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Die Pruefung rueckt immer naeher

Ich hatte mich letztes Jahr mehr oder weniger ueberreden lassen, dass ich die Pruefung zum 2. Niveau der Assistenzlehrers fuer Kimonoanziehen ablege. Das heisst, dass ich am 26. Februar neben einer schriftlichen Pruefung auch zeigen darf, dass ich mich selber in 15 min anziehen und einen Nijuudaiko binden kann. Und dann darf ich jemanden anziehen und einen von 4 Knoten binden (die ich waehrend der Pruefung gesagt bekomme), wobei der Bunko mein Lieblingsknoten ist und Tateya und Takaranojime o.k. sind. Der Albtraum eines jeden Prueflings ist aber  der wunderschoene, aber wirklich aufwendige Fukurasuzume Knoten, bei dem es leicht passiert, dass einfach die Zeit nicht ausreicht und man deswegen schlechtweg scheitert.

Am Donnerstag abend hatte sich U. SEMPAI 2 Stunden zur Verfuegung gestellt und sich anziehen lassen. Und ich kann es immer noch nicht glauben:  ich habe geschafft, sie anzuziehen und den Knoten zu binden und hatte sogar noch genuegend Zeit fuer den letzten Check, ob sich nicht wirklich noch irgendwo eine Falte gebildet hatte, die weggefaltet oder weggestopft werden moechte. Selbst SENSEI war ueberrascht. Sicher, das heisst noch lange nicht, dass ich die Pruefung auch wirklich bestehen kann, aber zumindest zeigt es erst einmal, dass ich eine reale Moeglichkeit habe, dass ich es schaffen koennte.

Das Jahr geht seinem Ende zu und …

… die Kimonopruefung Ende Februar rueckt immer naeher. Vor Weihnachten rief mich meine Lehrerin an, und zu meiner grossen Ueberraschung erwaehnte sie ploetzlich was von “schriftlichem Examen”. Ehm, wie bitte? Im Grunde habe ich nichts dagegen, wenn auch das theoretische Wissen geprueft wird, aber warum das dann auf den letzten Druecker? Ich haette ueber ein halbes Jahr dafuer Zeit gehabt.  Also heisst es jetzt bis zum 29. und dann wahrscheinlich noch etwas im Januar das Lehrbuch durchzuarbeiten und die Sachen auswendig zu lernen, damit ich dann die Lueckentexte ausfuellen und die Abfragen beantworten kann. Nicht, dass ich jetzt nicht viel Besseres zu tun habe, wo eigentlich die letzten Wochen im Dezember verlangen, OOSOUJI 大掃除 – “rituelle” Grossreinigung im japanischen Haus zu tun.

Sushi, Purikura und Kimono

Dienstagmorgen achtete ich peinlichst darauf, dass ich jedem das richtige Bento in die Tasche packte, bevor ich K. an der Schule ablieferte. Fuer den Dienstagabend war die letzten Kimonostunde in diesem Jahr angesagt, so dass wir zwischen ATS-Abholen und der Stunde nur hoechstens 2 Stunden Zeit haben. Da K. auch so die Purikura bewundert hatte und GG am Mittwoch wieder Nachtschicht haben sollte, beschlossen wir, das auch noch auf diesen letzten moeglichen Tag zu legen. Also ging es von der Schule zum Sushiladen, den K. sehr interessant fand. Dann schnell zum nahegelegenen Shopping-Center, die Treppen hochgerast zu den Purikuraautomaten. Nachdem die Fotos bearbeitet waren, ging es schnell wieder runter zum Auto und nach Hause, wo wir die Sachen schnappten und zum Kimonounterricht gingen. Und dort hatte eine SEMPAI ihre Furisode bereitgelegt, die meine Sensei K. dann anzog, waehrend wir Schuelerinnen unsere eigenen Vorbereitungen machten. Der Kimono stand K. auch wirklich toll, und dann noch ihr freudiges Gesicht dazu… einfach nur perfekt. Sensei und die andere Schuelerin mussten dann gleich auch noch ausgiebig Fotos machen, so dass nicht nur K. ein paar schoene Erinnerungsfotos mit nach Hause nehmen kann.