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Krank, wieder gesund und ein Verletzter

Die letzte Woche war hauptsaechlich dadurch gepraegt, dass es mir gelinde gesagt ziemlich dreckig ging. Schwach, kein vernuenftiger Schlaf nachts und dadurch auch extremer Schlafmangel, kein Appetit, manchmal mit mehr oder weniger Magenschmerzen. Aber trotzdem ging es mir irgendwie nicht schlecht genug, um wirklich zum Arzt zu gehen. Dafuer ist so einiges liegen geblieben, auch wenn mein Mann versuchte, mich so weit wie moeglich zu unterstuetzen. Und auch J., soweit es ihre Zeit zuliess. Danke noch mal!

Gestern ging es mir endlich wieder besser, so dass ich den ganzen Tag nutzte, um endlich den Kampf gegen das Chaos aufzunehmen. Und ich nahm mir mal endlich wieder die Zeit, ausgiebigst diverse Beilagen fuers Essen fuer meine Familie zu kochen. Aber als ich so gut wie in der Tuer stand, um meine Kinder abzuholen, bekam ich einen Anruf von dem AFSler der Oberschule hier um die Ecke, dass er mit dem Fahrrad gestuerzt sei und sich verletzt haette und nicht mehr laufen koenne. Ach du schoene Sch…ande! Und seine Gastmutter koenne er nicht erreichen und wisse nicht mehr, was er machen solle.

Zum Auto gestuerzt und du dem Ort hingefahren, wurde er von einem seiner SEMPAI (aeltere Schueler) huckepack die Fussgaengertreppe der Bruecke runtergetragen. Das ist jetzt kein Knochenbruch, oder?! Sollte ich ihn gleich zum naechsten Krankenhaus fahren? Dann sah ich also zu meiner Erleichterung, dass er mit Hilfe seines Sempais doch einigermassen laufen konnte, so dass ich mich entschloss, ihn nur nach Hause zu fahren.

Er erzaehlte mir, dass er wohl bald seine Familie wechseln werde, nicht, weil es jetzt unbedingt Probleme gibt, sondern weil selbst AFS jetzt wohl endlich findet, dass er viel zu weit von der Schule entfernt wohnt. Und am Haus seiner Gastfamilie angekommen musste ich dem auch nur zustimmen. Ich dachte vorher schon, dass er weit weg wohnt. Aber er wohnte noch ca. 3 km suedlich,  als ich erwartet hatte, fast an der Suedgrenze der Stadt, wogegen seine Schule sich ganz im Norden der Stadt an der alten Stadtgrenze befindet. Und jeden Tag ungelogen zweimal durch die ganze Grossstadt zu muessen, selbst wenn AFS die Kosten traegt, ist schon wirklich nicht das Wahre vom Ei, wenn man sich das Elend nicht selber ausgesucht hat und selbst einen wichtigen Grund fuer den Schulbesuch hat. Aber das ist leider viel zu oft die traurige Konsequenz der Tatsache, wenn man Schueler erst einer Schule zuteilt und dann “im Umkreis der Schule”  nach GF sucht und dann die erstbeste Familie nimmt, die bereit ist, einen Schueler aufzunehmen. Aber auch wenn das der Standard bei AFS ist, so machen das zumindest in Ansaetzen auch YFU, AYUSA und WYS (dfsr, GLS) so, die auch ihr Reservoir an Partnerschulen besonders in den Ballungsgebieten wie Grossraum Tokyo oder Osaka haben und teilweise sogar richtiggehend “Bestellungen fuer ein oder zwei ATS” bekommen.

Kleiner Nachtrag: J. wollte sich gerne das Sportfest der oertlichen Mittelschule anschauen, daher setzte ich sie dort am Sonntag ab, bevor wir in die Kirche fuhren. Aber selbst sie als Sportinteressierte hatte nach 2 Stunden Zuschauen genug und kam wieder nach Hause. Jetzt konnte sie wirklich meinen Kommentar verstehen, warum ich 6 Stunden Sportfest nicht unbedingt als wirklich aufregend empfand. Fuer die Teilnehmer ist es toll, aber als Zuschauer muss man wirklich gewaltig viel Interesse fuer so etwas haben, um nicht irgendwann wirklich tief gelangweilt zu sein.

