Brief an Tokyo

Ich habe seit der Email unserer ehemaligen ATS-Anwaerterin echt hin und her ueberlegt, was ich tun sollte. Einen auf unwissend machen und nachfragen, einen empoerten Brief schreiben, YFU und alles vergessen und zu den Akten legen… ?

Ich hatte stark mit dem letzten gekaempft, aber dafuer bin ich wahrscheinlich doch zu YFU-infiziert, als dass ich die ganzen letzten 20 Jahre so einfach ad acta legen koennte. Also hatte ich mich entschlossen, doch noch einmal in einem ruhigen Ton nachzufragen, was die ganze Aktion denn sollte. Ueber alle Moeglichkeiten nachgedacht gibt es naemlich immer noch die, dass das Hauptbuero wirklich nichts davon weiss und einfach nur die Info „Es gaebe keine Schule.“, die in Japan durchaus wirklich so zutreffen kann, so ungefragt akzeptiert und nach Deutschland weitergegeben hat. Immerhin wurde ich, als ich Infomaterial zur Familienwerbung haben wollte, auch an die Verantwortlichen hier vor Ort verwiesen, nur um dann von denen gesagt zu bekommen, so etwas gaebe es nicht.

Der Brief ist abgeschickt, sehr hoeflich, aber ohne zu verstecken, dass ich mich schon ein ganz kleines bisschen doll irritiert fuehle. Wenn jetzt gar keine Reaktion kommt, dann weiss ich, dass das doch nur bedeutet, dass wir ihnen aus irgendwelchen Gruenden nicht genehm sind. Vielleicht ja nicht genuegend japanisch. Wenn das aber der einzige Grund ist, dann muss da in den Koepfen von dem Verein noch einiges passieren, immerhin ist jede 30. Ehe in Japan eine Mischehe wie die unsere. Tendenz steigend.

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7 Kommentare zu “Brief an Tokyo

  1. Ich bin schon gespannt, was die YFU antworten wird. Ich bin nämlich auch der Meinung, dass sie euch eine Erklärung schuldig sind!

    (Ich wünsche euch noch ein frohes neues Jahr!)

  2. Hallo Higanbana,

    aus Erfahrung kann ich beitragen, dass AFS Tokyo chaotisch mit Unterlagen umgeht. Denkt man ja erstmal garnicht. Die haben wohl letztes Jahr unsere Familienunterlagen verschl*****. Dann kamen irgendwann mal so gedrechselt-höfliche Nachfragen der Entsendefamilie unserer Gasttochter, ob wir die denn mal direkt per mail schicken könnten. Inzwischen haben wir erfahren, dass man der Entsendefamilie weissmachen wollte, wir hätten dergleichen nicht erstellt bzw. übersandt. Ausserdem hiess es dann noch, die Unterlagen seien ohnehin nur für AFS Tokyo, damit die bei der Zuordnung der ATS sicher sind. zum Glück hatten wir da aber bereits einen direkten Draht gefunden.

    Bernd

  3. Das ist schoen, dass du trotz allem AFS und YFU verteidigst. Verplant scheinen hier irgendwie alle zu sein, und scheinen dann auch oft Leute anzuziehen, die an ATS wenig Interesse haben und sich sogar oft extremst von ihnen genervt fuehlen.

