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Heute morgen…

… wurden alle meine Plaene zerschossen, richtig viel im Haus zu machen. Im Kindergarten traf ich eine Mutter einer der ganz kleinen Maedchen, die ich bisher noch nicht weiter gesehen hatte. Und ich weiss gar nicht, warum, aber auf einmal erzaehlte sie mir, dass sie aus Oita hergezogen sei.- Ich auch. Oita Stadt. – Ich auch. Wann denn? Ich im Maerz. – Ich auch. Aber meinen Stadtteil kennst du bestimmt nicht. – Klar, kenne ich.  etc. Und so ging es weiter. Und der und der Kindergarten und die und die Klinik, die und die Schule und der und der Strand. Und weisst du noch, der MEJIRON-Tanz und der knuffige Mejiron?  Und Poppo Ojisan mit der beruehmten Karaage (in Fett ausgebackene Fleischstueckchen, meistens Huehnchen, aber auch Fisch z.B. Kugelfisch ist moeglich). *wieder mal essen moechte*  Und nicht nur ich schwelgte in Erinnerungen und war uebergluecklich. Es gibt einfach Augenblicke, wo man auch mal Gespraechspartner braucht, denen man nicht jedes kleine Wort erklaeren muss, sondern die sofort wissen, wovon man redet. Auf jeden Fall sind die naechsten Treffen einander versprochen. Und beim naechsten Mal, wenn es klappt, wollen wir auch zusammen wieder mal nach Hause fahren. Aber trotzdem, ich fasse es trotzdem nicht, dass bei der geringen Kinderanzahl echt ein Oitakenmin (Bewohner von der Praefektur Oita)  mit bei sein sollte. Die Welt ist klein … .

Genau zum gleichen Augenblick kam unsere Nachbarin nach Hause, die in den letzten Monaten immer so viel um die Ohren hatte, dass man sich wirklich nie mal ruhig unterhalten konnte. Und wir blieben auf dem Flur haengen und redeten echt 90 min ueber die Stadt hier, die Kinder und ihre Entwicklung, die Kindergaerten etc. Es haette wirklich kein interessanterer Tag sein koennen. Auch wenn das alles meine Plaene fuer heute voellig ueber den Haufen geworfen hatte. (;_;)

10 Tage sind um

. . .und irgendwie haben weder die Kinder noch ich wirklich ganz verstanden, dass das Ganze nicht nur ein laengerer Urlaub ist. Toechterle erzaehlt allen, dass sie in jenen Kindergarten in der alten Stadt geht, womit natuerlich keiner was anfangen kann und nur komische Gesichter macht. Und gestern kam auch die Frage, wann sie denn wieder gehen duerfte.

In Bezug auf das Auspacken gebe ich zwar mein Bestes, aber zwischen Kinderhueten und Haushalt bleibt da nicht viel Zeit. Die kleingemachten Kisten vor dem Eingang werden zwar immer mehr, aber irgendwie scheinen sich die Kisten fortzupflanzen, weil ueberhaupt kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Ich hoffe nur, dass ich es koerperlich bis zum Montag durchhalte, bis die Kinder zumindest stundenweise wieder in den Kindergarten gehen koennen. Denn nach 10 Tagen Durcharbeiten und erkaeltete und/oder windpockenkranke Familienmitglieder pflegen bin ich einfach nur noch fertig.

Wieder ein Stueck naeher am Umzug

Jetzt sind es nur noch knapp 5 Wochen, und auch wenn es Abschied bedeutet, so “TENSHON AGARU” – steigt die Vorfreude. In den letzten 7 Tagen sind wir 2 Mal zu unserem neuen Zuhause gefahren und haben die ersten Sachen mitgenommen. Wenn ich ueberlege, dass jetzt schon 2 Zimmer leer sind, so kann ich mir nicht mehr wirklich vorstellen, dass der jetzige Umzug so anstrengend wie der letzte wird. Trotz des groesseren Gepaecks.

Die 2 Arbeitstage haben wir 4 gut dafuer genutzt, uns umzumelden, die Sache dem Arbeitgeber zu melden, die neuen Arztkostenermaessigungskarten zu bekommen, mit dem Kindergarten zu verhandeln und sogar noch eine billigere Gebuehr zu bekommen. *freu* Unsere Kinder waren so begeistert, dass sie am liebsten gleich da geblieben waeren. Die Reaktion von Toechterle hatte mich ja nicht wirklich ueberrascht, aber Soehnles Verhalten, der in dem Bereich doch sensibler und schuechterner ist, verblueffte mich wirklich. Selbst ich haette nicht erwartet, dass er sich sofort ins Getuemmel stuerzt, sondern haette eher gedacht, dass er noch etwas die Situation beobachtet, bevor es losgeht. Aber nichts dergleichen!

Die Kinder koennen sich dort auf viel Interessantes freuen wie z.B. Kalligraphie mit Tusche und Pinsel. Goettergatte war auch ueberrascht, da doch die Regel ist, dass die meisten Kinder erst in der Grundschule damit anfangen. Die Gymnastiktage
werden bestimmt auch Hoehepunkte im Leben der Kinder. Und Zahlen und Buchstaben findet meine Grosse ja so wieso unwiderstehlich.

Und was uns beide ein bisschen ueberrascht hatte, war, dass die Grossen, die im April in die Schule kommen, das Ein-mal-Eins wie eine Art von Gedicht oder eher noch OKYOU – ein buddhistisches Gebet  in Japan – auswendig lernen. Man mag davon halten, was man will, aber auf alle Faelle wird es den Kleinen sehr behilflich sein, wenn sie es schon koennen. Und den Kleinen scheint es sogar Spass zu machen.

Jetzt noch Wohnzimmer, Kinderzimmer und Kueche eingepackt und dann kann unser neues Leben losgehen. Langsam gewinnt meine Abenteuerlust wirklich ueberhand ueber meine Traurigkeit, dass ich mich hier von allem trennen muss.