Krank

Toechterchen hatte waehrend der Goldenen Woche nie wieder ueber irgendwelche Probleme geklagt, so dass ich die Sache im Auto doch mit einer einfachen Reisekrankheit zu erklaeren begann. Am Montagabend jedoch fing sie wieder mit “Mir tut der Bauch etwas weh” an, auch wenn das keinerlei Einfluss auf ihren Appetit zu haben schien. Ganz im Gegenteil zu mir, die absolut keinen Appetit an dem Abend hatte und weniger ass als mein 3-Jaehriger. Und dann passierte es: Um Mitternacht herum hoerte ich irgendwelche komischen Geraeusche, und nachgeschaut sah ich ein kleines Maedchen, die ueber meinem Muelleimer hing und sich ihres Abendbrots entledigte. Leider hatte sie nicht ganz getroffen, so dass mein Futon auch etwas abbekommen hatte. Zu meiner grossen Freude hiess das also naechtliche Reinigungsaktion und weinendes Kind-Beruhigen.

Mir selber ging es am Dienstagmorgen nicht besser als am Vorabend, und dann kam ein Anruf von Goettergatten, der wollte, dass ich ihn von der Arbeit abhole. Ehm? Es ist kein Regen, warum denn nur? Und zu meiner Freude erzaehlte er mir, dass er sich uebelsschlecht fuehle. Na toll, auch er entschaerft! Und noch mehr als ich, da er zu allem Brechen und Co. noch ziemlich hohes Fieber bekam.

Wenigstens geht es J. und Soehnle, und Toechterle wieder gut. Aber Pustekuchen! Donnerstagmorgen erhielten wir einen Anruf von der Schule, dass J. ueber Schmerzen im Magen klage und darum gebeten wird, dass wir sie abholen. Nee, nicht auch noch sie? Und das auch noch, wo sie ihre erste Kimonostunde an dem Tag haben sollte. Und am Wochenende sollte auch das Sportfest sein, zu dem sie bestimmt nicht fehlen moechte. Gluecklicherweise hatte die Klassenleiterin grosses Verstaendnis dafuer, so dass sie J. bat, doch auch gerne bis zum Sonnabend, dem Tag der Vorbereitungen fuer das Sportfest, zuhause zu bleiben. Etwas, was J. auch anscheinend brauchte, da sie selbst Sonnabendmorgen noch ueber Schmerzen klagte. Aber am Abend des 12. war dann gluecklicherweise wieder die ganze Familie fit, so dass der Teilnahme am Sportfest nichts mehr entgegen stand.

Dejavue Sportklub und ATS schwaechelt

J. hat sich dem Karateklub angeschlossen, einem Sportklub, DEM Albtraum fuer mich schlechthin. Alle boese Erinnerungen von der Zeit mit der Thai kamen wieder hoch, und saemtliche Alarmglocken klingelten in mir. Allerdings war es dank J.s Einstellung gar nicht so schlimm, wie ich befuerchtet hatte, weil sie mit ihrem Klub geregelt hat, dass sie nur 2 Mal pro Woche, sprich montags und mittwochs hingeht. Und ihr Klub hatte auch keine Probleme damit. Wenn sie also 2 Mal die Woche erst kurz vor 8 Uhr zuhause auf der Matte steht, dann duerfte selbst ich damit leben koennen.

Am Montag wollte sie gerne zu einem Feiertagstraining hin, aber selbst das war auch “nur” 2,5 Stunden lang, so dass sie puenktlich zu Mittagessen gluecklich und erschoepft wieder zuhause war. Mittwoch waere das letzte Mal Training vor der goldenen Woche gewesen, aber das waere der letzte Abend vor unserer kleinen Tour nach Oita und Miyazaki gewesen. Daher bat ich sie, doch dann bitte schon am Dienstag zu gehen, denn wenn sie schon so weit auf uns Ruecksicht nimmt, dann kann man ihr gerne auch mal Zugestaendnisse machen.