    Aber die Verantwortlichen hier vor Ort haben so gut wie nichts zu tun, die ATS, die hier in den letzten 10 Jahren mit YFU hier waren, kann man an einer Hand abzaehlen. Und es bleiben noch Finger uebrig. Die Entsendeseite duerfte nicht viel besser aussehen. Wenn man dann noch so verplant ist und die eine Familie, die man dann doch hat, ueber 4 Monate vergisst, dann sollte man das Amt lieber anderen uebergeben. Wie gesagt, es kam ja nicht einmal der Anruf, wo gefragt wurde, bei welcher Schule sie es denn mal versuchen sollten. Oder wo man sich zumindest mal mit einem kleinen „arigatou“ dafuer bedankt, dass man sich wieder als BORANTIA zu Verfuegung stellt. Sollte Tokyo das echt vergessen haben, dann bleibt trotzdem noch die Frage, warum sie dann schon im Dezember Deutschland ueber die Unmoeglichkeit der Platzierung informierten. Es waeren immer noch fast 3 Monate Zeit gewesen, dann doch noch mit einer Schulesuche anzufangen. Und selbst jetzt waere es noch nicht zu spaet. Egal, wie man es dreht und wendet, so gibt es nur 2 moegliche Erklaerungen fuer das Ganze:
    – Die Verantwortlichen hier vor Ort haben das ausgefressen, weil a) sie entweder insgesamt keinen Bock haben oder b) wir ihnen als Familie unangenehm sind, warum auch immer. In dem Fall duerfte zumindest mal irgendeine Reaktion von Tokyo kommen.
    – Das Ganze ist mit Tokyo abgesprochen, sprich die Betreuer hier haben hinter unserem Ruecken wegen irgendwelcher persoenlichen Dinge aufs Uebelste gelaestigt, so dass sich auch Tokyo genoetigt sah, lieber jeglichen Kontakt mit uns abzubrechen. Und die Ausrede mit der nichtexistierenden Schule und dem allgemeinen Ignorieren wurde als einfachste Methode gewaehlt, um uns loszuwerden. Typisch japanisch, das faellt mit in das doch relativ gut bekannte „Aussitzen von Problemen“ mit rein. Wenn sie sich nicht melden, dass werden wir ja kaum so doof sein, noch irgendwelchen Kontakt mit ihnen zu wollen.

    Bis jetzt kam nicht einmal ein kleiner Anruf, und die Chancen auf Moeglichkeit 2 steigen immer weiter.

  4. … ich verteidige (?) die lokale Orga in Deiner Region (?) gewiß nicht, da hast Du was übelesen. Bin eher gespannt, ob (&was) von denen zurückkommt. Bei japanischen Prozeduren bin ich immer bereit, dazuzulernen …

    🙂

    Bernd

  5. Ich persoenlich glaube eher nicht mehr an eine Reaktion irgendeiner Art. Das Einzige, worueber ich jetzt nachdenke, ist, was ich am Sonntag machen sollte. Ich hatte einer Bekannten einen Brief wegen der GF-Werbung geschrieben. Und wie erwartet hat sie grosses Interesse, in ihrem Staedtchen was zu machen, auch wenn jetzt vielleicht nicht gleich was passiert. Jetzt ist die Frage, wie ich da dann am besten reagieren sollte:
    a) „Ist schon gut, sie soll das Ganze vergessen. „sagen.
    b) Doch auf Fragen etc. eingehen und meinen Aerger mit YFU geheimhalten.

  6. Es gibt kein YFU International. Das sind alles unabhaengige Organisationen, die unter dem gleichen Namen laufen und sich auf einen verbindlichen Mindeststandard von Leistungen geeinigt haben, den sie anbieten. Z.B. Einfuehrungsveranstaltungen, Stellung eines Betreuers, Mittel- und Abschlussseminar. Aber was da gemacht wird und in welcher Form ist da letzten Endes voellig dem Land ueberlassen.

    Und die gleichen Macken wie bei YFU Japan scheinen ja mehr oder weniger bei allen mir bekannten japanischen Orgs. vorhanden zu sein. Also doch eher ein allgemeinjapanisches Problem, dass solche Organisationen die gleiche Art von Leuten anziehen. Und wenn man bedenkt, Aerger und aehnliches auf andere abzuschieben ist nicht nur mir passiert. Probleme werden gerne mal NUR bei den ATS gesucht, und wenn das nicht reicht, dann werden z.B. die Probleme mit der Schule, die unsere L. hatte, besonders mir in die Schuhe geschoben, obwohl wir uns seit dem einem Mal, wo wir mal ein Gespraech mit der Klassenleiterin suchten, uns bewusst nicht mehr in die Schulangelegenheit eingemischt und hauptsaechlich nur Traenen getrocknet hatten.

    Uebrigens hat eine SEMPAI aus meiner Schule, die jetzt fuer YFU Oesterreich arbeitet, kurz erwaehnt, dass Oesterreich die Org. auch als „seltsam“ empfindet. Es scheinen also nicht nur Moechtegern-GF Probleme mit YFU Japan zu haben.

    Ich kann jedem nur empfehlen, sich einfach einen Austausch nach Japan gut zu ueberlegen, ob man wirklich die Kraft dazu hat, denn ohne das Glueck, zufaellig gute lokale Betreuer zu haben, steht man hier bei Problemen alleine da. Egal, ob nun YFU, AFS, GLS oder Experiment. So hart muss man das sagen.

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