0.) Ich hatte erst ne eine Weile ueberlegt, ob ich sie mit hinzufuegen sollte, aber eigentlich ist A. doch mehr als nur eine sehr viel juengere Freundin, die uns jetzt fast jedes Jahr fuer laengere Zeit besucht. Ich hatte sie kennengelernt, als sie mit YFU Austauschschülerin in Japan war. Und in dem Jahr war sie dann das erste Mal zu Besuch und bis jetzt 5 Mal, wogegen sie zu ihrer ihr zugeteilten Gastfamilie keinen Kontakt mehr hat. Und zu unserer grossen Freude hat sie fuer April 2011 wieder einen Besuch angekuendigt. *freu*
1.) Unser erster Versuch, G., ein Junge, der ein Jahr auf die Sprachschule hier an der oertlichen Uni ging. Fuer ihn war es anscheinend das perfekte Jahr, fuer uns eher eine zweischneidige Sache, da er sich immer weiter dem Familienleben entzog und man sich immer mehr wie ein Hotel mit Unterkunft und Vollpension vorkam. Diese Sache ueberschattet schon leicht auch die schoenen Stunden, die man mit ihm auch hatte. Auf alle Faelle ist das der Grund, warum wir uns entschieden, es doch lieber ueber ein Organisation zu machen, weil vielleicht gerade ein Gespraech mit einem neutralen Dritten das Ganze gar nicht so haette ausufern lassen. Denn so wie ich spaeter mal gehoert habe, war er sich ueberhaupt nicht im Geringsten bewusst, dass wir in der 2. Haelfte wenig gluecklich waren.
2.) L., ein Maedchen aus Deutschland, das mit AYUSA nach Japan gekommen ist. Wie ausfuehrlich beschrieben, bat sie uns um die Aufnahme. Nach den ersten (eigentlich fast normalen) Anfangsschwierigkeiten und etwas staerkerem Kulturschock kamen wir uns dann doch naeher, und das Jahr haette nicht besser verlaufen koennen. Ja, man koennte von perfekt sprechen, haette es da eine gewisse Klassenleiterin und in geringerem Umfang eine an der Aufnahme absolut uninteressierte japanische Organisation und eine nicht zuhoeren koennende, die geringsten Anforderungen an Betreuer nicht erfuellende, 1000 km entfernt wohnende Betreuerin nicht gegeben…
3.) Aufgrund der Geburt von Mausepieps und in noch staerkerem Masse in ATS-Aufnahme-Streik getretenen Goettergatten hin waren nur noch Kurzaustauschs drin. Und ich persoenlich wollte dann nur noch Org.s, die eine Betreuung (zumindest einigermassen) vor Ort bieten. Also blieben AFS oder YFU. AFS sagte uns ab, wogegen wir von YFU Y. aus Suedkorea zugeteilt bekamen. Y. war eine 12-Klaesslerin, die ein Stipendium fuer einen Monat in Japan bekommen hat, was sie laut ihrer Aussage gerne zum Japanlernen und Freundefinden in Japan benutzen moechte. Nicht die schlechtesten Motive, fand ich. Und ueber die Tatsache, eine nichtjapanische Gastmutter und kleine Gastgeschwister zu bekommen, war sie ihrer Aussage nach uebergluecklich. Auf den ersten Blick wirkte Y. wirklich wie ein ernsthaftes, sehr interessiertes, liebes Maedchen auf uns, die doch schon besser als erwartet Japanisch sprach. Leider stellte sich dann heraus, dass “Freundefinden” in Japan ihr EINZIGES Motiv gewesen zu sein schien, weshalb sie nach Japan kam und an nichts anderem, ganz zu schweigen von Familienleben oder der Stadt oder Gegend hier Interesse hatte. Ich glaube, einen Monat an einer japanischen Schule in Suedkorea haette es auch getan…
Sie hatte nach ihrer Rueckkehr nichts mehr von sich hoeren lassen, um so ueberraschter war ich, als ich im Dezember 2010 eine Mail von ihr bekam, wo sie mich nach Reisemoeglichkeiten in Kyuushuu fragte. Sie wollte gerne wieder im Februar vorbeikommen, aber als ich im Januar noch einmal nachfragte, erzaehlte sie, dass sie wohl doch “nur” mit ihrer Freundin nach Tokyo geflogen sei.
