Ich muss wohl langsam meine Gastkindliste erweitern…

Im Februar redete ich mit den Kindern und Goettergatten, wie es mit einer erneuten Aufnahme aussah. Goettergatte fand es gut, und die Kinder wuenschten sich unbedingt eine neue ONEE-CHAN, nachdem M. wieder nach Hause geflogen ist. Also teilte ich das WYS mit, die sich verstaendlicherweise sehr freuten.

Mich hatte im Herbst ein Maedchen angeschrieben, dass sie von unserer japanischen Organisation akzeptiert worden sei und das wir ihre absolute Traumkonstellation als GF haetten und auch eine etwas ruhigere Gegend in Kyuushuu ihr absoluter Traum sei. Fuer irgendwelche Entscheidungen war es damals noch einfach zu frueh, aber ich erzaehlte WYS von ihr und sagte, dass wir fuer den Fall einer erneuten Aufnahme gerne auch mal ihr Profil mit anschauen wuerden.

WYS schickte uns am Montag 2 Profile zu, eines wie gesagt vom Maedchen von oben und das Profil einer absolut nett wirkenden, lustigen 17-jaehrigen Franzoesin. Auch das Mal-ne-Nacht-darueber-schlafen brachte mich keinen Schritt weiter, und als ich mit den Kindern sprach und ihnen die Besonderheiten der Maedchen erklaerte, bestanden sie darauf, dass wir beide nehmen. Aber in Japan sind Doppelplatzierungen absolut unueblich, und wenn wir z.B. an unser gegenwaertiges Auto denken, waeren 6 Personen auch staendig ein Problem. M. und ich konnten sich nur eine moegliche Loesung aus dem Dilemma vorstellen: Wir finden eine passende Gastfamilie fuer eine von den beiden. Wir gingen also zu der wirklich tollen und lieben Mama von Toechterles bestem Freund und sprachen mit ihr. Und zu unserer grossen Ueberraschung fand sie die Idee interessant (die Kinder waren so wieso von der Vorstellung, ihr eigenes ONEE-CHAN zu haben, begeistert), auch wenn sie erst noch mit ihrem Mann darueber sprechen musste. Wir gaben ihr also das Profil der Franzoesin, weil sie mit 17 Jahren und als aeltere Schwester in Frankreich doch leichter fuer eine Anfaengerin zu sein schien als eine noch etwas sehr unsicher wirkende 15-jaehrige ohne wirkliche praktische Erfahrungen mit kleinen Kindern. Ausserdem sind die Altersgruppen doch voellig anders, und so verhindere ich vielleicht auch besser, dass ich an sie die gleichen Erwartungen stelle wie an M. Immerhin sind sie nicht die gleichen Leute, auch wenn unsere neue ATS wieder aus Deutschland kommen wird.

Am Freitag waehrend der Erdnusspflanzenausflugs von Soehnle stellte uns die potentielle GM der Franzoesin noch einige realistische Fragen, also nicht die ueblichen Angstsyndromfragen vieler anderer Japaner, die wir ihr so gut es ging zu beantworten versuchten. Und als Folge davon entschied sie sich, die Franzoesin fuer 3 Monate aufzunehmen und dann einfach mal zu sehen, wie es laeuft. Damit hat das Maedchen eine absolut liebe, wenn auch fuer Japan vielbeschaeftigte (beide Eltern arbeiten) Familie mit wirklich lieben Kindern (7 und 4). Ich hoffe nun wirklich, dass die Franzoesin das zu schaetzen weiss und ein gutes 5. Familienmitglied fuer die Familie sein wird. Und der Wunsch der Deutschen ist in Erfuellung gegangen, dass sie das Jahr bei uns verbringen darf. Ich hoffe fuer uns, dass die Chemie stimmt und wir alle gluecklich miteinander werden.

Lieber Besuch kommt.

