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Alleine uebernachten-die Zweite

Ich habe zwar gestern noch relativ lange auf Toechterle gewartet, aber vergebens. Unsere Kleine, oder eigentlich sollte man wohl jetzt langsam von GROSSE sprechen, hat wirklich die Nacht alleine im Haus ihrer Grosstante verbracht und laut den Erzaehlungen von Toechterle und Tante eine absolut geniale Zeit gehabt. Was will man mehr? Toechterchen ist wieder einen Schritt dichter am Grosswerden.

Und wo wir von Schritten sprechen, da ist noch eine zweite Sache, die sie jetzt endlich gelernt zu haben scheint. Sie kann auf der Toilette kacken. Das mag jetzt auch nicht wie irgend etwas Bemerkenswertes klingen, aber auch wenn sie wusste, dass man das auf der Toilette macht, so war da irgend eine Hemmschwelle. Und Toechterle verkroch sich in eine Ecke und drueckte die Wurst in die Hose. Ich konnte machen, was ich wollte. Sie ueber die Suende aufklaeren brachte genau so wenig wie sie rechtzeitig “zwangmaessig” auf die Toilette zu bringen oder die Toilette irgendwie positiv zu gestalten. Und nachdem wir mal im Freien ein Loch buddeln mussten, geht sie freiwillig auf die Toilette und macht ihr grosses Geschaeft da. Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Vielleicht hat das Machen ins Loch ihr gezeigt, dass es kein Problem ist, ein Loch unter sich zu haben.

Meilensteine

… im Leben eines kleinen Jungen

In der letzten Zeit habe ich das Gefuehl bekommen, dass mein Baby wirklich gross geworden ist:

  • Er redet wie ein Wasserfall, auch wenn “duedduelluetuet-TA”-Saetze noch haeufig sind. Sprich, ich habe keine Ahnung, ueber was er sich jetzt aufregt, sondern weiss nur, dass es Japanisch in der Vergangenheit ist und sehr oft Klagen uebers grosse Schwesterchen sein muessen. Und wenn er Fwasser oder A-u-to oder biiitte oder dankae sagt, ist auch nur zu knuffig, auch wenn natuerlich japanische, einschliesslich voellige sinnlose von Schwesterchen gelernte Woerter (?) wie Babuu, babuuu  oder Bohbb fuer Brust wesentlich haeufiger sind.
  • Er versteht definitiv “Wie heisst du?” und “O-namae wa?” richtig, auch wenn ich bei der Antwort immer wieder vor Lachen auf dem Boden liege: Wie heisst du? – Baby! *strahlt uebers ganze Gesicht* 
  • Er war am Sonnabend das erste Mail O-Touban-san お当番さん. Ein taeglich neu vergebener Job im Kindergarten,  aehnlich wie “Meldedienst” zu DDR-Zeiten, auf den die Kinder absolut stolz sind und war bei uns im Kindergarten nur die “Grossen” machen duerfen. Und unser Kleiner wurde jetzt offiziell in den Namenkartenring mit aufgenommen und darf jetzt so alle 3 Wochen einmal O-touban machen.
  • Er kommt jetzt an die untere Taste im Fahrstuhl an und hat meines Erachtens schon verstanden, dass man da draufdruecken muss, um nach unten zu kommen. (Ein potentieller Ausloeser fuer neuen Streit mit Schwesterchen, die das bis jetzt immer stolz gemacht hat. *seufz*)
  • Er hat am Montag das erste Mal gewartet, bis der Englischunterricht im Kindergarten vorbei war, bevor er genommen und gedrueckt werden wollte. Bis jetzt war das immer so, dass er entweder voellig enttaeuscht war und losweinte, wenn ich ihn erst einmal wegschieben musste. Oder er hatte sich wahlweise an mein Bein geklammert, so dass ich die Erzieherinnen um Hilfe bitten musste, dass sie ihn mir abnehmen. Mit Kind am Bein laesst sich nun mal nicht soo gut tanzen und springen.
  • Mein Kleiner hat sich perfekt an den Kindergarten gewoehnt und liebt ihn abgoettig. Wenn ich ihn auf dem Arm habe und er ueber die Tuer schauen kann, faengt er sichtlich an, den Raum nach Spielzeug zu scannen und schwebt sofort in seiner Welt. Und Mama noch mal eines Blickes wuerdigen, fuer so etwas ist doch ueberhaupt keine Zeit. Dafuer sind doch richtige Kindergartenkinder vieeeeeel zu beschaeftigt. Was fuer ein Unterschied, als wir ihn nur ab und zu mal in den Kindergarten gehen liessen und er oft den halben Tag weinte, wenn Schwesterchen keine Zeit fuer ihn hatte. Uebrigens, wenn ich ihn abends abhole, kommt er fast in meine Arme geflogen und muss dann zuhause auch erst einmal ausgiebig … nennen wir es mal “kuscheln”.
  • Mein Kleiner kann, wenn er will, seine Schuhe ausziehen. Gut, das koennen wahrscheinlich viele, aber er nimmt sie dann ordnet sie perfekt aneinander und stellt sie mit knapp zwei Jahren auch an die Stelle im grossen Kindergartenschuhschrank, wo sein Name steht. Und er holt beim Abholen auch seine und Schwesterchens Schuhe aus dem Schrank und stellt sie an die Schuhanziehkante. Sicher moegen das andere Zweijaehrige auch oder sogar viel frueher geschafft haben, aber bei seiner 2-jaehrigen Schwester waere das undenkbar gewesen. “Du willst aufraeumen? Klar, mach doch, aber bitte schoen alleine!” Sugoku erasou – mit einem ziemlich herrschaftlichen Getue gab sie mir das jedes Mal zu verstehen. *seufz* Gluecklicherweise ist meine Prinzessin aber klug und lernfaehig  und kann das mittlerweile auch, wenn sie WILL.  

