Die kleinen Stempel

In Europa, wenn irgendwelche Formulare ausgefuellt werden muessen, unterschreibt man mit seinem Namen. In Japan hat man dafuer HANKO 判子, kleine Stempel, die man auf die dafuer vorgesehenen ovalen Felder drueckt. Nicht, dass ich vorhabe, Europas Methoden als das einzig Richtige zu sehen, aber trotz der langen Zeit in Japan ist mir der Vorteil dieser Vorgehensweise noch nicht klar. Wenn wirklich jeder nur einen einmaligen, registrierten Stempel haette, so wuerde ich ja noch etwas Sinn darin sehen, obwohl dann trotzdem nie nachgewiesen werden kann, ob denn wirklich der Besitzer des Stempels oder jemand anderer den Stempel letzten Endes aufs Papier gedrueckt – sprich unterschrieben –  hat. Solche Stempel gibt es auch, aber die werden nur fuer wichtige Vertraege wie z.B. beim Hauskauf etc. verwendet. Im taeglichen Leben verwendet man in der Regel massenwarenmaessig angefertigte Stempel, die man, wenn man einen einigermassen haeufig vorkommende Namen hat (wie ich z.B. – Platz 26 unter japanischen Familiennamen), in jedem 100-Yen-Shop fuer 105 Yen kaufen kann.

Natuerlich schleppt man so ein Dingelchen nicht jeden Tag mit sich, und wenn es mal was Unvorhergesehenes gibt, dann scheitert es echt daran, dass man seinen HANKO oder wahlweise den vom Ehemann (was ja gleichbedeutend ist mit „Ich unterschreibe fuer meinen Mann.“) zuhause liegen hat. *seufz* Oder man wahlweise schnell zum naechsten 100-Yen-Shop geht und sich einen neuen ersteht, wenn einem der Weg zum Amt doch zu lang ist.

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