Es geht los

Frueh (also fuer sonntaegliche Verhaeltnisse) aus dem warmen Bett in das weit, weit weniger warme Wohnzimmer (wenigstens gab es keinen Schneefall wie am Morgen davor) gequaelt und auf die restlichen, noch zu erledigten Sachen gestuerzt. Um kurz vor 1 Uhr dann Mittag gegessen und dann los gen Flughafen, der leider „nur“ so 60~70 km entfernt ist. Und das bei japanischen Strassenverhaeltnissen und 80%  (Gross-)Stadtverkehr. Eigentlich kamen wir ganz gut durch und waren 15.15 Uhr nur noch so 5 km vom Flughafen entfernt, als wie ein Flugzeug landen sahen. Worauf ich dann leicht bis mittelschwer bleich wurde. Der Flughafen ist so klein, da kommen nicht sooooo viele an. Da konnte also nur heissen, dass sich das Flugzeug trotz der angesagten Schneefaelle extremst beeilt hatte.

Naja, aber es muss ja erst einmal andocken an den Finger ran, und bis das Gepaeck raus ist dauert ja auch 15 min. Auf dem Parkplatz angekommen war natuerlich auch erst einmal kein Platz frei, und zu allem Ueberfluss entschied sich die Grosse, gerade jetzt doch erst einmal noch einen Bockanfall zu haben. Mann, Kleinkinder!!! Naja, auf alle Faelle erst mal den Kleinen geschnappt, damit ueberhaupt erst einmal jemand an der Tuer steht. Und wenn die Grosse sich beruhigt hat, was ja gluecklicherweise meist relativ schnell geht, kann ja Goettergatte nachkommen.

Am Ausgang angekommen traf ich auf den Betreuer von YFU, der die Unterlagen mit dem Bild in der Hand hielt und immer wieder Gesichter mit dem Foto verglich. Er begruesste mich freundlich, und dann sahen wir ein Maedchen, das nicht die gleiche Selbstsicherheit aufwiss wie der Rest der Passagiere. Ein Blick auf das Foto bestaetigte unsere Vermutung: Es war Y.-chan.

Sie laechelte etwas schuechternd, verbeugte sich und stellte sich auf Japanisch vor. Herr K. fuehrte sie zu einem Tisch in der Naehe, wo er die letzte Besprechung abhalten wollte. Er schien auch sehr erleichtert zu sein, dass Y.-chan ziemlich gutes Japanisch fuer jemanden sprach, der es nur ein Jahr gelernt hatte. Langsames Japanisch reichte voellig aus, um uns verstaendlich zu machen, nur ein oder zwei Mal uebersetzte ich ein Wort (!) ins Englische, weil sie etwas unsicher erschien.

Ich war etwas nervoes, wann denn nun Goettergatte samt Tochter eintrudeln wuerden. Soooo extrem lange kann das mit dem Bocken doch nun auch nicht gedauert haben. Da erschienen sie ploetzlich aus einer voellig anderen Richtung, fuer die es nur eine Erklaerung geben kann: Die Beiden sind erst einmal in Ruhe Flugzeuge angucken gegangen. *kopfschuettel* Aber naja, unsere zug- und autovernarrte Tochter wird beim Anblick der Flugzeuge im 7. Himmel gewesen sein. Ist doch eigentlich auch ganz schoen, wenn man Kinder mit so wenig gluecklich machen kann. (^-^)

Auf dem Rueckweg hatte sich Goettergatte dann doch entschieden, die teure, aber etwas schnellere Autobahn zu nehmen. Ich erzaehlte Y.-chan einiges von der Praefektur, und wir hatten gluecklicherweise auch einen schoenen Blick auf die Bucht mit denen Staedten, die sich an der Kueste langzogen. Goettergatte schwieg sich aus, aber zu seiner Verteidigung muss auch gesagt werden, dass er immer etwas braucht, bis er sich an neue Leute gewoehnt hat. Und obendrein ging es ihm auch gesundheitlich nicht sooo toll. Da hat man natuerlich noch weniger Lust.

Zuhause angekommen war noch immer das Problem mit dem Abendbrot offen, aber da wir so wieso einkaufen fahren mussten, haben wir das gleich zusammen gemacht und was Leckeres gekauft. Y.-chan schien sehr ueberrascht zu sehen, dass Goettergatte das Abendbrot zubereitete, waehrend ich mich auf die Waesche stuerzte. Nach ihrer Frage „Macht er das immer?“ zu urteilen, scheinen essenkochende Vaeter doch eher eine neue Erfahrung zu sein.

Toechterle kannte keine Skrupel, sich irgendwie in Bezug auf die Kommunikation zurueckhalten zu muessen und schleppte Y. erst einmal zum gemeinsamem Sailor-Moon-Gucken. Was sie dann auch gemeinsam machten, als ob sich die Beiden schon ewig kennen wuerden. Was fuer ein Wandel zu vorher, da brauchte sie 3 Monate, bis sie sich an L. gewoehnt hatte. Aber wahrscheinlich ist es gerade L. zu verdanken, dass sie jetzt so extroviert ist und problemlos Kontakte knuepft. Als eine Freundin im Sommer hier war, hatte es ja auch schon nicht so lange gedauert, bis Toechterle sich voellig in sie verliebt hatte…

Ja, dann noch das Uebliche, schnell Dusche, Toilette, Waeschewaschen und den Plan fuer den naechsten Tag erklaert, bevor ich mich dann von einer etwas erstaunt schauenden Y. verabschiedete. Aber das dauert gerne mal etwas laenger, bis die Kinder schlafen und wie leicht passiert es dann, dass eine muede Mama dabei auch einschlaeft. (^_~)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s