Goettergatte und ich machten uns Sorgen, ob sie nicht voellig nass nach Hause kommen wird, weil ploetzlich das HARE bis => KUMORI (sonnig bzw. wolkig) ploetzlich auf AME (Regen) wechselte. Und kaum hatten wir diese Sorgen ausgesprochen, da rasselte ein Schluessel im Schloss, und J. war zuhause. Aeh? (O_O) Was ist mit dem Klub heute? Da teilte uns J. mit, dass sie wegen Magenschmerzen und Schwindelgefuehlen auf den Klub verzichtet hatte. Ach du gruene Sch…ande!!! Wenn das das Gleiche ist, was die Kinder vor 2 Wochen oder so hatten, dann kommt auf beiden Seiten Freude auf und eine aufregende Nach auf uns alle zu. Und was passiert, wenn es ihr am Donnerstag nicht besser geht… ? Ich ging innerlich schon Vorschlaege fuer Plan B durch.

Dann klingelte das Telefon, und ihre absolut liebe Klassenleiterin war dran. Ich dachte erst, sie wollte sich wegen J. s Zustand erkundigen. Als ich aber dann ihr Anliegen hoerte, dachte ich, ich hoere nicht richtig … im wahrsten Sinne des Wortes.

Ueber eine Freundin von mir hatten wir an einer anderen Oberschule anfragen lassen, ob es denn nicht moeglich sei, am fuer J. schulfreien 14.5. mit der Tochter dieser Freundin zusammen zu deren Oberschule zu gehen. Diese ist im Gegensatz zu J.s Grossstadtschule eine Landoberschule, von der viele Schueler “nur” eine Arbeit nach dem Abi anstreben und somit die ganze Schulathmosphaere nicht so stark auf nur Pauken, Pauken und nochmals Pauken ausgerichtet ist.

Im Rahmen der stillen Post muss aber irgendwo ein grosses Missverstaendnis aufgetreten sein, weil der Direktor der Schule es so verstand, dass J. ein bis zwei Mal pro Woche auf die Schule gehen moechte. Und ueber diese Anfrage war, gelinde gesagt, sowohl der Direktor an der Land- als auch der an J. Schule arg erstaunt und wollten wissen, was das jetzt bedeuten solle.

Ich erklaerte der Klassenleiterin die Sache, die dann auch sichtlich erleichtert wirkte. Und sie fand es auch richtig gut, wenn man schulfreie Tage fuer Aktionen verwendet, die den eigenen Horizont erweitern, und nicht fuer schulregelnbrechende Aktionen wie Karaoke oder Purikura, die “schlecht fuer Koerper und Geist sind”. Von J.s Schule aus duerfte dem Besuch nichts entgegen stehen, jetzt muss nur noch die Landoberschule ihr O.k. geben, dass sie fuer einen Tag eine Schuelern mehr haben.

An unser kraenkeldes Austauschschuelerlein denkend warnte ich die Klassenleiterin auch vor, dass J. eventuell am Folgetag nicht in die Schule kann. J. schien ueber die Aussicht weniger als gluecklich zu sein, also machte ich ihr fuer alle Faelle ein Bento und schickte sie mit Medizin ins Bett.

Heute morgen begruesste mich allerdings ein immer noch nicht besonders gesund aussehendes kleines Maedchen, das immer noch ueber Unwohlsein klagte. J. wieder ins Bett geschickt, rief ich also die Klassenleiterin noch einmal an, um ihr die Situation mitzuteilen. Gluecklicherweise verlief das unproblematisch, obwohl ich wahrscheinlich nach der Goldenen Woche noch irgendwelche Papiere ausfuellen muss.

Plan B wurde immer akuter, bis dann aber am spaeten Vormittag ein besser aussehendes Maedchen aufstand, das sogar von Hunger sprach. Na, dann kann es ja doch nur noch bergauf gehen. Also stuerzte ich mich doch auf die Vorbereitungen fuer den Ausflug… .