Buerokratie und eine Email

Gestern gab es keinerlei Ausreden wegen des Wetters etc. mehr, so dass ich mein Soehnchen warm „einpackte“ und mich auf den langen Weg nach Fukuoka machte, um ihn in Deutschland anzumelden. Aus irgendwelchen Gruenden sind die Verfahren strenger geworden, so dass wie bei der Grossen die uebersetzten japanischen Papiere und eine Unterschrift vom Rathaus nicht mehr ausreichen, um die Existenz eines neuen Deutschen zu beweisen.

Gluecklicherweise hatte der Kleine im Bus weniger Theater gemacht als erwartet und scheinen Japaner hier in der Gegend insgesamt mehr Verstaendnis fuer kleine Kinder zu haben, als ich das von Deutschland her kenne.

Angekommen wurde ich freundlich von einem nichtdeutschsprechenden Japaner empfangen, der mehr als dankbar ueber mein Japanisch zu sein schien. Ein Grund mehr, weshalb ich nicht verstehen kann, wie manche Leute es schaffen, hier jahrzehntelang (!!) in der Provinz zu ueberleben, ohne nicht einmal Hiragana lesen zu koennen.

Der Herr S. nahm sich jedenfalls meiner Papiere an und telefonierte zwecks Ueberpruefung der Papiere stundenlang mit Osaka, da die Herren Beamten dort nie an ihrem Arbeitsplatz, sondern ausgegangen waren. Nach 2,5 Stunden und einem ungeduldig gewordenen Baby spaeter hatte er wohl doch endlich jemanden erreichen koennen, der aber letztlich auch keine Ahnung hatte. Um ne lang(weilig)e Sache kurz zu machen, die Papiere sind jetzt nach Osaka geschickt, wo sie dann hoffentlich fuer gut befunden und nach Berlin geschickt werden. Sollten die Beamten des Standesamtes I es wieder wagen, sich fuer die Bearbeitung des Falls wieder fast 2 Jahre Zeit lassen zu wollen, dann werde ich aber gewaltig auf den Tisch schlagen. *grummel* Ein Grund mehr, der Weltbevoelkerung nicht noch weiter beim Vergroessern zu helfen. So ein Aufwand wegen so ner Kleinigkeit.

***
Ich habe heute auch mal eine Mail nach Thailand geschickt, auch wenn ich geschrieben habe, dass wir nur „mit grosser Wahrscheinlichkeit“ ihre GF sein werden, weil die Schule noch nicht fest steht. Mal sehen, wann eine Antwort kommt.

Von unserer suedkoreanischen Austauschschuelerin habe ich bis her noch nichts Neues gehoert, aber es kann auch einfach nur sein, dass sie mit der Schule so beschaeftigt ist. Immerhin ist sie in ihrem letzten Jahr der Oberschule, und es scheint auch eine etwas hoehere vom Niveau zu sein, die wohl oft auch nach dem normalen Unterricht zwischen 17 und 22 Uhr 6 bis 7 Tage die Woche extra „Nachhilfe“unterricht anbieten, damit die Schueler die extrem schweren Aufnahmepruefungen zu guten Unis schaffen. Ich finde es zwar etwas schade, nicht noch mehr von ihr zu hoeren, aber naja, es gibt Schlimmeres.

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