4.) Goettergatte hatte es sich wohl doch anders ueberlegt und “genehmigte” die Aufnahme eines Jahresschuelers von YFU, so dass wir YFU um ein kleinkinderliebendes Maedchen, egal aus welchem Land baten. Wir bekamen die Profile von 4 Schuelerinnen zugeschickt, und nach laengerem Ueberlegungen entschieden wir uns fuer N. aus Thailand. Sie ist nun seit Ende Maerz bei uns und es laeuft gut. *auf Holz klopf* Teils auf ihren eigenen Wunsch hin, teils als Notloesung hat YFU sie auf eine fuer YFU sehr ungewoehnliche, naemlich eine technische Oberschule geschickt. Und selbst die Betreuer mussten zugeben, dass es wahrscheinlich fuer einen Austauschschueler eine richtig gute Schule ist, weil die Schule ein moderates Niveau und viele interessante praktische Teile im Unterricht integriert hat. Obwohl die Schule im Denken von Japanern eher einen weniger hohen Status hat (eben mehr auf Berufsausbildung als auf Univorbereitung ausgerichtet), ist die Schule serioes gefuehrt und scheint unwahrscheinlich viel fuer die ATS tun zu wollen und beabsichtigt, sie als normale Schuelerin zu behandeln und sie soviele neue Erfahrungen wie moeglich (wie z.B. auf ihren Wunsch hin auch Schweissen) sammeln zu lassen.
Das auf Holz klopfen hat nicht gewirkt, ist halt doch bloss Aberglauben, denn fuer sie war Klubleben extrem viel wichtiger als irgend etwas anderes, einschliesslich das Leben in der Gastfamilie. Und es hatte sie auch nicht im Geringsten gestoert, dass sie wochenlang durch das sehr spaete Nachhausekommen und sehr fruehe Gehen zur Schule 3 ihrer Gastfamilie teilweise 3 Tage am Stueck nicht sah oder sich man sich die Klinke in die Hand gab. Dito am Wochenende, wo sie nach dem Klubleben wie tot ins Bett fiel und bis abends unansprechbar war und am Sonntag staendig zu irgendwelchen Wettkaempfen zum Anfeuern musste. Mir hatte das sehr wohl etwas ausgemacht, und nachdem eine Reise mit der Familie es nicht wert war, 10 Tage auf ihren Klub zu verzichten, habe ich die Konsequenzen gezogen und die Chance des Projektwechsels meines Mannes genutzt, um einen Familienwechsel zu bitten. Den Abschied nahm sie, in dem sie mit ihrer Gastschwester und Klassenkameradin ihr Zimmer leerte und nach meiner Heimkehr von der Arbeit verschwunden war.
Nachdem saemtliche Versuche, noch einmal mit ihr Kontakt aufzunehmen, ignoriert wurden und sie sich beim (wahrscheinlich) Verwaehlthaben nicht einfach mal kurz entschuldigte, sondern einfach nur auflegte, habe ich auch jegliche Versuche aufgegeben. Im Sommer 2010 kam noch einmal ein Brief, in dem sie sich fuer alles entschuldigte und einen Besuch in der Stadt fuer Dezember ankuendigte, dem ich aber eher mit gespaltenen Gefuehlen sah. Aber als keinerlei weiteren Nachrichten kamen und Goettergatte mal anrief, sagte sie ihm nur, dass sie leider die Telefonnummer nicht mithatte und sich daher nicht haette melden koennen. Ehm, soo weit ist unsere Wohnung auch nicht von ihrer 2. Gastfamilie weggewesen. Wenn man gewollt haette, haette man durchaus mal vorbei kommen koennen oder haette eine Nachricht in den Briefkasten werfen koennen.
5.) Ich hatte (und habe) zugegebenerweise Angst, dass so etwas noch einmal passieren konnte. Aber Angst muss man konfrontieren, und als es sich ergab, dass ein deutsches Maedchen gerne zu uns kommen wollte, stellten wir uns doch noch einmal zur Verfuegung. Allerdings nachdem wir 4 Monate ueberhaupt NICHTS von YFU gehoert hatten, teilte uns das Maedchen mit, dass ihr mitgeteilt wurde, dass wir wegen der angeblichen Aufnahmeunwilligkeit der Schulen hier, von denen es aber “nur” ueber 20 im erreichbaren Umfeld gibt, als Gastfamilie abgelehnt wurden. Das Maedchen hatte vorher schon aus verschiedenen Zweifeln, hauptsaechlich wegen des anstehenden Schulsystemwechsels in ihrem Bundesland, an der Durchfuehrbarkeit des Projekts gezweifelt und nahm die Ablehnung von uns als ihre GF als Anlass, von ihrem Jahr zurueck zu treten. Die Behandlung durch YFU Japan hat mich persoenlich dazu gebracht, dieses 5. , wenn auch gescheiterte Projekt zum Ende unserer Aufnahmekarriere zu erklaeren. Aber man weiss ja nie. Vielleicht passiert es doch noch mal irgendwann. Man soll ja nie nie sagen.
