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Und wieder ein Taifun…

Kaum ist Taifun Nr. 12 im Schritttempo ueber Japan hinweggezogen, bilden sich glatt 2 neue: Nr. 16, der langsam oestlich von Japan ueber dem Meer nach Norden zieht. Und Nr. 15, der teilweise mit 4 km/h, sprich extrem laaaaaaangsam suedlich von Okinawa Richtung China zog. Man spricht ja immer in der Chaoslehre, dass ein Schmetterling einen Sturm ausloesen muss. In China muss wohl ein Fluegelschlag eines Flatterwesens so stark gewesen sein, dass Nr. 15 eine Wendung in einem Zug vollzog und dabei ist, Richtung Norden an Japan vorbeizuziehen oder aber sogar irgendwo wieder Festland zu “betreten”.

Die durch den Taifun 12 getroffen Gebiete in Nara und Wakayama sind wieder im Ausnahmezustand. Gerade hatte man angefangen, die schlimmsten Beschaedigungen zu beseitigen, als wieder Evakuierungswarnungen ausgegeben wurden. Die Berge sind so aufgeweicht, dass ein paar Milliliter Regen der sprichwoertliche Tropfen ins volle Fass sein koennen, die das das Fass zum ueberfliessen bringen den Berg ins Rutschen bringen. Und das heisst, es kommen schnell einmal zig Hektar Wald mehrere 100 Meter den Berg runter.

Eines der groessten Erbstuecke vom Nr. 12 sind die Erdrutsche, die Fluesse angestaut haben. An einigen Orten sind dieses Erdrutschstauseen so voll, dass der Wasserstand nur noch um 10 cm steigen muss, um ueberzulaufen und den Damm zu zerstoeren. Mit dem Regen vom Nr. 16 und dem zu erwartenden Regen vom Nr. 15. ist das keine Frage, OB, sondern WANN es passiert. Und dann werden riesige Schlammlawinen in die Taeler hinabstuerzen, die alles mit sich reissen werden, egal ob von Natur- oder Menschenhand.

Taifun in Japan

Der Taifun Nr. 12, oder Talas, wie er in der internationalen Presse heisst, hat vielen Bewohnern Japans das Wochenenden sehr “versuesst”. Wir hier hatten gluecklicherweise nicht wirklich etwas davon mitbekommen, irgend welche Vorzuege muss ja der Umzug auch mit sich gebracht haben, obwohl selbst Oita noch mit einem blauen Auge davon gekommen war. Das Wochenendwetter war etwas unstetig, man wusste nie, wann der naechste LEICHTE Regenfall kommen wuerde, so dass wir doch lieber auf Waeschetrocknen im Zimmer optierten. Ein grosser Teil von Japan hatte leider nicht so viel Glueck. Der relativ starke und grosse Taifun fuhr seine Fortbewegungsgeschwindigkeit auf atemberaubende 9 km/h runter, das heisst im Klartext, dass man gleich doppelt und dreifach was von dem Stuermchen hatte, weil er einfach nicht in die Poette kommen und sich endlich in andere Gegenden verziehen wollte.

Und auch wenn der Sturm ueber Shikoku und Chuugoku hinwegzuzog, so ist es wieder einmal die Kii-Halbinsel mit den Praefekturen Osaka und Nara im Norden und Wakayama und Mie “darunter”, die so richtig etwas von ihm hatten. Mein Mann machte sich verstaendlicherweise um seine Familie Sorgen und versuchte anzurufen, aber “dank” des Sturmes war die Gegend telefonisch vom Rest der Welt abgeschnitten. Laut den Medien waren die Schaeden schon extrem: Im Nachbarstaedtchen seiner Heimatstadt stuerzte eine Bruecke in den Fluss darunter (gluecklicherweise ohne Tote und Verletzte), im Mittelteil von Wakayama-Ken wurden Leute von Erdrutschen verschuettet. Teile der Meereskueste wurden von Riesenwellen ueberspuelt. Bilder mit komplett weggeflogenen Daechern geiserten durch die Nachrichten. Gluecklicherweise konnte uns meine Schwiegermutter endlich am Abend mitteilen, dass es allen gut geht, auch wenn vor dem Haus der Oma sich so viel Wasser angesammelt hatte, dass es wohl teilweise auch ins Haus floss. Aber groesseren Schaden gab es trotzdem nicht. Mir tun nur all die Leute leid, die nicht so leicht davon gekommen sind, und koerperliche oder teilweise richtig heftige materielle Schaeden ertragen mussten.

Und… der Taifun Nr. 13 hat sich gebildet, gluecklicherweise scheint er auf einem Pfad zu sein, der ihn noerdlich von Hokkaido entlang fuehren duerfte, so dass die meisten Leute eher kein Problem haben sollten. Und die Haupttaifunsaison hat erst begonnen… .

Taifun yori Kinder

Frei nach Hana yori dango (lieber Dango-Kloesschen zum Essen als Hana – Blueten zum Anschauen) scheinen meine Kinder nach dem oberen Motto “staerker als Taifune sind wir allemal” zu leben. Da putze ich einen halben Tag die Wohnung am Sonnabend Nachmittag, nur dass die Wohnung keine 24 Stunden so aussieht, als ob der Taifun direkt durch unsere Wohnung gezogen ist. *wein* Kein Wunder, wenn der Taifun draussen verhindert, dass man raus kann. Heute hatte ich die schlimmsten Verwuestungen beseitigt, nur dass das Wohnzimmer eine Stunde nach der Heimkehr meiner Kinder wieder putzreif war. Da bleibt die Frage: Weiterkaempfen oder einfach aufgeben?