemeindemitglieder, darunter auch die mit nur 35 Jahren an Krebs verstorbenen Schwester unseres Pfarrers.

Nach dem Gottesdienst wurde ein gemeinsames Essen organisiert, wofuer viele Mitglieder selbstgemachtes oder gekauftes Essen mitgebracht hatten. Im naechsten Jahr werde ich auch unbedingt Kuchen oder aehnliches backen. Waehrend des Essens stellten die Mitglieder ihre Lieben vor, und alle anonymen Fotos bekamen Gesichter. Ich hatte leider kein Foto meiner Gastmama zum Vorweisen, aber ich konnte darueber sprechen, und meine Traenen flossen. Auch wenn ein halbes Jahr vorbei ist, so tut es immer noch weh, an ihren Tod zu denken. Aber diese Gefuehle mit Menschen zu teilen, die mit mir fuehlen, auch wenn sie sie nicht kannten, hat mir wirklich geholfen und mich etwas erleichtert.

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