Und wieder ist Wochenende

Gestern war also wieder mal ein Familientag anberaumt worden, weil Y. sich heute mit Freundinnen verabreden wollte, um bowlen zu gehen.

Am Morgen das Ganze etwas ruhiger angegangen, so mussten wir doch dann irgendwann mal in die Poette kommen, wenn Goettergatte wirklich die Grosse in die Krippe schicken will. Sein grosser Plan fuer den Tag: Frisoer und Lernen fuer die Pruefung naechste Woche. Ist ja mal gut, wenn man das so frueh mitgeteilt bekommt. *drop* Sicher moegen jetzt manche am anderen Ende von Eurasien denken, dass es unmoeglich ist, die Kleine auch am Wochenende „abzuschieben“. Nur mit der quicklebendigen Grossen ist es unmoeglich, irgendwas mal in Ruhe zu machen, und Schluesselloecher gibt’s hier nicht. Und ein „Nein, lass Papa in Ruhe“ stoesst nur auf taube Ohren. Wie kann man irgendwas anderes machen, wenn der geliebte „Bappa“ zuhause ist? Und da Oma und Opa nun leider nicht mal so kurz um die Ecke wohnen, bleiben eben nur ihre ueber alles geliebte Jako-chan und Co. In der Krippe von Papa abgeliefert war sie zwar erst alles andere als begeistert, aber mit ihrer allerbesten Freundin und dem Rest der 3 Dutzend Kinder war das Ganze schnell vergessen.

Nachdem ich den Rest der Waesche geschmissen und Goettergatte auch endlich in die Poette gekommen war, ging es dann doch in Richtung Einkaufszentrum los. Ich hatte Y. gefragt, ob sie gerne irgend etwas sehen wollte, aber sie hatte wenig Interesse und konnte sich eher dafuer begeistern. Warum nicht! Goettergatten beim Frisoer abgeliefert und mal durch die Geschaefte geschaut. Immerhin ist gerade Winterschlussverkauf, und man koennte ja vielleicht noch einiges Nettes fuer die Kinder erstehen.

Also wenn ich das nicht jede Woche machen muss, dann ist ab und zu mal mit einem anderen weiblichen Wesen shoppen gehen auch mal ganz schoen. Y. schien nicht auch zu amuesieren, auch wenn sie letzten Endes nichts kaufte, weil ihr die meisten, meist Markenlaeden genau so wie mir auch einfach zu teuer waren. Ich sehe ehrlich gesagt nicht den Sinn darin, fuer Kleinstkinder etwas fuer 7000 Yen (ca. 60 Euro) zu kaufen, was man dann 2 Monate spaeter so wieso schon nicht mehr passt. Und selbst bei den 50% Rabatt im Winterschlussverkauf stoeren mich doch die 2 Nullen hinten dran. Und ne halbe Monatsmiete fuer ein Kleid hinzulegen, dass dann im besten Fall auch bei ersten Mal gleich von Muttermilch bespuckt wird, also ich weiss ja nicht. (Wie halten sich bloss die Laeden dort? (O_O) )

Naja, wie auch immer, die grossen Geschaefte konnten mit uns an dem Tag jedenfalls nicht gemacht werden. Um 2 Uhr wie verabredet Goettergatten vom Frisoer abgeholt, dann doch mal Mittagessen gehen. Ich glaube, ich habe an dem Tag meinen ersten OMRAISU (Reis mit Geschmack, wo oben dann ein Omelett drauf ist) gegessen, und es hat mich wirklich genau so wenig vom Hocker gerissen, wie ich gedacht hatte. Ich mag halt japanisches westlichorientiertes Essen nicht. Aber gluecklicherweise schien es Y. besser geschmeckt zu haben. Dann noch schnell Windelnwechseln und einen kleinen Jungen Mittag essen trinken lassen. Und ehe man es sich versehen hatte, war es schon halb vier.

Schnell nach Hause und Goettergatten zuhause abgeliefert, und dann sind Y., unser Kleiner und ich ins Onsen, so wie ich es Y. versprochen hatte. Unser Kleiner war der absolute Star dort, und jede der 10 oder so Damen im Omaalter bot sich an, den Kleinen zu halten oder ihn zu bespassen, damit ich mich richtig waschen oder aus- oder anziehen konnte. Ach ja, das ist halt mein (kleiner Teil von) Japan. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Leute wirft mich jedes Mal wieder um.

Y. war schweigsam, aber schien dem heissen Wasser nicht abgeneigt zu sein und meinte, dass wohl die Sauna in Korea so aehnlich sei. Aber bei dem Aussenbecken gab sie auf, auch wenn ich nicht weiss, ob ihr das Wasser da zu heiss war oder ihr der Unterschied oben kalte Winterluft <=> unten fast schon zu heisses Badewasser unangenehm war. Bei unserem Kleinen war es anscheinend so, auch wenn er so das Wasser toll zu finden schien. Er machte sein „sieht-genau-aus-wie-die-grosse-Schwester“-Zufriedenheitsgrad 110%-Gesicht und bewegte sich genuesslich im Wasser. Wieder rausgenommen, war er gut durch (so die gekochte-Krabbenfarbe) und fing an, Zeichen von Muedigkeit von sich zu geben.

Auf dem Weg raus noch mal gefragt, was ich schon immer wissen wollte. Das Bad verbietet Leuten mit Taetowierungen den Zutritt, und ich bin schon mehrmals gefragt worden, ob sich das auch auf die Mode-tatoos in … was weiss ich … Rosenform bezieht. Und die Antwort lautete nach laengerem Ueberlegen: Ja!

Dann schnell die Kleine abgeholt, die mir dann schon freudig entgegen kam und noch freudiger ihr Bruederle und Y.-chan im Auto begruesste. Und dann zuhause lief sie ihrem ueber alles geliebten Papa in die Arme und begruesste ihn mit „Tadaima“ (Ich bin zuhause.) So endete ein etwas chaotischer, aber doch schoener Tag.

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