5.5) Hier in der Stadt gibt es eine Organisation, die es auslaendischen Studenten in der Stadt bzw. in der Praefektur hier ermoeglicht, eine Patenfamilie zu bekommen. Wir wurden aufgrund vieler Absagen vielen Familien beim 2. offiziellen Treffen gefragt, ob wir nicht doch teilnehmen konnten und bekamen dann sogar auch noch eine ATStundentin zugeteilt, die noch keine Familie hatte. S. ist ein nettes Maedchen aus Suedkorea, das in Seoul Politik und Verwaltung studiert. Ich fand sie sehr sympathisch und hoffe, dass wir noch so einiges unternehmen koennen, bevor sie leider schon im Februar nach Hause faehrt.
Leider konnte sie uns nur noch einmal zu Weihnachten besuchen, wo wir einen schoenen Abend zusammen verbrachten. Schade, dass man sich nicht frueher kennen gelernt hatte.
5.75 Wir hatten uns auch fuer ein anderes Programm beworben, wo ATStudenten aus der Praefektur an Familien innerhalb der Praefektur vermittelt werden. Wir hatten ein Maedchen von Lettland zugeteilt bekommen und meines Gefuehls her einen schoenen Tag beim Kennenlerntreffen gehabt. Aber aus mir nicht bekannten Gruenden ist der Kontakt abgebrochen. Aber durch den geplanten Umzug hat sich das mit der Gastfamilie fuer sie so wieso erledigt.
6.) S. aus Frankreich
Mehr oder weniger ueber Nacht sollten wir von WYS einen 17-jaehrigen Franzosen bekommen. Nach dem ersten Schock, einigem Chatten und Reden beruhigte er sich auch und freute sich auf die Stadt hier. Aber leider passierte das, womit ich bei einer 750.000 Einwohnerstadt wirklich nicht gerechnet hatte: Bis zum Beginn der Sommerferien liess sich keine Schule davon ueberzeugen, den Jungen doch aufzunehmen. Und um einfach keine Risiken mehr einzugehen, machte WYS das, was am naheliegendsten war. Naemlich ihn in eine andere Gegend zu platzieren und eine Schule um die Aufnahme zu bitten, die gerne ATS aufnimmt. Und zumindest uebergangsweise, vielleicht ja auch die ganze Zeit, wird S. bei Bekannten der Leiterin wohnen. Ich hoffe von Herzen, dass alle miteinander gluecklich werden.
7.) K. aus den Philippinen
Ueber das JENESYS Programm, dass von AFS betreut wird, kam vom 9. bis 15. Dezember 2011 K. zu uns, ein 15-jaehriges Maedchen aus den Philippinen. Sie war ein nettes, freundliches Maedchen, das toll in unsere Familie passte und ein ganz liebes ONEECHAN (grosses Schwesterchen) fuer unsere Kinder war und bei allen Spielen von ihnen mitmachte und die Kinder wirklich genoss, so anstrengend sie manchmal auch sein koennen. Es war eine tolle Zeit, und ich hoffe, dass sie uns bald mal wieder besuchen kann.
8.) J. aus Deutschland
Wir hatten WYS gesagt, dass wir einem erneuten Versuch nicht abgewogen sind und die Schulsache nicht persoenlich nehmen wuerden. Letzten Endes bin ich auch froh gewesen, dass er nicht zu uns gekommen ist, wenn er schon vor dem Beginn des Jahres schon so an unserer Lebensweise -hoeflich ausgedrueckt – Zweifel hat und auch mit einer nicht richtig japanischen Familie nicht wirklich gluecklich war. Ich hatte WYS darueber informiert, dass fuer uns nicht abzusehen ist, wie sich mit dem Schuleintritt unserer Tochter unser Leben aendern wird, so dass fuer uns eventuell nur noch ab Fruehjahr oder Sommer 2012 eine Aufnahme in Frage kommen wuerde, weil wir vielleicht danach das Zimmer selber brauchen. Also harrten wir dem, was passieren sollte.