Macht weiter so, meine Kleinen. Ich freue mich darauf, was ihr mir noch so alles zeigen werdet.

Kindermund 02

Soehnle scheint zur Zeit in einer Phase zu sein, wo er ploetzlich viele neue Woerter aufschnappt und sie aktiv benutzt.  Ein grosser Teil ist verstaendlicherweise Japanisch, aber auch einige neue Woerter sind dabei.

Sein neues Lieblingswort scheint AUTO zu sein. Wenn wir die Fahrzeugkarten auf der Toilette anschauen, wird das alles freudestrahlend mit “Auto” kommentiert. Und beim Autofahren wird er schnell mal sichtlich aufgeregt und erzaehlt mir dann das, was ich noch nicht wusste: Naemlich, dass vor und neben unserem Auto AUTO fahren.

Toechterle ist zur Zeit gerade in der Interviewphase, wo sie ein Spielzeugmikrofon nimmt und mich interviewt:

T: Mama, wie heisst du?
M: Mama (oder wahlweise Mutti).
M: Wie heisst du?
T: <Toechterles Spitzname, den sich sie selber verpasst hat>

Soehnchen ist natuerlich nicht dumm und spielt das nach.
S:%’%%YY’ (haut Mama bald das Mikro ins Gesicht).
M: Mama.
M: Wie heisst du?
S: Baby.
M: *umkipp*

Ich versuche auch, Toechterchen allgemeingueltige Hoeflichkeitsregeln beizubringen. Und dann kommt immer mein zugegebenerweise oft gebrauchtes “Was sagt man da?” – “Danke!”

Soehnle ein Glas FWASSER mit AISCH (wie er immer sagt) gegeben, und eine stolze Mama bekam auf ein “Was sagt man da?” ein “Danke!” gesagt. Cool, er hat’s verstanden. Dann heute morgen.  Kleiner Junge kommt ohne Kommentar ins Wohnzimmer und eine irgendwie etwas genervte Mama fragte wieder die Frage. “Was sagt man?” Kleiner Junges Antwort: “Danke!”  Na danke, Pawlow laesst gruessen.