Ich hatte im Herbst 2011 einem absolut netten Austauschschueler geholfen, als er das grosse Problem hatte, wie er Japanern seine etwas komplizierte Allergie erklaeren koennte. Ich schrieb also mehrere Lebensmittelfirmen an, forschte etwas fuer ihn im Internet und schrieb dann fuer ihn einen japanischen Brief, den seine Organisation dann potentiellen Gastfamilien vorlegen konnte, damit sie beim Hoeren seiner Allergie nicht voellig in Panik verfallen und letzten Endes sein Austausch daran scheitert. Vielleicht ja durch den Brief bekam er dann doch schneller als erwartet eine liebe Gastfamilie, die leider im tiefsten INAKA am anderen Ende von Japan wohnte, so dass ein Besuch in den Sommerferien ausgeschlossen war.

Er machte im April eine Reise durch Japan und schrieb, dass er sich jetzt auf dem Weg nach Fukuoka befinden wuerde. Als ich halb im Scherz fragte, wann er denn dann zu uns kommen wuerde, antwortete er, dass er darueber nachgedacht haette. Und am Freitagmorgen hatte ich zu meiner grossen Freude eine Mail auf dem Handy, dass er am Nachmittag zu Besuch kommen koenne, allerdings zu meiner leichten Enttaeuschung schon am Abend wieder zurueckfahren muesse. Aber besser kurz als gar nicht. Und so fuhr ich kurz nach 16 Uhr zum Bahnhof, um ihn abzuholen.

Die Kinder waren von dem riesigen Oniichan voellig begeistert und spielten mit ihm begeistert, und wir fanden ihn beide sehr nett und angenehm. Was fuer ein Unterschied zu dem arroganten Schnoesel aus dem gleichen Bundesland, mit dem M. auf eine Schule gehen darf! Nach einem Abendessen und noch etwas Unterhalten hiess es dann leider, ihn zum Bus zu bringen und uns wieder von ihm zu verabschieden. Und dann hiess es mit den sichlich traurigen Kindern wieder nach Hause zu gehen.

Ja, bitte komme bald mal wieder, Oniichan!

Kambodscha – die Zweite

Unser angstsyndrombehaftetes japanisches Reisebuero schrieb mir in der letzten Woche sage und schreibe 4 Mal Mails und rief uns dann sogar noch mal an, um ja sicher zu gehen, dass wir ja Reisepaesse haetten und uns um die Visa kuemmern wuerden.

Ich hatte es mir so wieso schon fuer Sonnabend auf den Plan geschrieben, also teilte ich der besorgten Mitarbeiterin mit, dass wir Reisepaesse schon haetten und wir ihnen die anderen gewuenschten Daten spaeter am Tag per Mail zuschicken wuerden. Goettergatte hatte wieder einmal Lust auf das Curry eines bestimmten Curryhauses hier, das ich aber allein schon wegen seines Hauptgerichtes nicht freiwillig betrete: Auch wenn ich damit vielleicht die einzige Auslaenderin in Japan bin, so kann ich Curry nach japanischer Art nicht ausstehen, obwohl ich 10 Jahre lang mein Bestes gegeben habe zu versuchen, mich daran zu gewoehnen. …und entgeistert aufgegeben habe.

M. war wirklich besorgt, als sie mitbekam, dass ich nicht mitsollte, aber ich beruhigte sie, dass ich ehrlich gesagt auch mal ganz froh bin, nur Zeit fuer mich zu haben. Ausserdem wollte ich so wieso die Kimonosachen zusammensuchen und das war die perfekte Zeit dazu. Dank dieser Aktion ist der erste Koffer fertig, und jetzt bleibt “nur” noch der zweite.

Ich hatte mir Sorgen gemacht, was wir mit M. machen sollten, da Goettergatte bedingt durch seine Arbeit nicht jeden Abend zuhause ist. Ich hatte ueberlegt, ob ich sie fuer die Zeit irgendwo anders einplatzieren solle, aber da sie alles andere als begeistert davon war, fragte ich die Mutter von Toechterles wieder einmal bestem Freund, ob M. dort mit Abendessen koenne. Und da sie einverstanden war, wird unsere ATS also 6 Tage lang Teilzeit-homestay machen duerfen.