Im November 2011 wurden wir gefragt, ob wir nicht einmal ein Blick auf das Profil eines deutschen Maedchens werfen koennten. Und mich traf bald der Schlag, als ich feststellte, dass ich sie kannte. Es war ein Maedchen, mit der ich seit Anfang 2011 losen Kontakt ueber ein Forum und per Mail hatte.
Vorgeschaedigt durch die Reaktion von S. fragte ich vorsichtig mal an, wie sie das Ganze sehen wuerde, immerhin gibt es genuegend ATS, fuer die ein Familienmitglied aus dem gleichen Land absolut nicht in Frage kommen wuerde. Aber J. war voellig begeistert und schrieb mir, dass sie gerne kommen wolle. Nachdem das “kleinere” Probleme mit unserem Vermieter geklaert war, machte sich WYS an die Schulsuche und landete dieses Mal trotz innerlicher Vorbereitung auf einen seeehr langen Kampf beim ersten Mal einen Volltreffer.
Die Org. wirkt sehr engagiert und scheint auf Seiten der GF zu stehen, die Schule will J. wie eine normale Schuelerin behandeln und am gleichen Unterricht wie ihre Klasse teilnehmen lassen. Und J. scheint die fuer uns am wichtigsten Dinge erst einmal nicht komplett in Frage zu stellen und will sehen, was sie wie in ihr Leben in Japan integrieren kann. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass man sich auch gut versteht, dann koennte es ein wirklich schoenes Jahr und eventuell auch ein schoener Abschluss der Aufnahmekarriere werden.
Hallo Higanbana-san!
Das klingt ja wie eine richtige Horrorgeschichte ö.ö Ich verstehe nicht wieso den Gastschülern alels wichter war als ihre Gastfamilie
Das finde ich ziemlich traurig…
Aber ich kann durchaus verstehen, das man nach 5 Rückschlägen erstmal kein Austauschschüler aufnehmen will.
Ich wünsche Ihnen noch viel Glück. Vielleicht entscheiden Sie sich aj doch irgendwann nochmal dazu einen Austauschschüelr anzunehmen, und vielleicht läuft es dann gut? ^^ Ich hoffe nur das dieser Fall eintrifft, und Sie so nicht nur “schlechten” Erfahrungen mit ATS gemacht haben ^_^
Mit freundlichen Grüßen, Asuka Seitou (Pseudonym)
Von 5 Rueckschlaegen kann man nicht sprechen. Nr. 1 war halt eine sehr gemischte Sache, und wenn man einen Betreuer gehabt haette, haette man bestimmt vieles verbessern koennen. Das Jahr mit Nr. 2 war toll, und ich vermisse sie richtig toll. Ich hoffe, sie kann naechstes Jahr doch wieder kommen. Der grosse negative Aspekt war ihre Klassenleiterin, die eine Lehrerin war, von der ich nicht verstehe, wie man solchen Typ von Menschen als Paedagogen junger Leute anstellen kann. Und sie regierte ihre Klasse mit 110%iger Macht und hatte sich nicht einmal von dem nur an seine bevorstehende Pension denkenden Direktor irgend etwas sagen lassen.
Bei den beiden Asiaten hatten wir sicher zu einem gewissen Aspekt Pech, oder vielleicht sollte man auch sagen, dass man bei asiatischen Austauschorganisationen durchaus damit rechnen muss, weil dort eben hauptsaechlich nur ueber Schulleistungen und Englischkenntnisse entschieden wird, wer genommen wird. Und dazu kommt, dass YFU Japan als auch die Betreuer hier vor Ort durchaus als “komisch” bezeichnet werden duerfen. Und im Nachhinein sehe ich es auch so, dass ich mich frueher einfach haette beschweren sollen, aber die Betreuerin ist nicht die Art von Mensch gewesen, mit der man so leicht ueber solche Sachen reden konnte. Sie hatte auch bei dem letzten Gespraech (ihrem Dankeschoenbesuch) ueberhaupt nicht verstanden, wo mein Problem lag, wenn ich nach ihren verbalen Reaktionen bei allen Besuchen und besonders ihrem Gesichtsausdruck beim letzten Mal gehen darf. Das machen doch alle japanischen Schueler so…
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Higanbana,
der Fehlerteufel hat Dich erwischt. Bei Eurer lieben Philippina muss 2011 stehen, nicht 2012,
Gutn Rutsch! Bernd
Danke, Bernd, ich habe es geaendert.
Glückwunsch zur neuen ATS aus Deutschland!
Danke, sie ist schon ein liebes Maedel.^^