Kleiner Ausreisser wieder zuhause

Freitag morgen stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass sich unsere ARAFOO (around 40)-Hamsterdame aus dem Staub gemacht hatte. Nach dem Schuldigen geforscht, war die Verdaechtige sofort gestaendig, auch wenn sie sich nach dem Motto „Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden.“ nicht ueber Gruende oder Motive aeussern wollte. Mhm, was machte ich jetzt? Bei ueber 30 Grad in der Wohnung kann auch ein Hamster mit eventuell gut ausgestatteten Sommerhaeuschen unterm Schrank schnell einen Hitzeschlag bekommen. Also liess ich die Tueren erst einmal offen, damit Hikari zumindest eine Chance hat, zeitweise in ihren Kaefig zurueck zu gehen und dort Wasser zu trinken. Meine Hoffnung war, dass sie sich abends mal zeigen wuerde. Aber nichts! Nicht am Freitag, nicht am Sonnabend. Und das Futter im Kaefig schien auch nicht angeruehrt worden zu sein. Am Sonntag kam selbst schon Goettergatte mit „Ob sie noch lebt…?“ Und selbst meine Grosse fing an zu behaupten, dass die Spinnen Hikari gefressen haben und war totungluecklich. Ich hatte durch Zufall mal gelesen, dass einem verzweifelten Geckobesitzer vorgeschlagen wurde, doch mal Mehl auf den Boden zu streuen, um ueberhaupt mal eingrenzen zu koennen, wo sich sein entlaufener Gecko aufhalten tut. Als letztes Mittel wollte ich mal sehen, ob Hikari ueberhaupt noch zum Wassertrinken kommt. Also den Boden vor dem Kaefig mit Mehl bestreut, als ich in die Kueche zum Wegraeumen gehe und genau in dem Augenblick die Totgeglaubte hinterm Kuehlschrank hervorkam. Ich liess Mehl und Sieb fallen, machte einen Hechtsprung auf eine Hamsterdame und … natuerlich war sie schneller und verschwand in der Ritze zwischen Muelleimer und Kuechenschrank. Allerdings schien sie wirklich ein grosses Beduerfnis zu haben, irgendwohin gehen zu muessen, so dass sie doch relativ am Ausgang, aber ausserhalb der Reichweite von uns sitzen blieb und KY (Luft lesen – Situation einschaetzen) machte. In meiner Verzweiflung nahm ich 2 Kochstaebchen und versuchte sie so zu bewegen, sich weiter nach vorne zu bewegen. Und Hamsterle liess ein Angriffszischen los, wie es im Buche steht, und begann die Staebchen zu attackieren. Gluecklichweise bekam ich sie trotzdem rausgeschoben und konnte endlich unsere Ausreisserin wieder festnehmen. Die Frage ist, wie lange es bis zum naechsten Ausbruchsversuch dauert. Denn anscheinend scheint unsere Angsthaesin ihre Angst ueberwunden und Gefallen am neuen Leben gefunden zu haben. Nur im Gegensatz zu Karan, unserem ersten Dschungarenweibchen kommt sie nicht mehr zum Schlafen nach Hause. Karan dagegen lebte in unserer Kueche frei und durfte kommen und gehen, wie sie wollte, weil wir wussten, dass man sich auf sie verlassen kann…

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5 Kommentare zu “Kleiner Ausreisser wieder zuhause

  1. So witzig ist das eigentlich gar nicht. Das sind 25-30 cm lange Staebchen, mit denen man zumindest in Ostasien normal kocht. Soll ich dir ein Foto von den Staebchen schicken? Mache ich gerne. Sie sind uebrigens hyperflexibel anwendbar: zum Mixen von Ei und Fluessigkeiten, zum Umruehren bei Pfannengerichten, zum Rausfischen von fertigen Sachen aus heissem Fett etc. etc. Sie sind wie die Verlaengerung von Daumen und Zeigefinger, nur dass man sich so die Finger verbrennt. Und sie waren auch das, womit man am besten in die 3 cm Spalte reinkam, worin sich eine Hamsterdame versteckt hatte. Vor allem, weil die wuetende Dame so gerne versuchen durfte zu beissen, ohne dass es einem etwas ausmachte.

  2. Ich habe Kochstäbchen bei den Töchterleins Gastfamilie schon gesehen, aber das Wort ist einfach nur göttlich.
    So wie wir augenzwinkernd den Abendreis in unseren Sprachgebrauch eingeführt haben, statt Abendbrot, wenn wir von japanischem Essen am Abend sprechen.

  3. Findest du? (O_O) Die Teilchen heissen 菜箸 SAIBASHI, SAI bedeutet Gemuese im Sinne von den Beilagen, die man in Japan zum Reis isst. Und eben HASHI => BASHI. Solltest oder ihr Vorschlaege fuer eine bessere Namensgebung haben, wuerde ich mich darueber freuen.

  4. nee, nee, ich will ja gar keinen anderen Begriff dafür – ich mag ihn; aber er ist für unseren Sprachgebrauch eben so untypisch (für Deinen natürlich nicht, ganz klar)

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