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Ich muss wohl doch langsam…

… mal unsere Austauschkinder-Seite verweitern. Wir haben heute zugesagt, dass wir den kleinen Franzosen aufnehmen, den man uns angeboten hat, und da die Zeit bis zu den Ferien nicht mehr lang ist und wir davon auch noch eine Woche nicht da sind, wird WYS als erstes mit der privaten Oberschule bei uns “um die Ecke” sprechen und dann irgendwann in der 2. Haelfte Juli zum Familienbesuch kommen. Es ist nicht gerade die Reihenfolge, in der es sonst laeuft, aber was will man machen. Die Ferien fangen bald an, und wir koennen sie ja nicht einfach zu meinen Schwiegereltern einladen. Aber anscheinend glaubt Frau Nishida uns nach den ausfuehrlichen Mails und Telefonaten, dass wir nicht irgendwelche komischen Leute sind, und war am Telefon “sichtlich” hocherfreut und erleichtert. Und sie will den Jungen wohl jetzt schon inoffiziell davon in Kenntnis setzen, dass er eine Familie hat. Sicher, hier gibt es so viele Schulen, ein Teil davon sind auch Partnerschulen, davon auszugehen, dass alle absagen waere absolut irrealistisch. Auf dem Land koennte ich mir das bei einer oder vielleicht 2 in Fragen kommenden Schulen vorstellen, aber nicht, wenn es schaetzungsweise 15 bis 20 Schulen gibt. Daher nehme ich auch an, dass der Ablehnungsgrund von YFU vor 1,5 Jahren einfach eine (Not-)luege war, um uns loszuwerden.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Junge so ist, wie er sich beschrieben hat und er von anderen beschrieben wurde und dass die Chemie stimmt. Auf alle Faelle haben mein Mann und ich abgesprochen, dass wir auf keinen Fall “MURI” machen werden. (MURI: etwas Unvernuenftiges, Unlogisches, Wenig Sinnvolles, mit dem man sich nur selbst schaedigt). Wenn es trotz Redeversuchungen wieder nur zu Beharren auf die eigenen Beduerfnisse kommt und diese nicht mit unserem Leben vereinbar sind, dann werden wir uns fruehzeitig von ihm trennen.

Wir hoffen aber alle von Herzen, dass es nicht so weit kommen wird und dass wir alle eine schoene, lehrreiche, angenehme Zeit miteinander verbringen werden und das unsere Kinder viel Spass mit ihrem Oniichan haben werden.

 

Mail von WYS

Bis heute Mittag war leider immer noch keine Post da, aber da Maennle bis zu seinem Urlaub in seiner Heimatstadt fast keinen freien Tag mehr hat und wir uns wirklich am Dienstag entweder fuer oder gegen eine Aufnahme entscheiden muessen , hatte ich heute noch einmal eine Mail an WYS geschickt.

Den (etwas unerwarteten) Anruf habe ich leider verpasst, dafuer hatte ich eine Mail bekommen, wo uns die Leiterin mitteilte, dass sie uns einen zweisprachigen Jungen (franzoeisch, englisch) vorschlagen, der wohl kleinere Schwestern hat, um die er sich gerne kuemmert. Das Land weiss ich leider nicht, aber bei der Sprachenkombination wuerde ich auf Grossbritannien, Frankreich, Belgien oder die franzoesische Schweiz tippen.

Ganz kurz war ich doch am Schlucken, irgendwie hatten Goettergatte und ich doch eher mit einem Maedchen gerechnet. Aber naja, die meiste Zeit mit dem Luxemburger war ja auch ganz o.k., und er hatte sich jedenfalls besser um Babytoechterle gekuemmert, als es die Thai auch nur ansatzweise machte. Nur wegen des Geschlechts jetzt abzulehnen waere einfach nur unfair.

Jetzt bleibt nur abzuwarten, bis wir die Unterlagen haben, so dass Goettergatte und ich die entgueltige Entscheidung treffen koennen. Mal sehen!

Und ich war auch so frei, der Leiterin hoeflich mitzuteilen, dass ich nicht besonders gluecklich darueber bin, wenn ich einfach so mit dem Vornamen angesprochen werde. Nicht, dass man darueber mal reden koennte, wenn man sich besser kennt, aber selbst mit dezenten Hinweisen darauf, dass ich <Nachname> heisse, ignorieren das Japaner penetrant und bohren teilweise solange nach meinem Vornamen, dass ich entweder nur unhoeflich werden oder ihnen meinen Vornamen nennen kann.

Und da war’s…

… das Happening zum Sonntag, auf das ich gewartet hatte: Nachbarstochter lief die Treppe runter, meine Grosse hinterher, dicht gefolgt von kleinem Bruder. Gefuehlte 30 Sekunden spaeter stuerzten beide Maedchen die Treppe wieder hoch, und auf die Frage hin, wo der Kleine sei, antworteten sie unverstaendlich, aber sichtlich panisch mit “Der macht ghpa@aah.” Das Schlimmste ahnend lief ich auch die Treppe und … ich sah einen Schuh und noch einen und ein T-shirt und eine Hose und dann … einen splinternackten Zweijaehrigen, der nach Lust und Laune in der grosse Pfuetze vor der Tuer plantschte und sich gerade flach in die Pfuetze legte, als ich dort ankam. *umkipp* Ja, genau das, was ich zu meinem Glueck noch brauchte.