Doch mal wieder Gastfamilie ?

Am 3. November kamen die Unterlagen mit WYSs  Vorschlag zu einer moeglichen Gasttochter. Es ist ein Maedchen aus einer anscheinend sehr liebevollen Familie, die auch kein Problem mit kleinen Kindern und mit dem Fakt, dass ich eben kein Buddhist und/oder Shintoist, sondern Christ bin, haette. Die groesste Ueberraschung war aber noch, dass ich das Maedchen kenne. Nicht wirklich gut, aber sie stand mehrmals mit mir in Kontakt, weil sie sich verstaendlicherweise Sorgen ueber Fukushima und die Folgezeit machte und ab und zu auch mal was zu Japan oder Japanisch fragte.

Ich kontaktierte sie daher mal, teilte ihr mit, dass WYS darueber nachdenkt, uns zusammenzulegen, erzaehlte ihr ueber unsere Familie und fragte sie, wie sie persoenlich zu einer in Deutschland geborenen Gastmutter stehen wuerde. Besorgt wartete ich auf ihre Antwort. Und: sie wuerde sich sehr freuen, wenn sie zu uns kommen koennte. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben.

Sicher ist es noch nicht sicher, dass sie kommen kann, solange nicht eine Schule sich bereit erklaert hat, sie aufzunehmen. Aber es gibt hier ca. 20 Schulen, die von uns aus erreichbar sind, einschliesslich der Maedchenschule, die 2010 eine WYSlerin aufgenommen hatte. Und es kann einfach nicht sein, dass dieses Mal alle Schulen Nein, danke! sagen sollten. Das letzte Mal war es hauptsaechlich ein Zeitproblem. Mit der 6. Absage begannen die Sommerferien, und keine 6 Wochen spaeter sollten die Schueler kommen. Dieses Mal haette WYS ueber 4 Monate, mit Schulen in Kontakt zu treten. Und Frau N., der Leiterin von WYS Japan, war und ist die Sache auch extremst peinlich, so dass sie bereit zu sein scheint, Berge zu versetzen, damit sich das nicht wieder wiederholt.

Allerdings brachte mein Mann heute noch ein anderes, unvorhergesehenes Problem auf den Tisch: Unseren Vermieter. Sicherlich ist er kein schlechter Mensch, aber er gehoert dieser Gattung Kyuushuumaennern an, die hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft endlich mal aussterben: erzkonservativ, chauvinistisch, kaum offen fuer Neues, insgesamt ein Mann, auf den Lehrerparagraph 1 und 2 zutreffen. (Fuer die Leser ohne Schulkinder: 1.) Der Lehrer hat immer Recht. 2.) Sollte der Lehrer nicht Recht haben, tritt automatisch Paragraph 1 in Kraft.)

Bei den Schuelern in Oita wurde der Haeuserblock durch eine Firma verwaltet, ausserdem wohnten dort so viele Parteien, dass ein Auslaender mehr oder weniger echt nicht mehr auffiel. Daher meldeten wir unsere ATS nur polizeilich an und erbettelten keine Erlaubnis vom Vermieter, die wir wahrscheinlich auch so bekommen haetten. Jetzt wohnt der Vermieter im Nachbarhaus, und das jetzige Haus ist so ueberschaulich, dass eine sichtlich als Auslaenderin erkennbare Auslaenderin mehr als auffallen wuerde. Sprich, wir kommen um die offizielle Erlaubnis nicht drum herum.

Die Initiave der Aufnahme geht von mir aus, so dass es eigentlich meine Aufgabe waere, auch diese Sache mit dem Vermieter zu klaeren. Aber ich bin eine Frau (Oh Gott!) und dazu noch eine im Ausland geborene (Oh Goetter!), deren Anliegen ein Typ Mann wie er nie fuer voll nehmen wuerde. Mein Mann sieht das genauso, daher hat er sich bereit erklaert, mit ihm von Landsmann zu Landsmann zu sprechen. Ich hoffe mal, dass es gut ausgeht… .

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