Ob der Amtsschimmel auch dieses Jahr wiehert?

Den Tag wollte ich hauptsaechlich fuer die Anmeldung unserer Austauschschuelerin nutzen, also sind wir zum Amt gefahren. Leider stellte sich auch bei N. raus, dass sie nichts von den notwendigen Passbildern wusste, also hiess es zum naechsten Automaten fahren, die bei der Qualitaet der Fotos auch nicht gerade billig sind. Ich kann jedem, der fuer mehr als 3 Monate in Japan bleiben will, wirklich nur ans Herz legen, mindestens 2 Passbilder a 4,5 x3,5  cm mitzubringen, man braucht sie wirklich.

Die Meldung selber ging relativ schnell, da das Amt dort wegen der relativ grossen Anzahl von Austauschstudenten an der Uni im Ortsteil wirklich grosse Routine damit hat. Im letzten Jahr war es ja so, dass wir unwahrscheinlich viel Aerger hatten, weil unsere letzte ATS mit dem Argument, alle Auslaender mit einem Jahresvisum muessen sich versichern, der staatlichen Versicherung zwangseingegliedert wurde. Und da half es wenig, dass wir erklaerten, dass sie schon ZWEI (!!) zahlende Versicherungen habe und alle Papiere dazu vorlegten. Selbst die Erklaerung der Betreuerin wurde nicht anerkannt. Letztes Endes haben wir dann schulterzuckend den Ausweis vernichten und die Zahlungsbelege ignorieren muessen, nachdem selbst mehrere Anrufe und ein Zurueckschicken des Ausweises auch nicht zum gewuenschten Ergebnis fuehrten.

Also, um moeglichst diese Sache zu umgehen, nahmen wir alle Versicherungsunterlagen gleich mit, legten sie sofort vor und liessen sie kopieren und erklaerten auch eineindeutig, dass N. nur 9 Monate hier ist, damit uns dieses Jahr dasselbe nicht noch einmal passiert. Aber von unseren Sachbearbeiter kam erst mal ein „Dann sollte das wohl in Ordnung gehen.“  *erstaunt war* Allerdings ist das letzte Wort in der Sache bestimmt noch nicht gefallen, da die Versicherungsangelegenheiten nicht dort vor Ort bearbeitet werden. Erst wenn in den naechsten 3 Monaten keine Zahlungsaufforderungen kommen, fange ich an, dem Frieden zu trauen.

Kurz vor 4 Uhr ging es mit N. zusammen zum Kindergarten der Grossen, wo sie im Gegensatz zu Y. davor unbedingt mit wollte. Ich baute sie etwas in meinen Unterricht mit ein, und die Kinder waren begeistert. Und dann fielen sie regelrecht ueber sie her und wollten mit ihr spielen. N. erzaehlte mir spaeter, dass die Kinder alles Moegliche fragten, aber sie leider noch nichts verstehen konnte. Aber begeistert war sie trotzdem und wollte auch unbedingt wieder mit mir mitkommen.

Am Montag setzte sich N. auch mit ins Wohnzimmer und fing an, die Japanischlernmaterialien von KUMON zu machen, die YFU einem jeden ihrer ATS zum Japanischlernen gibt. Ich habe ja schon so einiges an schrecklichem Lernmaterial aus Japan gesehen, aber das da zog einem echt die Schuhe aus. Erste Seite: Male die Schatten nach: Ich kaufe einen Pullover. 2. Seite: Was kaufst du? – Ich kaufe einen Pullover. (Ja, genau, male die Schatten nach.) 3. Seite: Was kaufst du? – Ich kaufe einen … (Bild von einem Pullover.) 4. Seite Ich … einen Pullover. Setze das richtige Wort ein. Und das geht ueber 20 Seiten so. Laut unserer Betreuerin soll das besser (sprich das Niveau hoeher) werden, aber die Unterrichtsmethode bleibt gleich. Da KUMON auf die gleiche Art und Weise auch Englisch unterrichtet, moechte ich gerne mal nur einen (!!!) Japaner treffen, der mit der Methode nur ein einigermassen brauchbares Englisch spricht. Ich werde, sollten meine Kinder je auf eine JUKU (Paukschule) angewiesen sein, sie bestimmt nie zu KUMON schicken.

In dem Sinne liebe Gruesse aus Japan

Higanbana

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