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Besuch von Oberschuelern

Am Mittwoch hatten ein paar Oberschuelerinnen so bedauert, dass sie die Kinder nicht mehr sehen koennten, so dass ich sie spontan fuers Wochenende eingeladen hatte. Ein Maedchen war zwar leider verhindert, dafuer kamen dann ihre beiden Freundinnen. Aber auch wenn ihr hauptsaechlicher Grund eigentlich Spielen mit den Kindern waren, so zeigten die Kleinen wenig Interesse, weil sie tief im Spiel mit den Nachbarskindern vertieft waren und nun auch wirklich keine Zeit fuer ONEECHANs hatten. Aber sie zeigten den Maedchen noch, wo sie hingehen muessen, bevor sie sich dann absetzten. Daher lief es doch darauf hinaus, dass sie doch eher meine Gaeste als Spielkameraden der Kinder werden. Aber sie schienen das auch nicht wirklich zu bedauern, und beim Essen von Stollen und Trinken von Tee oder Schokolade konnten wir uns ueber Oberschulen in Japan und Europa austauschen. Und die Maedchen waren auch sehr an Erfahrungen und Meinungen zum Austausch interessiert, auch wenn ich eher nicht glaube, dass sie wirklich den Sprung wagen und fuer eine Zeit ins Ausland gehen.

Gegen halb 5 Uhr kamen auch die Kinder nach Hause und wollten auch ihren Teil Stollen essen. Waehrend Toechterle Zeit mit den Maedchen verbrachte, entschaerfte es Soehnle leider voellig, der dann erst einmal Mittagsschlaf unter dem KOTATSU halten musste. Und kurz nach 5 Uhr schauten die Maedchen an die Uhr und erzaehlten mir, dass sie so langsam leider wieder nach Hause muessen, weil ja am naechsten Tag wieder Schule sein sollte. Das eine Maedchen telefonierte mit ihrem Vater und stellte zu ihrem grossen Erstaunen fest, dass er ja schon unten auf dem Parkplatz auf die Maedchen wartete. Daher hiess es leider, voneinander Abschied zu nehmen, wenn auch mit dem Versprechen, sich bald mal wieder zu besuchen.

Kikuchi und Kimono

Takeru wollte gerne in eine Onsenstadt fahren, da wir aber fuer Freitag schon eine Fahrt ins weiter entfernte Aso geplant hatten, schlug ich ihm eine Fahrt nach Kikuchi vor. Eine Onsenstadt, die so einiges an Sehenswertem zu bieten hat, aber in den allerwenigstens westlichen Reisefuehrern aufgefuehrt ist.

Die Fahrt ging erst zum Ryuumondamm, von dem man einen wunderschoenen Blick auf die Gegend hat.

Kikuchi, Ryuumon-Damm

Vor dem Rasthaus dort war ich ueber die Haesslichkeit der Hunderasse erstaunt, bis ich zu meinem Erstauen feststellen musste, dass mir dort der Ruecken eines Schweines anlachte.

Schwein als Haustier

Daraufhin ging es zur Kikuchi Keikoku, der Kikuchi-Schlucht, wo der Fluss dort ein atemberaubendes Tal in den Berg geschnitten hat. Bei der 33 Grad schwuelheissen Luft in der Grossstadt war der Ort einfach nur genial, um dort den Sommer zu verbringen.

Kikuchi Keikoku (Schlucht)

Dabei sehen wir auch dieses suesse Schild. Der ehrentwerte Leser moege einmal raten, was man damit ausdruecken wollte.

Japanisches Schild

Auf dem Weg zurueck fuhren wir noch einmal in unser “Haus- und Hofonsen”, wo meine Tochter mit 2,5 Monaten ihr erstes Onsendebuet hatte und nicht einmal die Notwendigkeit sah, irgendwie protestieren muessen. (Ja, sie ist immer noch ein grosser Onsenfan.) Er ging ins ROTEMBURO 露天風呂, das Bad unter freiem Himmel, das er sogar ganz alleine fuer sich hatte. Dort sah er ein Schild, das nicht nur ihn zum Schmunzeln brachte: Achtung! Herr Blatt und Frau Kaefer kommen zu Besuch! Und ja, es gab wohl so einige Besucher…

Auf dem Weg nach Hause machten wir einen Abstecher zu einem groesseren Einkaufszentrum, um dort vielleicht noch einen Yukata, ein japanisches Sommer”kleid” fuer Maenner fuer Takeru zu kaufen. Aber leider war die Saison auch dort vorbei.

Am Abend nahm ich dann ONIICHAN mit zu meiner Kimonolehrerin, weil ich gerne wollte, dass er mal einen Kimono richtig angezogen bekommt und ich auch mal die Chance bekomme, gezeigt zu bekommen, wir man das richtig macht. Schliesslich habe ich auch einen Sohn, und die Hoffnung (, dass er sich fuer japanische Kleidung interessiert, ) stirbt zuletzt. Es war fuer uns alle drei ein schoenes Erlebnis und ein schoener Abschluss eines fast perfekten Tages.

Yakiniku, Friseur und Onsen

So ungefaehr laesst sich der erste Tag hier zusammenfassen. Takeru erzaehlte, dass ja Yakiniku, das japanische Grillen im koreanischen Stil, so teuer sei, worauf ich ihm von einem Laden hier und seinem unwiederstehlichen Mittagessensangebot erzaehlte. Klar, das muessen wir unbedingt machen. Also dorthin. Erstaunlicherweise war es fuer einen normalen Arbeitstag unglaublich voll, weil genau zu dem Zeitpunkt auch eine chineische Reisegruppe dort gegessen hatte. Nach dem Essen ging es dann zum nahegelegenen Shopping Center, wo Geldautomat und Friseur auf Takeru warteten. Fuer 1000 Yen werden einem dort die Haar geschnitten, und so extrem schlecht ist die Qualitaet auch nicht, so dass der Laden zumindest von Maennern gut besucht ist. Und wenn man schon in Kyuushuu ist, dann muss man auch ein schoenes und vor allem bezahlbares Onsen mitnehmen. Auf dem Weg zum Kindergarten ging es noch schnell einkaufen, und schon war ein schoener Tag zuende.

Auf dem Weg nach Hause stellten wir fest, dass unser Haus- und Hoftempel hier ein Fest vorbereitete und bis zu unserer Wohnung hin bekannte Kinderlieder zu hoeren waren. Takeru war so nett, die Kinder dorthin zu nehmen, ich wollte dann nachkommen. Allerdings beschloss ich dann doch, lieber die Ruhe zu nutzen und die Kueche und die Waesche fertig zu machen. Und puenktlich mit der Rueckkehr der Kinder war ich auch fertig. Die Kinder waren voellig gluecklich und zeigten mir ihre Geschenke, nur erzaehlte mir Takeru, dass die Kinder zwar toll, aber auch sehr anstrengend seien, besonders weil sie vor lauter Aufregung doch jeder in eine andere Richtung liefen.  Und er ist natuerlich fuer den Vater gehalten worden und hatte die komischsten Blicke bekommen. Aber wahrscheinlich nicht soo dumme wie unsere deutsche Austauschschuelerin, wenn sie in Schuluniform auf ihre damals einjaehrige Gastschwester aufpasste. *haha*