Monatsarchiv: Dezember 2011

Das Jahr geht seinem Ende zu und …

… die Kimonopruefung Ende Februar rueckt immer naeher. Vor Weihnachten rief mich meine Lehrerin an, und zu meiner grossen Ueberraschung erwaehnte sie ploetzlich was von “schriftlichem Examen”. Ehm, wie bitte? Im Grunde habe ich nichts dagegen, wenn auch das theoretische Wissen geprueft wird, aber warum das dann auf den letzten Druecker? Ich haette ueber ein halbes Jahr dafuer Zeit gehabt.  Also heisst es jetzt bis zum 29. und dann wahrscheinlich noch etwas im Januar das Lehrbuch durchzuarbeiten und die Sachen auswendig zu lernen, damit ich dann die Lueckentexte ausfuellen und die Abfragen beantworten kann. Nicht, dass ich jetzt nicht viel Besseres zu tun habe, wo eigentlich die letzten Wochen im Dezember verlangen, OOSOUJI 大掃除 – “rituelle” Grossreinigung im japanischen Haus zu tun.

Weihnachten mit Kirche

Dieses Jahr war nun das erste Mal Weihnachten in unserer neuen Stadt und das erste Mal, dass GG zumindest ansatzweise erleben durfte, warum es dieses Fest gibt.

Der 23.12. ist Kaisergeburtstag (haette er nicht einen Tag spaeter geboren werden koennen, so habe ich oft denken muessen), also nutzte ihn unsere Haus- und Hofkirche fuer die Durchfuehrung einer Weihnachtsfeier fuer Kinder. Es kamen inklusive uns 18 Kinder und 6 Erwachsene, so dass die Kirche im wahrsten Sinne volles Haus hatte und die Kirchenwaende vor Jauchern und Jubelschreiben echt widerhallten. Alles in allem ein wirklich gelungenes Fest. Der Tag fand dann seinen Abschluss mit dem Essen in einem Steakhaus, dass den Namen “Volks” traegt und von dem GG ziemlich begeistert ist.

Am 24. war GGs erster freier Tag seit langem, so dass er die erste Haelfte des Tages fuer diverse notwendige Aktionen nutzte. Spaeter holte er die Kinder und die Weihnachtstorte mit CureMelody und GokaiGreen ab, aber “dank” des unglaublichen Staus in der Stadt dauerte es ewig, bis GG und Nachwuchs endlich wieder zuhause waren. Mittlerweile war die Zeit so fortgeschritten, dass GG und ich uns anblickten und mit einem Nicken beschlossen, auf das Weihnachtsliedersingen bei Kerzenschein in der Kirche zu verzichten. Ich hatte es dem Pfarrer so wieso gesagt, dass wir eventuell wegen der spaeten Zeit darauf verzichten, so dass das auch weiter kein Problem war. Mr. Santa, aka der Weihnachtsmann kam nach dem Abendessen (Toufu-Kaese-Nabe und gebratende Huehnerfleischstuecke)und stellte die Geschenke im Flur ab, und unsere Grosse entdeckte die Geschenke freudestrahlend und rief ihr Bruederchen, ihr doch beim Tragen ins Wohnzimmer zu helfen. Den restlichen Abend wurden die neuen Geschenke ausprobiert, und so richtig wollten sich die Kinder nicht zum Schlafengehen ueberreden lassen.

Am Sonntag gab es keinen Kindergottesdienst, dafuer war nach dem regulaeren Weihnachtsgottesdienst ein Abendmahl mit Mittagessen. Das mitgebrachte Essen wurde nach dem Gottesdienst auf den Tischen dort arrangiert, und danach wurde die Abendmahlzeremonie mit Weissbrotstuecken und Himbeersaft (?) durchgefuehrt. Dadurch konnten auch die Kinder mit teilnehmen, selbst die Kleinste mit nicht einmal 2 Jahren. Und selbst mein Mann wurde mit in die Zeremonie mit eingeschlossen.

Nach dem Mittag und Gespraechen mit anderen Mitgliedern ging es langsam auf 15 Uhr zu, so dass GG zum Aufbruch draengte. Fuer 15.00 Uhr hatte Kamen Rider FOUR-ZE (gesprochen “phose” wie in Metamorphose) in einem Supermarkt einen Fototermin angekuendigt. Und wohlwissend, wie unsere Kinder darauf reagieren werden, wollten wir ihnen das nicht entgehen lassen. Und richtig, wir waren keine Minute zu frueh da: Als wir vom Parkplatz zum Supermarkt gingen, kam der Durchruf, dass sich alle Interessenten bitte zum Fototermin einfinden sollten. Und richtig, beide Kinder  drehten nahezu durch, als sie ihren Helden nur 3m an sich vorbeigehen sahen. Einkaufen und nach Hause fahren, und schon wieder war ein richtig schoener Tag und damit auch Weihnachten vorbei.

 

Kindermund am Heiligabend

In Japan hat es sich zur Tradition entwickelt, am 24. Dezember Sahnetorte zu essen, die entweder mit Schokolade oder mit Erdbeeren belegt wird. Ja, Erdbeeren gehoeren zur japanischen Weihnacht wie Stollen zur deutschen.

Fuer unsere Kinder bestellten wir wieder eine Sahnetorte bei der Baeckerei um die Ecke, die wir dieses Mal fuer beide Kinder mit Cure Melody und Gokai Green bemalen liessen.

Die Kinder bestaunten die Torte mit offenen Mund, bis sich Toechterchen losriss und uns Eltern fragte: Wer hat denn eigentlich Geburtstag? Mein Bruederchen?
Papa: Nein, das ist doch ein Weihnachtskuchen.
Mama: Du weisst doch, was sie in der Sonntagsschule gesagt hatten: Jesus wurde heute geboren.
Darauf finden beide Kinder an zu singen: “Happy birthday to you, happy birthday to you, happy birthday dear …(kleine Denkpause)… Jesus, happy birthday to you.”

Naja, ganz so unrecht haben sie ja nicht… !